Cabozantinib

Evidenzniveau: L3 Vorhergesagte Indikationen: 10

Inhaltsverzeichnis

  1. Cabozantinib
  2. Cabozantinib: Vom Nierenzellkarzinom/Leberzellkarzinom zum Liposarkom
    1. Zusammenfassung
    2. Schnellübersicht
    3. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    4. Evidenz aus klinischen Studien
    5. Evidenz aus der Literatur
    6. Informationen zum deutschen Markt
    7. Zytotoxizität
    8. Sicherheitsaspekte
    9. Fazit und nächste Schritte
    10. Ergänzender Hinweis: Weitere Vorhersagen
    11. Haftungsausschluss

## Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Cabozantinib: Vom Nierenzellkarzinom/Leberzellkarzinom zum Liposarkom

Zusammenfassung

Cabozantinib ist ein Multikinase-Inhibitor, der ursprünglich zur Behandlung des Nierenzellkarzinoms, des hepatozellulären Karzinoms und von Schilddrüsentumoren zugelassen wurde. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass er beim Liposarkom wirksam sein könnte. Die Evidenz dafür ist bislang dünn: 1 Phase-2-Studie (Weichteilsarkom allgemein) und 1 Publikation (Phase-1-Studie bei Extremitätensarkomen) weisen in diese Richtung. Deutlich stärker ist die Datenlage für das unklassifizierte Nierenzellkarzinom (Rang 3) mit mehreren Phase-2-Studien und publizierten Ergebnissen.


Schnellübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Nierenzellkarzinom; hepatozelluläres Karzinom
Vorhergesagte neue Indikation Liposarkom
TxGNN-Vorhersagewert 99,83 %
Evidenzstufe L3
Marktstatus in Deutschland Nur erloschene/aufgehobene Zulassungen
Anzahl der Zulassungen 2 (beide aufgehoben)
Empfohlene Entscheidung Hold

Hinweis: Für das Liposarkom ist im Datensatz die Empfehlung „Research Question“ hinterlegt. Wegen der fehlenden liposarkomspezifischen Daten, der nicht verfügbaren Sicherheitsdaten aus der Fachinformation und des Zulassungsstatus wird hier Hold empfohlen.


Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Für diesen Bericht liegen keine detaillierten Mechanismusdaten vor. Auf Basis der bekannten Informationen hemmt Cabozantinib die Kinasen VEGFR2, MET und AXL. Diese sind an Angiogenese und Tumorprogression bei Sarkomen beteiligt. Die Wirksamkeit bei Nierenzellkarzinom ist belegt, und mechanistisch könnte sie auf Sarkome übertragbar sein.

Die Kombination mit Checkpoint-Inhibitoren (Ipilimumab, Nivolumab) könnte zusätzlich die Immunantwort im Tumormikroumfeld modulieren. Die vorliegenden Belege betreffen jedoch Weichteilsarkome insgesamt, nicht spezifisch das Liposarkom. Liposarkomspezifische Wirksamkeitsdaten fehlen.


Evidenz aus klinischen Studien

Studiennummer Phase Status Teilnehmerzahl Zentrale Aussagen
NCT05836571 Phase 2 Aktiv, Rekrutierung abgeschlossen 66 Randomisierter Vergleich von Ipilimumab + Nivolumab mit und ohne Cabozantinib bei fortgeschrittenem Weichteilsarkom; keine Ergebnisse verfügbar

Evidenz aus der Literatur

PMID Jahr Typ Journal Zentrale Aussagen
41770651 2026 Phase-1-Studie American Journal of Clinical Oncology Sicherheit von neoadjuvantem Cabozantinib mit gleichzeitiger Strahlentherapie bei Extremitätensarkomen; Hintergrund ist die Sorge vor Fisteln und Perforationen

Informationen zum deutschen Markt

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/004163 Cabometyx – Nierenzellkarzinom; hepatozelluläres Karzinom (aufgehoben)
EMEA/H/C/002640 Cometriq – Schilddrüsentumoren (aufgehoben)

Zytotoxizität

Punkt Inhalt
Klassifikation Zielgerichtete Therapie (Multikinase-Inhibitor)
Myelosuppression-Risiko Bitte die Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten
Emetogenität Bitte die Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten
Überwachungsparameter Bitte die Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten
Schutzmaßnahmen beim Umgang Bitte die Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten

Sicherheitsaspekte

  • Arzneimittelwechselwirkungen: Es wurden 100 Wechselwirkungen erfasst. Als schwerwiegend (Major) eingestuft sind u. a. Acetylsalicylsäure, Cisaprid, Clarithromycin, Dolasetron, Granisetron und Levofloxacin. Als moderat eingestuft sind u. a. Loperamid, Aprepitant, Dexamethason, Bisacodyl, Clotrimazol und Lactulose. Fidaxomicin ist als gering (Minor) eingestuft.

Für Warnhinweise und Gegenanzeigen bitte die Fachinformation heranziehen.


Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Für das Liposarkom existieren nur indirekte Belege (eine laufende Phase-2-Studie bei Weichteilsarkomen ohne Ergebnisse und eine Phase-1-Studie). Zudem sind die Zulassungen in Deutschland aufgehoben und die Sicherheitsdaten aus der Fachinformation nicht verfügbar.

Für ein Weiterkommen sind folgende Schritte nötig:

  • Auswertung der Ergebnisse von NCT05836571 mit Subgruppenanalyse für das Liposarkom
  • Beschaffung und Auswertung der Fachinformation (Warnhinweise, Gegenanzeigen)
  • Ergänzung detaillierter Mechanismusdaten (MOA)
  • Klärung der Produktverfügbarkeit in Deutschland
  • Prüfung des hohen Wechselwirkungsrisikos (100 erfasste Interaktionen)

Ergänzender Hinweis: Weitere Vorhersagen

  • Unklassifiziertes Nierenzellkarzinom (Rang 3, Score 99,75 %, Evidenzstufe L2): mehrere Phase-2-Studien (u. a. NCT04413123, NCT03541902, NCT03635892) und publizierte Phase-2-Ergebnisse (PMID 35298296, 38782695). Empfehlung im Datensatz: Proceed with Guardrails. Es gibt keine Phase-3-Studie für diese spezifische Population, und die Studien sind klein (n = 32–98).
  • Nierenzellkarzinom allgemein (Rang 7): entspricht der ursprünglichen Indikation und ist kein echtes Repurposing. Mehrere Phase-3-Studien (u. a. CheckMate 9ER, METEOR, CONTACT-03, COSMIC-313) belegen den Nutzen.
  • Weitere Vorhersagen (ovariales myxoides Liposarkom, Nierenzellkarzinom bei Neuroblastom, ALS, Polymikrogyrie, Angiolipom): ausschließlich modellbasiert ohne Studien- oder Literaturbelege, daher Hold.

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.



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