Filgrastim

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 10

Inhaltsverzeichnis

  1. Filgrastim
    1. Pharmazeutischer Bewertungsbericht
    2. Filgrastim: Von Neutropenie/Stammzelltransplantation zu Primäre Thrombozyten-Freisetzungsstörung
    3. Zusammenfassung in einem Satz
    4. Schnellübersicht
    5. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    6. Klinische Studienevidenz
    7. Literaturevidenz
    8. Marktinformationen Deutschland
    9. Sicherheitsaspekte
    10. Fazit und nächste Schritte
    11. Haftungsausschluss

Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Filgrastim: Von Neutropenie/Stammzelltransplantation zu Primäre Thrombozyten-Freisetzungsstörung

Zusammenfassung in einem Satz

Filgrastim (G-CSF) wird ursprünglich zur Behandlung der Neutropenie bei Krebserkrankungen und im Rahmen der Transplantation hämatopoetischer Stammzellen eingesetzt. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass es bei der primären Thrombozyten-Freisetzungsstörung wirksam sein könnte. Hierfür liegen keine klinischen Studien und keine Publikationen vor; die Vorhersage beruht allein auf dem Modell.


Schnellübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Hämatopoetische Stammzelltransplantation; Krebserkrankung
Vorhergesagte neue Indikation Primäre Thrombozyten-Freisetzungsstörung (primary release disorder of platelets)
TxGNN-Vorhersagewert 1,0000
Evidenzstufe L5
Marktstatus in Deutschland Im Handel (gültige Zulassungen: 7 von 7)
Anzahl der Zulassungen 7 (gültig: 7)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Zum Wirkmechanismus liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben vor. Bekannt ist, dass Filgrastim ein rekombinanter Granulozyten-koloniestimulierender Faktor (G-CSF) ist. Er wirkt auf die granulozytäre Reihe und wird bei Neutropenie sowie zur Stammzellmobilisierung eingesetzt.

Ein plausibler mechanistischer Zusammenhang zwischen dieser Wirkung und der Korrektur einer Störung der Thrombozytensekretion ist anhand der vorliegenden Daten nicht erkennbar. Der sehr hohe Wert stammt vom TxGNN-Modell (Deep Learning) und kann Ähnlichkeiten widerspiegeln, die das Modell zwischen verwandten Erkrankungen gelernt hat, nicht biologische Evidenz. Die Vorhersage sollte daher als reine Hypothese betrachtet werden.

Auch die weiteren hochbewerteten Vorhersagen (u. a. Pseudo-von-Willebrand-Erkrankung, Glanzmann-Thrombasthenie, Scott-Syndrom) sind reine Modellvorhersagen ohne Studien oder Literatur und ohne erkennbaren mechanistischen Bezug zu G-CSF.


Klinische Studienevidenz

Für die primäre Thrombozyten-Freisetzungsstörung sind derzeit keine zugehörigen klinischen Studien registriert.


Literaturevidenz

Derzeit liegt keine zugehörige Literatur vor.


Marktinformationen Deutschland

Alle sieben Zulassungen sind gültig (7 von 7). Es handelt sich um zentrale europäische Zulassungen (EMA); für die Zulassung Accofil liegt kein Indikationstext vor.

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/001142 Nivestim – Hämatopoetische Stammzelltransplantation; Krebserkrankung
EMEA/H/C/000917 Zarzio – Hämatopoetische Stammzelltransplantation; Krebserkrankung
EMEA/H/C/000827 Tevagrastim – Hämatopoetische Stammzelltransplantation; Krebserkrankung
EMEA/H/C/000825 Ratiograstim – Hämatopoetische Stammzelltransplantation; Krebserkrankung
EMEA/H/C/000918 Filgrastim Hexal – Hämatopoetische Stammzelltransplantation; Krebserkrankung

Sicherheitsaspekte

Arzneimittelwechselwirkungen: In den Daten sind 100 Wechselwirkungen erfasst, in der vorliegenden Auswahl durchgehend mit dem Schweregrad „Moderat“. Beispiele:

  • Radiopharmazeutika und Radioimmuntherapeutika: Iobenguan (I-131), Fludeoxyglucose (18F), Ibritumomab-Tiuxetan, Tositumomab
  • Zytostatika und Antineoplastika: Paclitaxel, Mercaptopurin, Azacitidin, Bendamustin, Arsentrioxid, Trimetrexat, Altretamin
  • Weitere: Levamisol, Abemaciclib, Acalabrutinib, Aldesleukin, Alemtuzumab, Avapritinib, Belantamab-Mafodotin

Für Warnhinweise und Gegenanzeigen bitte die Fachinformation heranziehen.


Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Die Vorhersage stützt sich ausschließlich auf einen Modellwert des TxGNN-Modells (Deep Learning) (Evidenzstufe L5), ohne Studien, Literatur oder plausiblen Wirkmechanismus. Das Arzneimittel ist in Deutschland/Europa im Handel (7 von 7 Zulassungen gültig).

Für ein Weiterkommen sind erforderlich:

  • Daten zum Wirkmechanismus (MOA) und eine belastbare mechanistische Hypothese zu Thrombozytenfunktionsstörungen
  • Systematische Literaturrecherche und ggf. präklinische Daten zu G-CSF bei Thrombozytenerkrankungen
  • Auswertung der Fachinformation (Warnhinweise, Gegenanzeigen), da die Sicherheitsprüfung bislang nicht abgeschlossen werden kann
  • Klärung des aktuellen Zulassungsstatus der Filgrastim-Präparate
  • Prüfung, ob unter den weiteren Vorhersagen eine Indikation mit besserer Evidenz existiert

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.