Alpelisib
| Evidenzniveau: L5 | Vorhergesagte Indikationen: 1 |
Inhaltsverzeichnis
Alpelisib: Von Brustneoplasmen zu pulmonaler Hypertonie
Zusammenfassung in einem Satz
Alpelisib wurde ursprünglich zur Behandlung von Brustneoplasmen (Brustkrebs) eingesetzt. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass es möglicherweise bei pulmonaler Hypertonie wirksam sein könnte. Dafür gibt es bislang keine klinischen Studien und nur 1 Publikation, die jedoch eine unerwünschte Lungenwirkung (Alpelisib-induzierte interstitielle Lungenerkrankung) beschreibt und keinen Wirksamkeitsnachweis darstellt.
Schnellübersicht
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | Brustneoplasmen (Brustkrebs) |
| Vorhergesagte neue Indikation | Pulmonale Hypertonie |
| TxGNN-Vorhersagewert | 99,03 % |
| Evidenzgrad | L5 |
| Marktstatus in Deutschland | Nur erloschene/aufgehobene Zulassung |
| Anzahl der Zulassungen | 1 (davon 0 gültig, 1 aufgehoben) |
| Empfohlene Entscheidung | Hold |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Zum Wirkmechanismus liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben vor. Nach allgemeinem pharmakologischem Wissen ist Alpelisib ein Inhibitor der PI3K-alpha-Isoform. Dieser Teil stammt nicht aus den bereitgestellten Daten, sondern aus allgemeinem Wissen.
Der PI3K/AKT/mTOR-Signalweg wird theoretisch mit dem Umbau der Lungengefäße in Verbindung gebracht, etwa mit der Proliferation glatter Muskelzellen der Pulmonalarterien und endothelialer Dysfunktion. Daraus ergibt sich eine rein theoretische Begründung für die Vorhersage.
Dem steht entgegen, dass in den vorliegenden Daten weder klinische noch präklinische Belege dafür existieren, dass eine PI3K-alpha-Hemmung bei pulmonaler Hypertonie nützt. Die einzige gefundene Publikation berichtet über eine durch Alpelisib ausgelöste interstitielle Lungenerkrankung. Solche Lungenerkrankungen und Pneumonitiden können selbst zu einer sekundären pulmonalen Hypertonie (Gruppe 3) führen. Das spricht eher gegen einen Nutzen. Der hohe Vorhersagewert beruht allein auf einer graphbasierten Modellvorhersage.
Evidenz aus klinischen Studien
Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.
Evidenz aus der Literatur
| PMID | Jahr | Typ | Journal | Kernaussagen |
|---|---|---|---|---|
| 35730191 | 2023 | Fallbericht | Journal of Oncology Pharmacy Practice | Bericht über eine Alpelisib-induzierte interstitielle Lungenerkrankung bei einer Patientin mit fortgeschrittenem Brustkrebs. Es handelt sich um ein Sicherheitssignal, nicht um einen Wirksamkeitsnachweis. |
Informationen zum Markt in Deutschland
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation |
|---|---|---|---|
| EMEA/H/C/004804 | Piqray | – | Brustneoplasmen |
Diese Zulassung ist aufgehoben (Status: cancelled); der Inhaber ist Novartis Europharm Limited.
Zytotoxizität
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Zytotoxizitätsklassifikation | Zielgerichtete Therapie (PI3K-alpha-Inhibitor; Einordnung nach allgemeinem Wissen) |
| Myelosuppressionsrisiko | Bitte die Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Packungsbeilage beachten |
| Emetogenitätsklassifikation | Bitte die Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Packungsbeilage beachten |
| Überwachungsparameter | Bitte die Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Packungsbeilage beachten |
| Handhabungsschutz | Bitte die Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Packungsbeilage beachten |
Sicherheitsaspekte
Arzneimittelwechselwirkungen: Die Abfrage ergab insgesamt 100 Wechselwirkungen. Die ersten 20 davon sind als moderat eingestuft (Quelle: DDInter), darunter vor allem Antidiabetika:
- Acarbose, Albiglutid, Alogliptin, Metformin, Pioglitazon, Acetohexamid, Canagliflozin, Chlorpropamid, Dapagliflozin, Empagliflozin, Ertugliflozin, Exenatid, Glimepirid, Glipizid, Dulaglutid
- Weitere: Alosetron, Bupropion, Dexamethason, Dronabinol, Fidaxomicin
Die übrigen Wechselwirkungen liegen in den Daten nicht im Detail vor.
Hinweis aus dem Literaturbefund: Alpelisib wurde mit einer interstitiellen Lungenerkrankung in Verbindung gebracht. Das ist für eine Indikation im Lungenbereich besonders relevant.
Für weitere Sicherheitsinformationen (Warnhinweise, Gegenanzeigen) bitte die Packungsbeilage beachten.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Hold
Begründung: Die Vorhersage beruht ausschließlich auf einem Modellwert (Evidenzgrad L5). Es gibt weder klinische Studien noch präklinische Wirksamkeitsdaten, und die einzige Publikation weist auf ein pulmonales Sicherheitsrisiko hin. Zudem ist die Zulassung in Deutschland aufgehoben.
Für ein Weiterkommen sind folgende Punkte nötig:
- Präklinische Daten (z. B. Modelle der pulmonalen Hypertonie), die einen Nutzen der PI3K-alpha-Hemmung belegen
- Bewertung des Risikos Lungentoxizität/interstitielle Lungenerkrankung bzw. sekundärer pulmonaler Hypertonie
- Detaillierte Wirkmechanismus-Daten (MOA) aus DrugBank
- Warnhinweise und Gegenanzeigen aus der Packungsbeilage (BfArM/EMA), da die Sicherheitsprüfung sonst nicht fortgesetzt werden kann
- Klärung des Zulassungs- und Verfügbarkeitsstatus in Deutschland
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.