Duloxetine
| Evidenzniveau: L5 | Vorhergesagte Indikationen: 10 |
Inhaltsverzeichnis
- Duloxetine
- Pharmazeutischer Bewertungsbericht
- Duloxetin: Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer → Benigner paroxysmaler Torticollis des Säuglingsalters (benign paroxysmal torticollis of infancy)
- Zusammenfassung
- Schnellübersicht
- Warum ist diese Vorhersage plausibel?
- Klinische Studien
- Literaturevidenz
- Informationen zum deutschen Markt
- Sicherheitsaspekte
- Fazit und nächste Schritte
- Haftungsausschluss
Duloxetin: Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer → Benigner paroxysmaler Torticollis des Säuglingsalters (benign paroxysmal torticollis of infancy)
Zusammenfassung
Duloxetin ist ein Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer. Das TxGNN-Modell sagt eine mögliche Wirksamkeit bei benignem paroxysmalem Torticollis des Säuglingsalters (benign paroxysmal torticollis of infancy) voraus (Score 0,9985). Für diese Vorhersage liegen in den zusammengestellten Daten keine klinischen Studien und keine Publikationen vor.
Schnellübersicht
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | Neuralgia;Depressive Disorder, Major;Anxiety Disorders;Diabetes Mellitus; Neuralgia;Diabetic Neuropathies;Depressive Disorder, Major;Anxiety Disorders; Anxiety Disorders;Diabetic Neuropathies;Depressive Disorder, Major; Urinary Incontinence, Stress; Neuralgia;Diabetic Neuropathies;Depressive Disorde |
| Vorhergesagte neue Indikation | Benigner paroxysmaler Torticollis des Säuglingsalters (benign paroxysmal torticollis of infancy) |
| TxGNN-Vorhersagewert | 0,9985 |
| Evidenzstufe | L5 |
| Marktstatus in Deutschland | Im Handel (gültige Zulassungen: 5 von 5) |
| Anzahl der Zulassungen | 5 (gültig: 5) |
| Empfohlene Entscheidung | Hold |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Zum Wirkmechanismus von Duloxetin liegen in den zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben vor. Bekannt ist, dass Duloxetin die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin hemmt.
Ein mechanistischer Zusammenhang zur vorhergesagten Erkrankung ist nicht belegt. Der hohe Score beruht allein auf einer graphbasierten Modellvorhersage. Der benigne paroxysmale Torticollis des Säuglingsalters ist eine episodische Erkrankung im Kindesalter, die dem Spektrum von Migräne und Kanalopathien (z. B. CACNA1A) zugeordnet wird. Es gibt keine Hinweise, dass eine Hemmung der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme dafür relevant ist. Zudem wäre der Einsatz eines SNRI bei Kindern wegen der Warnung vor Suizidalität bei jungen Patienten sicherheitskritisch.
Klinische Studien
Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.
Literaturevidenz
Derzeit liegt keine zugehörige Literatur vor.
Informationen zum deutschen Markt
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation |
|---|---|---|---|
| EMEA/H/C/003935 | Duloxetine Zentiva | – | Neuralgie; Schwere depressive Störung; Angststörungen; Diabetes mellitus |
| EMEA/H/C/003981 | Duloxetine Viatris (zuvor Duloxetine Mylan) | – | Neuralgie; Diabetische Neuropathien; Schwere depressive Störung; Angststörungen |
| EMEA/H/C/000572 | Cymbalta | – | Angststörungen; Diabetische Neuropathien; Schwere depressive Störung |
| EMEA/H/C/000545 | Yentreve | – | Belastungsharninkontinenz |
| EMEA/H/C/004000 | Duloxetine Lilly | – | Neuralgie; Diabetische Neuropathien; Schwere depressive Störung |
Sicherheitsaspekte
Arzneimittelwechselwirkungen (Auswahl von 100 erfassten Wechselwirkungen):
- Schwerwiegend (Major): Bupropion, Lorcaserin, Diethylpropion, Dolasetron, Dexfenfluramin
- Moderat: Epinephrin, Morphin, Acetylsalicylsäure, Cimetidin, Picosulfonsäure, Polyethylenglykol (3350 mit Elektrolyten), Difenoxin, Diphenoxylat, Dronabinol
- Geringfügig (Minor): Famotidin, Ranitidin, Rabeprazol, Dexlansoprazol, Aluminiumhydroxid, Calciumcarbonat
Für weitere Sicherheitsinformationen siehe die Fachinformation.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Hold
Begründung: Die Vorhersage stützt sich ausschließlich auf ein Modell (Evidenzstufe L5). Es gibt weder Studien noch Publikationen, keinen plausiblen mechanistischen Zusammenhang, und der Einsatz eines SNRI im Säuglings- und Kindesalter wäre mit Sicherheitsbedenken verbunden.
Für ein Weiterverfolgen wäre erforderlich:
- Nachweis eines biologisch plausiblen Mechanismus für den SNRI-Einsatz bei dieser Erkrankung
- Präklinische oder klinische Daten zur Erkrankung selbst
- Bewertung der Sicherheit bei pädiatrischer Anwendung
- Daten zu Wirkmechanismus sowie Warnhinweisen und Gegenanzeigen aus der Fachinformation
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.