Filgrastim
| Evidenzniveau: L5 | Vorhergesagte Indikationen: 10 |
Inhaltsverzeichnis
- Filgrastim
- Pharmazeutischer Bewertungsbericht
- Filgrastim: Von Neutropenie/Stammzelltransplantation zu Primäre Thrombozyten-Freisetzungsstörung
- Zusammenfassung in einem Satz
- Schnellübersicht
- Warum ist diese Vorhersage plausibel?
- Klinische Studienevidenz
- Literaturevidenz
- Marktinformationen Deutschland
- Sicherheitsaspekte
- Fazit und nächste Schritte
- Haftungsausschluss
Filgrastim: Von Neutropenie/Stammzelltransplantation zu Primäre Thrombozyten-Freisetzungsstörung
Zusammenfassung in einem Satz
Filgrastim (G-CSF) wird ursprünglich zur Behandlung der Neutropenie bei Krebserkrankungen und im Rahmen der Transplantation hämatopoetischer Stammzellen eingesetzt. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass es bei der primären Thrombozyten-Freisetzungsstörung wirksam sein könnte. Hierfür liegen keine klinischen Studien und keine Publikationen vor; die Vorhersage beruht allein auf dem Modell.
Schnellübersicht
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | Hämatopoetische Stammzelltransplantation; Krebserkrankung |
| Vorhergesagte neue Indikation | Primäre Thrombozyten-Freisetzungsstörung (primary release disorder of platelets) |
| TxGNN-Vorhersagewert | 1,0000 |
| Evidenzstufe | L5 |
| Marktstatus in Deutschland | Im Handel (gültige Zulassungen: 7 von 7) |
| Anzahl der Zulassungen | 7 (gültig: 7) |
| Empfohlene Entscheidung | Hold |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Zum Wirkmechanismus liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben vor. Bekannt ist, dass Filgrastim ein rekombinanter Granulozyten-koloniestimulierender Faktor (G-CSF) ist. Er wirkt auf die granulozytäre Reihe und wird bei Neutropenie sowie zur Stammzellmobilisierung eingesetzt.
Ein plausibler mechanistischer Zusammenhang zwischen dieser Wirkung und der Korrektur einer Störung der Thrombozytensekretion ist anhand der vorliegenden Daten nicht erkennbar. Der sehr hohe Wert stammt vom TxGNN-Modell (Deep Learning) und kann Ähnlichkeiten widerspiegeln, die das Modell zwischen verwandten Erkrankungen gelernt hat, nicht biologische Evidenz. Die Vorhersage sollte daher als reine Hypothese betrachtet werden.
Auch die weiteren hochbewerteten Vorhersagen (u. a. Pseudo-von-Willebrand-Erkrankung, Glanzmann-Thrombasthenie, Scott-Syndrom) sind reine Modellvorhersagen ohne Studien oder Literatur und ohne erkennbaren mechanistischen Bezug zu G-CSF.
Klinische Studienevidenz
Für die primäre Thrombozyten-Freisetzungsstörung sind derzeit keine zugehörigen klinischen Studien registriert.
Literaturevidenz
Derzeit liegt keine zugehörige Literatur vor.
Marktinformationen Deutschland
Alle sieben Zulassungen sind gültig (7 von 7). Es handelt sich um zentrale europäische Zulassungen (EMA); für die Zulassung Accofil liegt kein Indikationstext vor.
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation |
|---|---|---|---|
| EMEA/H/C/001142 | Nivestim | – | Hämatopoetische Stammzelltransplantation; Krebserkrankung |
| EMEA/H/C/000917 | Zarzio | – | Hämatopoetische Stammzelltransplantation; Krebserkrankung |
| EMEA/H/C/000827 | Tevagrastim | – | Hämatopoetische Stammzelltransplantation; Krebserkrankung |
| EMEA/H/C/000825 | Ratiograstim | – | Hämatopoetische Stammzelltransplantation; Krebserkrankung |
| EMEA/H/C/000918 | Filgrastim Hexal | – | Hämatopoetische Stammzelltransplantation; Krebserkrankung |
Sicherheitsaspekte
Arzneimittelwechselwirkungen: In den Daten sind 100 Wechselwirkungen erfasst, in der vorliegenden Auswahl durchgehend mit dem Schweregrad „Moderat“. Beispiele:
- Radiopharmazeutika und Radioimmuntherapeutika: Iobenguan (I-131), Fludeoxyglucose (18F), Ibritumomab-Tiuxetan, Tositumomab
- Zytostatika und Antineoplastika: Paclitaxel, Mercaptopurin, Azacitidin, Bendamustin, Arsentrioxid, Trimetrexat, Altretamin
- Weitere: Levamisol, Abemaciclib, Acalabrutinib, Aldesleukin, Alemtuzumab, Avapritinib, Belantamab-Mafodotin
Für Warnhinweise und Gegenanzeigen bitte die Fachinformation heranziehen.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Hold
Begründung: Die Vorhersage stützt sich ausschließlich auf einen Modellwert des TxGNN-Modells (Deep Learning) (Evidenzstufe L5), ohne Studien, Literatur oder plausiblen Wirkmechanismus. Das Arzneimittel ist in Deutschland/Europa im Handel (7 von 7 Zulassungen gültig).
Für ein Weiterkommen sind erforderlich:
- Daten zum Wirkmechanismus (MOA) und eine belastbare mechanistische Hypothese zu Thrombozytenfunktionsstörungen
- Systematische Literaturrecherche und ggf. präklinische Daten zu G-CSF bei Thrombozytenerkrankungen
- Auswertung der Fachinformation (Warnhinweise, Gegenanzeigen), da die Sicherheitsprüfung bislang nicht abgeschlossen werden kann
- Klärung des aktuellen Zulassungsstatus der Filgrastim-Präparate
- Prüfung, ob unter den weiteren Vorhersagen eine Indikation mit besserer Evidenz existiert
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.