Chenodeoxycholic Acid

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 5

Inhaltsverzeichnis

  1. Chenodeoxycholic Acid
    1. Pharmazeutischer Bewertungsbericht
    2. Chenodeoxycholsäure: Gallensäure (FXR-Agonist) → Homozygote familiäre Hypercholesterinämie (homozygous familial hypercholesterolemia)
    3. Zusammenfassung
    4. Schnellübersicht
    5. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    6. Evidenz aus klinischen Studien
    7. Evidenz aus der Literatur
    8. Informationen zum deutschen Markt
    9. Sicherheitsaspekte
    10. Fazit und nächste Schritte
    11. Haftungsausschluss

Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Chenodeoxycholsäure: Gallensäure (FXR-Agonist) → Homozygote familiäre Hypercholesterinämie (homozygous familial hypercholesterolemia)

Zusammenfassung

Chenodeoxycholsäure ist eine Gallensäure, die die körpereigene Gallensäuresynthese hemmt. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass sie bei homozygoter familiärer Hypercholesterinämie (homozygous familial hypercholesterolemia) wirksam sein könnte. Für diese Richtung liegen keine klinischen Studien und keine Publikation vor, die die Erkrankung direkt untersucht; die einzige gefundene Veröffentlichung ist eine Übersichtsarbeit zu einer anderen Erkrankung.

Schnellübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Xanthomatosis, Cerebrotendinous;Metabolism, Inborn Errors
Vorhergesagte neue Indikation Homozygote familiäre Hypercholesterinämie (homozygous familial hypercholesterolemia)
TxGNN-Vorhersagewert 0,9957
Evidenzstufe L5
Marktstatus in Deutschland Im Handel (gültige Zulassungen: 1 von 1)
Anzahl der Zulassungen 1 (gültig: 1)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Zur Wirkungsweise liegen in den zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben vor. Bekannt ist, dass Chenodeoxycholsäure (CDCA) über die Aktivierung des Farnesoid-X-Rezeptors (FXR) und die Rückkopplungshemmung von CYP7A1 die Gallensäuresynthese in der Leber unterdrückt. Damit besteht ein Bezug zum Cholesterinstoffwechsel.

Bei der homozygoten familiären Hypercholesterinämie liegt der Hauptdefekt jedoch in einer Funktionsstörung des LDL-Rezeptors. Eine verminderte Gallensäuresynthese würde den hepatischen Cholesterinabbau eher senken und könnte das LDL-Cholesterin damit erhöhen statt senken. Die mechanistische Begründung ist daher schwach, möglicherweise sogar kontraproduktiv. Der hohe Vorhersagewert spiegelt wahrscheinlich die Nähe im Lipidstoffwechsel-Netzwerk zu einer verwandten Stoffwechselerkrankung wider und keine belegte Wirksamkeit.

Evidenz aus klinischen Studien

Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.

Evidenz aus der Literatur

PMID Jahr Typ Zeitschrift Kernaussagen
25424010 2014 Übersichtsarbeit Orphanet Journal of Rare Diseases Umfassende Übersicht zur zerebrotendinösen Xanthomatose (Pathogenese, Klinik, Diagnose, Therapie); untersucht CDCA nicht bei homozygoter familiärer Hypercholesterinämie

Die Arbeit liefert nur indirekte Evidenz aus einer anderen Erkrankung. Deshalb gilt Stufe L5.

Informationen zum deutschen Markt

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/004061 Chenodeoxycholic acid Leadiant (zuvor Chenodeoxycholic acid sigma-tau) – Siehe Angaben der lokalen Zulassung

Sicherheitsaspekte

  • Arzneimittelwechselwirkungen: In den zusammengestellten Daten sind 56 Wechselwirkungen verzeichnet. Beispiele mit mittlerem Schweregrad: Ethinylestradiol, Estradiol, konjugierte Estrogene, Gemfibrozil, Fenofibrat, Clofibrat, Ezetimib, Colestyramin, Colesevelam, Colestipol, Aluminiumhydroxid, Cannabidiol, Bedaquilin, Brentuximab vedotin, Clofarabin, Asparaginase und Calaspargase pegol.

Für weitere Sicherheitsinformationen (Warnhinweise, Gegenanzeigen) siehe die Fachinformation.

Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung:

  • Es gibt weder klinische Studien noch Literatur, die CDCA bei homozygoter familiärer Hypercholesterinämie untersuchen. Der mechanistische Zusammenhang ist schwach und könnte sogar zu einem Anstieg des LDL-Cholesterins führen.

Für ein Weiterkommen sind erforderlich:

  • Vollständige Daten zur Wirkungsweise (MOA)
  • Auswertung der Fachinformation (Warnhinweise, Gegenanzeigen)
  • Präklinische Daten oder Studien zu Effekten auf LDL-Cholesterin bei LDL-Rezeptor-Defizienz
  • Klärung des Sicherheitsrisikos eines möglichen LDL-C-Anstiegs, bevor klinische Studien erwogen werden

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.