Avibactam

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 4

Inhaltsverzeichnis

  1. Avibactam
    1. Pharmazeutischer Bewertungsbericht
    2. Avibactam: Von bakteriellen Infektionen zu Ureter-Tuberkulose
    3. Zusammenfassung
    4. Schnellübersicht
    5. Warum ist diese Vorhersage nachvollziehbar?
    6. Klinische Studien
    7. Literaturevidenz
    8. Marktinformationen Deutschland
    9. Sicherheitshinweise
    10. Weitere vorhergesagte Indikationen (zur Einordnung)
    11. Fazit und nächste Schritte
    12. Haftungsausschluss

Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Avibactam: Von bakteriellen Infektionen zu Ureter-Tuberkulose

Zusammenfassung

Avibactam ist ein Beta-Laktamase-Hemmer, der in Kombination mit Antibiotika zur Behandlung von Infektionen durch gramnegative Bakterien zugelassen ist, darunter Harnwegsinfektionen, Pneumonien und Weichteilinfektionen. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass der Wirkstoff bei Ureter-Tuberkulose wirksam sein könnte. Dafür liegen keine klinischen Studien und keine Publikationen vor; die Vorhersage beruht allein auf dem Modell.


Schnellübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Infektionen durch gramnegative Bakterien, Harnwegsinfektionen, nosokomiale Pneumonie, Weichteilinfektionen
Vorhergesagte neue Indikation Ureter-Tuberkulose
TxGNN-Vorhersagewert 0,9911
Evidenzlevel L5
Marktstatus in Deutschland Im Handel (gültige Zulassungen: 2 von 2)
Anzahl der Zulassungen 2 (gültig: 2)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage nachvollziehbar?

Für den Wirkstoff liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten derzeit keine detaillierten Angaben zum Wirkmechanismus vor. Bekannt ist: Avibactam ist ein Beta-Laktamase-Hemmer (Diazabicyclooctan-Typ ohne eigene antibakterielle Wirkung) und wird nur in Kombination mit einem Beta-Laktam-Antibiotikum (Ceftazidim bzw. in Emblaveo in der jeweiligen Kombination) eingesetzt.

Ein biochemisch plausibler Ansatz besteht darin, dass Mycobacterium tuberculosis eine chromosomal kodierte Klasse-A-Beta-Laktamase (BlaC) bildet, die Avibactam in vitro hemmen kann. In Kombination mit einem Beta-Laktam wäre daher eine Aktivität gegen Tuberkulose denkbar.

Die Einschränkung ist jedoch deutlich: Für urogenitale Tuberkulose wurden keine klinischen oder literaturbasierten Belege geliefert. Der hohe Vorhersagewert stammt vom TxGNN-Modell (Deep Learning) und spiegelt wahrscheinlich Ähnlichkeiten wider, die das Modell zwischen verwandten Erkrankungen gelernt hat, und nicht eine belegte antituberkulöse Wirkung.


Klinische Studien

Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.


Literaturevidenz

Derzeit liegt keine zugehörige Literatur vor.


Marktinformationen Deutschland

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/006113 Emblaveo – Infektionen durch gramnegative Bakterien, Harnwegsinfektionen, nosokomiale Pneumonie, Weichteilinfektionen
EMEA/H/C/004027 Zavicefta – Bakterielle Pneumonie, Weichteilinfektionen, Pneumonie, Harnwegsinfektionen, Infektionen durch gramnegative Bakterien

Sicherheitshinweise

Bitte entnehmen Sie die Sicherheitsinformationen der Packungsbeilage bzw. Fachinformation.


Weitere vorhergesagte Indikationen (zur Einordnung)

Die übrigen Vorhersagen haben ebenfalls Evidenzlevel L5 und keine Studien oder Publikationen:

Rang Erkrankung TxGNN-Wert Einschätzung
2 Urinäre Schistosomiasis 0,9906 Erreger ist ein Parasit (Trematode), kein Bakterium; kein plausibler Mechanismus. Eine bakterielle Sekundärinfektion wäre eine andere Fragestellung.
3 Hyperamylasämie 0,9901 Laborbefund, kein Infektionsziel; kein Mechanismus erkennbar. Der Score stammt vom TxGNN-Modell (Deep Learning) und kann vom Modell gelernte Ähnlichkeiten zwischen verwandten Erkrankungen widerspiegeln, keine biologische Evidenz.
4 Polyklonales Hyperviskositätssyndrom 0,9901 Kein bekannter Einfluss auf Immunglobuline oder Blutviskosität; identischer Wert wie Rang 3 deutet auf unspezifische Vorhersage hin.

Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Für Ureter-Tuberkulose gibt es weder Studien noch Publikationen, sodass nur eine Modellvorhersage (L5) vorliegt. Der einzige mechanistische Ansatz (Hemmung der BlaC-Beta-Laktamase) ist rein in-vitro-basiert, und Avibactam wirkt allein nicht antibakteriell.

Für ein Weiterkommen sind erforderlich:

  • Daten zum Wirkmechanismus (MOA) aus DrugBank
  • Warnhinweise und Gegenanzeigen aus der Fachinformation (BfArM/EMA)
  • Präklinische bzw. In-vitro-Daten zu Beta-Laktam/Avibactam-Kombinationen gegen M. tuberculosis
  • Literaturrecherche zu urogenitaler Tuberkulose und Beta-Laktamase-Hemmern
  • Prüfung der Verabreichungswege und Eignung für die urogenitale Tuberkulose

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.