Durvalumab

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 6

Inhaltsverzeichnis

  1. Durvalumab
    1. Pharmazeutischer Bewertungsbericht
    2. Durvalumab: Vom nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom zum Adenokarzinom des Lig. latum uteri (uterine ligament adenocarcinoma)
    3. Zusammenfassung in einem Satz
    4. Schnellübersicht
    5. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    6. Klinische Evidenz
    7. Literaturevidenz
    8. Informationen zum Markt in Deutschland
    9. Zytotoxizität
    10. Sicherheitsaspekte
    11. Fazit und nächste Schritte
    12. Haftungsausschluss

Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Durvalumab: Vom nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom zum Adenokarzinom des Lig. latum uteri (uterine ligament adenocarcinoma)

Zusammenfassung in einem Satz

Durvalumab ist ein Antikörper gegen PD-L1 (Handelsname Imfinzi). In Deutschland ist er für das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom zugelassen. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass er bei uterinem Ligament-Adenokarzinom wirken könnte. Für diese Erkrankung liegen in den zusammengestellten Daten 0 klinische Studien und 0 Publikationen vor, die Vorhersage beruht daher allein auf dem Modell.

Schnellübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom
Vorhergesagte neue Indikation Uterines Ligament-Adenokarzinom
TxGNN-Vorhersagewert 0,9992
Evidenzniveau L5
Marktstatus in Deutschland Im Handel (gültige Zulassungen: 1 von 1)
Anzahl der Zulassungen 1 (gültig: 1)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Zum Wirkmechanismus liegen in den zusammengestellten Daten derzeit keine detaillierten Angaben vor. Durvalumab gehört zur Klasse der PD-L1-Checkpoint-Inhibitoren. Seine Wirksamkeit beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom ist belegt. Mechanistisch könnte die PD-L1-Blockade auch bei gynäkologischen Adenokarzinomen wirken, deren Tumormikroumgebung immunologisch aktiv („immune-inflamed“) ist.

Für diese konkrete Tumorentität gibt es jedoch keine direkten Daten. Der Gedanke bleibt eine Extrapolation von verwandten gynäkologischen Tumoren. Die hohe Modellbewertung ist ein rein graphbasierter Hinweis und kein Wirksamkeitsnachweis.

Zur Einordnung: Für die zweitplatzierte Vorhersage, das endozervikale Karzinom, wurde eine abgeschlossene Phase-I-Studie (NCT03452332, n = 20) zu Durvalumab mit Tremelimumab und Strahlentherapie bei Zervix-, Vaginal- und Vulvakarzinomen gefunden. Sie betrifft eine andere Erkrankung und stützt die vorliegende Vorhersage nicht direkt.

Klinische Evidenz

Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.

Literaturevidenz

Derzeit liegt keine zugehörige Literatur vor.

Informationen zum Markt in Deutschland

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/004771 Imfinzi (AstraZeneca AB) nicht angegeben Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom

Zytotoxizität

Punkt Inhalt
Klassifikation Immuntherapie (monoklonaler Antikörper gegen PD-L1), kein klassisches Zytostatikum
Risiko einer Myelosuppression Bitte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten
Emetogenität Bitte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten
Überwachungsparameter Bitte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten
Schutzmaßnahmen beim Umgang Bitte Angaben der Fachinformation beachten

Sicherheitsaspekte

  • Arzneimittelwechselwirkungen: Insgesamt wurden 81 Wechselwirkungen erfasst. Die wichtigsten davon:
    • Schwerwiegend (Major): Adalimumab.
    • Mäßig (Moderate): Kortikosteroide (Hydrocortison, Dexamethason, Prednison, Prednisolon, Methylprednisolon, Betamethason, Triamcinolon, Budesonid, Deflazacort), außerdem Roflumilast, Alemtuzumab, Anakinra, Alefacept sowie Impfstoffe (z. B. Tetanustoxoid, Anthrax-Impfstoff).
    • Gering (Minor): Zinkpräparate (Acetat, Gluconat, Sulfat, Chlorid).
    • Diese Liste ist ein Auszug. Die vollständige Prüfung sollte anhand der Fachinformation erfolgen.

Für Warnhinweise und Gegenanzeigen bitte die Fachinformation heranziehen.

Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Die Vorhersage für das uterine Ligament-Adenokarzinom stützt sich ausschließlich auf den Modellwert. Es gibt weder Studien noch Publikationen zu dieser Erkrankung (Evidenzniveau L5). Die Immunogenität dieses seltenen Tumortyps ist unbekannt.

Für ein Weiterkommen sind erforderlich:

  • Gezielte Literaturrecherche zu PD-L1-Expression und MSI-Status bei dieser Tumorentität sowie zu Checkpoint-Inhibitoren bei seltenen gynäkologischen Adenokarzinomen
  • Daten zum Wirkmechanismus (MOA)
  • Auswertung der Fachinformation (BfArM) zu Warnhinweisen und Gegenanzeigen
  • Prüfung der verwandten Vorhersage „endozervikales Karzinom“ (Phase-I-Studie vorhanden) als möglichen Ausgangspunkt für eine Forschungsfrage

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.