Fenbendazole

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 10

Inhaltsverzeichnis

  1. Fenbendazole
    1. Pharmazeutischer Bewertungsbericht
    2. Fenbendazol: Von einem Anthelminthikum (Tiermedizin) zu Harnblasenkarzinom
    3. Zusammenfassung
    4. Schnellübersicht
    5. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    6. Evidenz aus klinischen Studien
    7. Evidenz aus der Literatur
    8. Marktinformationen Deutschland
    9. Sicherheitsaspekte
    10. Fazit und nächste Schritte
    11. Haftungsausschluss

Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Fenbendazol: Von einem Anthelminthikum (Tiermedizin) zu Harnblasenkarzinom

Zusammenfassung

Fenbendazol ist ein Benzimidazol-Anthelminthikum. In den für diesen Bericht zusammengestellten Daten ist es nur mit einer inzwischen erloschenen Zulassung für ein Tierarzneimittel (Panacur AquaSol) in Deutschland verzeichnet. Das TxGNN-Modell sagt eine mögliche Wirksamkeit bei Harnblasenkarzinom voraus (Score 0,9999). Für die eng verwandte Bezeichnung „Harnblasenneoplasma" liegen 3 Publikationen vor, davon 2 aktuelle präklinische Arbeiten zum Blasenkrebs. Klinische Studien am Menschen gibt es derzeit keine.


Schnellübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Keine Angabe in den Zulassungsdaten
Vorhergesagte neue Indikation Harnblasenkarzinom (urinary bladder carcinoma)
TxGNN-Vorhersagescore 0,9999
Evidenzlevel L5 für das Harnblasenkarzinom (reine Modellvorhersage); L4 für das verwandte Harnblasenneoplasma (präklinisch)
Marktstatus in Deutschland Keine zentrale EU-Zulassung (EMA) erfasst – nationale Zulassungen (BfArM) sind in den hier ausgewerteten Daten nicht enthalten
Anzahl der Zulassungen 0 (gültig: 0)
Empfohlene Entscheidung Hold (Zurückstellen); für Harnblasenneoplasma als präklinische Forschungsfrage weiterverfolgbar

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Detaillierte Mechanismusdaten (MOA) liegen derzeit nicht vor. Nach bekanntem Wissen ist Fenbendazol ein Benzimidazol-Anthelminthikum, das an Tubulin bindet und die Mikrotubuli-Polymerisation stört. Da Mikrotubuli für die Zellteilung essenziell sind, ist ein antiproliferativer Effekt auf Tumorzellen mechanistisch denkbar. Präklinische Berichte deuten zudem auf Effekte auf die p53-Aktivierung und die Glukoseaufnahme hin. Für die vorhergesagte Indikation sind diese Effekte in den vorliegenden Daten jedoch nicht validiert.

Eine ursprüngliche humanmedizinische Indikation ist nicht dokumentiert, daher lässt sich keine direkte Beziehung zwischen alter und neuer Indikation herstellen. Die vorliegenden Publikationen legen nahe, dass Fenbendazol im Blasenkrebs-Modell Ferroptose und immunogenen Zelltod auslösen könnte, und zwar in Kombination mit Photothermie bzw. mit CRISPR-Cas13a bei intravesikaler Gabe. Die Angaben beruhen nur auf Titeln und Kurzfassungen; die Studiendesigns konnten nicht überprüft werden.

Die weiteren Vorhersagen (invasives und nicht-invasives Urothelkarzinom, urachales Karzinom, Plattenepithelpapillom, Siegelringzell-, kolonartiges, gemischtes und kolloides Adenokarzinom der Blase) haben ähnlich hohe Scores (99,985–0,9999). Sie spiegeln wahrscheinlich die Nähe in der Krankheitsontologie wider, nicht krankheitsspezifische Evidenz. Es gibt dazu keine Studien oder Literatur.


Evidenz aus klinischen Studien

Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.


Evidenz aus der Literatur

Die Treffer stammen aus der Suche zum Begriff „Harnblasenneoplasma" (urinary bladder neoplasm). Zum Begriff „Harnblasenkarzinom" wurde keine Literatur gefunden.

PMID Jahr Typ Journal Kernaussagen
41861111 2026 Präklinisch Advanced Science Intravesikale Nanoplattform (FBZ@BSA@PDA) kombiniert Fenbendazol mit Photothermie; löst Ferroptose und immunogenen Zelltod aus, synergistische Wirkung bei Blasenkrebs
39128990 2024 Präklinisch J Exp Clin Cancer Res Intravesikale Kombination aus CRISPR-Cas13a und Fenbendazol bei Blasenkrebs
23208426 2012 Präklinisch/mechanistisch J Toxicol Sci Karzinogen-induzierte Proliferation und Apoptose bei Ratten; Bezug zu Fenbendazol laut Titel unklar

Marktinformationen Deutschland

| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation | |---------|------|------|-----------|


Sicherheitsaspekte

Zu Warnhinweisen und Gegenanzeigen liegen keine Daten vor, und es wurden keine Wechselwirkungen gefunden. Bitte die Fachinformation bzw. Packungsbeilage beachten. Die Sicherheitsprüfung kann ohne diese Daten nicht fortgeführt werden.


Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold (Zurückstellen)

Begründung: Für das vorhergesagte Harnblasenkarzinom besteht lediglich eine Modellvorhersage (L5). Für das verwandte Harnblasenneoplasma gibt es nur präklinische Hinweise (L4) ohne Humandaten. Zudem ist keine aktive Zulassung in Deutschland vorhanden, und die Sicherheitsdaten fehlen. Das Thema eignet sich als präklinische Forschungsfrage, vor allem zur intravesikalen Anwendung.

Für ein Weiterkommen sind erforderlich:

  • Sicherheitsdaten aus der Fachinformation (Warnhinweise, Gegenanzeigen) zur Sicherheitsprüfung
  • Daten zum Wirkmechanismus (z. B. aus DrugBank)
  • Prüfung der Originalpublikationen zu Studiendesign und Ergebnissen
  • Klärung der Applikationswege (intravesikal) und der Darreichungsform für den Humangebrauch
  • Gegebenenfalls präklinische In-vivo-Daten und Toxizitätsstudien vor jeder Humanstudie

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.