Deferiprone

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 8

Inhaltsverzeichnis

  1. Deferiprone
    1. Pharmazeutischer Bewertungsbericht
    2. Deferipron: Eisenchelator → Hepatische Porphyrie (hepatic porphyria)
    3. Zusammenfassung
    4. Kurzüberblick
    5. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    6. Klinische Studien
    7. Literaturevidenz
    8. Markt in Deutschland
    9. Sicherheitsaspekte
    10. Fazit und nächste Schritte
    11. Haftungsausschluss

Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Deferipron: Eisenchelator → Hepatische Porphyrie (hepatic porphyria)

Zusammenfassung

Deferipron ist ein oraler Eisenchelator. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass er bei hepatischer Porphyrie (hepatic porphyria) wirksam sein könnte (Score 0,9920). Für diese Richtung liegen keine klinischen Studien und 2 Publikationen vor, die ausschließlich präklinisch bzw. indirekt sind.

Kurzüberblick

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Iron Overload;beta-Thalassemia; beta-Thalassemia;Iron Overload
Vorhergesagte neue Indikation Hepatische Porphyrie (hepatic porphyria)
TxGNN-Vorhersagewert 0,9920
Evidenzstufe L5
Marktstatus in Deutschland Im Handel (gültige Zulassungen: 2 von 2)
Anzahl der Zulassungen 2 (gültig: 2)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Deferipron bindet als oraler Eisenchelator überschüssiges Eisen. Detaillierte Daten zum Wirkmechanismus liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten nicht vor; die Einordnung beruht auf der bekannten Eisenchelator-Wirkung.

Eisen trägt zur Pathologie bestimmter Porphyrien bei. In einem Mausmodell der Uroporphyrie (Modell der Porphyria cutanea tarda) verringerten eisenarme Diäten und die orale Eisenchelation die Uroporphyrin-Anhäufung (PMID 17854053). Bei der kongenitalen erythropoetischen Porphyrie wurde berichtet, dass Eisenchelation hämolytische Anämie und Hautlichtempfindlichkeit verbesserte (PMID 32678895). Eisenentzug ist daher für Porphyria-cutanea-tarda-artige Erkrankungen ein plausibler Mechanismus.

Wichtig: Beide Quellen betreffen ein Tiermodell bzw. die erythropoetische Porphyrie, nicht die hepatische Porphyrie beim Menschen. Die Evidenz ist indirekt, und es gibt keine klinischen Studien zur Prüfung dieser Hypothese.

Klinische Studien

Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.

Literaturevidenz

PMID Jahr Typ Journal Kernaussagen
32678895 2020 Präklinisch/Fallbericht Blood Eisenchelation verbesserte hämolytische Anämie und Hautlichtempfindlichkeit bei kongenitaler erythropoetischer Porphyrie
17854053 2007 Tierstudie (Maus) Hepatology Deferipron oder eisenarme Diät senkte die Uroporphyrin-Anhäufung im Mausmodell der Porphyria cutanea tarda

Markt in Deutschland

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/004710 Deferiprone Lipomed – Eisenüberladung; Beta-Thalassämie
EMEA/H/C/000236 Ferriprox – Beta-Thalassämie; Eisenüberladung

Sicherheitsaspekte

  • Arzneimittelwechselwirkungen: In den zusammengestellten Daten sind 100 Wechselwirkungen verzeichnet, die gezeigten sind alle von mäßigem Schweregrad. Dazu zählen vor allem Antazida und mehrwertige Metallsalze, die Deferipron vermutlich durch Bindung beeinflussen: Calciumsalze (Phosphat, Acetat, Carbonat, Citrat, Gluconat, Lactat), Magnesiumsalze (Oxid, Carbonat, Chlorid, Citrat, Gluconat, Hydroxid, Sulfat), Aluminiumhydroxid, Attapulgit, Kaolin, Magaldrat, Sucralfat sowie Eisen.

Für weitere Sicherheitsangaben (Warnhinweise, Gegenanzeigen) bitte die Fachinformation heranziehen.

Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Für die hepatische Porphyrie liegen weder klinische Studien noch direkte Studien am Menschen vor; die zwei Publikationen betreffen ein Mausmodell und die erythropoetische Porphyrie. Damit stützt sich die Vorhersage im Wesentlichen auf das Modell (Evidenzstufe L5).

Für ein Weiterkommen sind erforderlich:

  • Direkte präklinische bzw. klinische Daten zur Eisenchelation bei hepatischen Porphyrien (z. B. Porphyria cutanea tarda)
  • Daten zum Wirkmechanismus von Deferipron
  • Auswertung der Fachinformation (Warnhinweise, Gegenanzeigen), um das Sicherheitsprofil zu bewerten

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.