Erdafitinib

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 6

Inhaltsverzeichnis

  1. Erdafitinib
    1. Pharmazeutischer Bewertungsbericht
    2. Erdafitinib: Von urothelialen Neoplasien zu Pulmonale Hypertonie
    3. Zusammenfassung in einem Satz
    4. Schnellübersicht
    5. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    6. Evidenz aus klinischen Studien
    7. Evidenz aus der Literatur
    8. Marktinformationen Deutschland
    9. Zytotoxizität
    10. Sicherheitsaspekte
    11. Fazit und nächste Schritte
    12. Haftungsausschluss

Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Erdafitinib: Von urothelialen Neoplasien zu Pulmonale Hypertonie

Zusammenfassung in einem Satz

Erdafitinib ist ein FGFR-Kinase-Inhibitor (Pan-FGFR), der ursprünglich zur Behandlung urologischer Neoplasien (Urothelkarzinom) zugelassen wurde. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass er bei pulmonaler Hypertonie wirksam sein könnte. Dafür liegen jedoch derzeit keine klinischen Studien und keine Publikationen vor – die Vorhersage beruht allein auf dem Modell.


Schnellübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Urologische Neoplasien
Vorhergesagte neue Indikation Pulmonale Hypertonie
TxGNN-Vorhersagewert 0,9938
Evidenzniveau L5
Marktstatus in Deutschland Im Handel (gültige Zulassungen: 1 von 1)
Anzahl der Zulassungen 1 (gültig: 1)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Zum Wirkmechanismus liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben aus der Arzneimitteldatenbank vor. Bekannt ist, dass Erdafitinib ein Pan-FGFR-Kinase-Inhibitor ist, dessen Wirksamkeit bei urothelialen Tumoren mit FGFR-Veränderungen belegt ist.

Die FGF/FGFR-Signalwege werden mit dem Umbau der Lungengefäße und der Proliferation glatter Muskelzellen der Pulmonalarterien in Verbindung gebracht. Daraus ergibt sich ein plausibler, aber bislang unbewiesener mechanistischer Ansatz. Zwischen einer Krebserkrankung und einer Gefäßerkrankung besteht ansonsten kaum eine direkte Verwandtschaft; die Verbindung läuft ausschließlich über den gemeinsamen Signalweg.

Zur Vorsicht mahnt, dass Kinase-Inhibitoren Flüssigkeitsretention sowie kardiovaskuläre, okuläre und metabolische Toxizitäten verursachen können. Die FGFR-Hemmung könnte in diesem Anwendungsgebiet zusätzliche Sicherheitsbedenken mit sich bringen.

Weitere Vorhersagen des Modells (alle Evidenzniveau L5, Entscheidung Hold):

Rang Vorhergesagte Erkrankung Score Einschätzung
2 Kyphoskoliotische Herzkrankheit 0,9927 Kein erkennbarer mechanistischer Zusammenhang; hoher Score vermutlich durch Netzwerknähe zur pulmonalen Hypertonie
3 Amenorrhö 0,9926 Kein plausibler Ansatz; FGFR-Hemmung würde FGFR1-abhängige Störungen der Reproduktionsachse eher verschlechtern
4 Rheumatoide Arthritis 0,9925 Plausibel über Aktivierung synovialer Fibroblasten und Angiogenese, aber unbewiesen
5 Amyotrophe Lateralsklerose 0,9906 Kein etablierter Ansatz; mögliche Beeinträchtigung der trophischen Unterstützung
6 Brachydaktylie-Syndaktylie-Syndrom 0,9903 Angeborene Fehlbildung; postnatale Therapie kaum sinnvoll, embryofetales Toxizitätsrisiko

Evidenz aus klinischen Studien

Derzeit sind keine einschlägigen klinischen Studien registriert.


Evidenz aus der Literatur

Für die Hauptvorhersage (pulmonale Hypertonie) liegt derzeit keine einschlägige Literatur vor.

Für die vierte Vorhersage (rheumatoide Arthritis) wurde lediglich eine indirekte Veröffentlichung gefunden:

PMID Jahr Typ Zeitschrift Kernaussagen
31862477 2020 Übersichtsarbeit Pharmacological Research Aktualisierung zu den von der FDA zugelassenen niedermolekularen Proteinkinase-Inhibitoren (u. a. Erdafitinib); keine erdafitinibspezifischen Daten zur rheumatoiden Arthritis

Marktinformationen Deutschland

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/006050 Balversa (Janssen-Cilag International N.V.) – Urologische Neoplasien (Status: gültig)

Zytotoxizität

Punkt Inhalt
Zytotoxizitätsklassifikation Zielgerichtete Therapie (Kinase-Inhibitor, FGFR)
Myelosuppressionsrisiko Bitte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten
Emetogenitätsklassifikation Bitte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten
Überwachungsparameter Bitte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten
Schutzmaßnahmen beim Umgang Bitte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten

Sicherheitsaspekte

  • Arzneimittelwechselwirkungen: Es wurden 100 Wechselwirkungen erfasst (Auszug der zusammengestellten Daten). Als schwerwiegend (Major) eingestuft sind u. a.:
    • Colecalciferol, Calcifediol, Calcitriol
    • Dexamethason
    • Clarithromycin
    • Calciumphosphat, Calciumacetat
    • Magnesiumoxid, -sulfat und -chlorid

    Als moderat eingestuft sind u. a. Metformin, Loperamid, Saxagliptin, Linagliptin, Empagliflozin, Eliglustat, Naldemedin, Naloxegol, Prucaloprid und Rifaximin.

  • Allgemeine Hinweise zur Substanzklasse: Kinase-Inhibitoren können Flüssigkeitsretention sowie kardiovaskuläre und okuläre Toxizität verursachen. FGFR-Inhibitoren tragen ein embryofetales Toxizitätsrisiko.

Angaben zu Warnhinweisen und Gegenanzeigen aus der Fachinformation lagen nicht vor; bitte die Fachinformation konsultieren.


Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Die Vorhersage zur pulmonalen Hypertonie beruht ausschließlich auf dem TxGNN-Modell (Evidenzniveau L5) ohne klinische Studien oder Literatur. Die Sicherheitsdaten sind unvollständig.

Für ein Fortschreiten sind folgende Schritte erforderlich:

  • Beschaffung und Auswertung der Fachinformation (Warnhinweise, Gegenanzeigen) für die Sicherheitsprüfung
  • Ergänzung der detaillierten Wirkmechanismusdaten (MOA)
  • Präklinische Evidenz zur FGFR-Hemmung im Modell der pulmonalen Hypertonie
  • Bewertung des Sicherheitsprofils (Flüssigkeitsretention, kardiovaskuläre und okuläre Toxizität) im Kontext der pulmonalen Hypertonie
  • Klärung des Zulassungs- und Verfügbarkeitsstatus in Deutschland

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.