Arsenic Trioxide
| Evidenzniveau: L5 | Vorhergesagte Indikationen: 10 |
Inhaltsverzeichnis
- Arsenic Trioxide
- Pharmazeutischer Bewertungsbericht
- Arsenic trioxide: Arsentrioxid → unklassifiziertes myelodysplastisches Syndrom (unclassified myelodysplastic syndrome)
- Zusammenfassung
- Schnellübersicht
- Warum ist diese Vorhersage plausibel?
- Klinische Studien
- Literatur
- Marktinformationen Deutschland
- Zytotoxizität
- Sicherheitsaspekte
- Fazit und nächste Schritte
- Haftungsausschluss
Arsenic trioxide: Arsentrioxid → unklassifiziertes myelodysplastisches Syndrom (unclassified myelodysplastic syndrome)
Zusammenfassung
Arsentrioxid ist ein zytotoxischer Wirkstoff aus der Gruppe der Arsenverbindungen. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass er bei unklassifiziertem myelodysplastischem Syndrom (unclassified myelodysplastic syndrome) wirksam sein könnte. Für diese konkrete Diagnose liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten keine klinischen Studien und keine Publikationen vor; die Vorhersage beruht allein auf dem Modell.
Schnellübersicht
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | Leukemia, Promyelocytic, Acute |
| Vorhergesagte neue Indikation | Unklassifiziertes myelodysplastisches Syndrom (unclassified myelodysplastic syndrome) |
| TxGNN-Vorhersagewert | 0,9993 |
| Evidenzstufe | L5 |
| Marktstatus in Deutschland | Im Handel (gültige Zulassungen: 3 von 3) |
| Anzahl der Zulassungen | 3 (gültig: 3) |
| Empfohlene Entscheidung | Hold |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Detaillierte Daten zum Wirkmechanismus liegen derzeit nicht vor. Arsentrioxid ist ein bei akuter Promyelozytenleukämie etabliertes Arzneimittel. Aus der Literatur zu myelodysplastischen Syndromen (MDS) im Allgemeinen ist bekannt, dass es Apoptose induziert und Differenzierung fördert. Mechanistisch könnte es daher auch bei MDS-Untergruppen relevant sein.
Wichtig ist die Einschränkung: Diese indirekte Unterstützung betrifft die breite MDS-Kategorie. Für die Untergruppe „unklassifiziertes MDS“ gibt es keine spezifischen Belege. Die hohe Modellbewertung allein genügt nicht, um eine Wirksamkeit anzunehmen.
Klinische Studien
Derzeit sind keine klinischen Studien registriert, die diese Indikation direkt untersuchen.
Literatur
Derzeit ist keine einschlägige Literatur zu dieser Indikation verfügbar.
Marktinformationen Deutschland
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation |
|---|---|---|---|
| EMEA/H/C/000388 | Trisenox | – | Siehe Zulassungsunterlagen |
| EMEA/H/C/005218 | Arsenic trioxide medac | – | Siehe Zulassungsunterlagen |
| EMEA/H/C/005175 | Arsenic trioxide Accord | – | Siehe Zulassungsunterlagen |
Zytotoxizität
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Zytotoxizitätsklassifikation | Zytotoxischer Wirkstoff (Arsenverbindung) |
| Myelosuppressionsrisiko | Bitte die Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten |
| Emetogenität | Bitte die Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten |
| Überwachungsparameter | Blutbild, Leber- und Nierenfunktion, Elektrolyte (insbesondere Kalium und Magnesium), EKG (QT-Zeit) |
| Handhabungsschutz | Vorschriften für den Umgang mit zytotoxischen Arzneimitteln beachten |
Sicherheitsaspekte
Arzneimittelwechselwirkungen (100 Einträge erfasst; Auswahl):
- Schwerwiegend (Major): Hydrocortison, Amphotericin B (einschließlich lipidbasierter und liposomaler Formen), Cisapride, Clarithromycin, Dolasetron, Granisetron, Levofloxacin
- Moderat: Famotidin, Loperamid, Bisacodyl, Rizinusöl, Glycerin, Lactitol, Lactulose, Magnesiumcitrat, Magnesiumhydroxid
- Gering: Metronidazol
Viele der schwerwiegenden Wechselwirkungen betreffen Wirkstoffe, die die QT-Zeit verlängern oder Elektrolytstörungen begünstigen können.
Erkrankungen, die als Gegenanzeigen vermerkt sind: Long-QT-Syndrom (auch familiär), Torsade de pointes, Nierenerkrankung, Lebererkrankung, Gallenblasenerkrankung, Kaliummangel, atrioventrikulärer Block und Pyoureter.
Für weitere Sicherheitsinformationen bitte die Fachinformation heranziehen.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Hold
Begründung: Für unklassifiziertes MDS liegen weder Studien noch Publikationen vor; es besteht nur eine hohe Modellbewertung (Evidenzstufe L5). Eine Weiterverfolgung ist erst nach Vorliegen spezifischer Belege sinnvoll.
Für ein Weiterkommen sind erforderlich:
- Spezifische Daten zu unklassifiziertem MDS (Studien, Fallserien, Literatur)
- Daten zum Wirkmechanismus
- Auswertung der Fachinformation (Warnhinweise, Gegenanzeigen), insbesondere zur Herz-Kreislauf-Sicherheit (QT-Verlängerung)
- Klärung, ob eine Einordnung als Teil des breiteren MDS-Spektrums fachlich sinnvoll ist
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.