Fluoxetine

Evidenzniveau: L3 Vorhergesagte Indikationen: 8

Inhaltsverzeichnis

  1. Fluoxetine
    1. Pharmazeutischer Bewertungsbericht
    2. Fluoxetine: Schizotype Persönlichkeitsstörung (schizotypal personality disorder)
    3. Zusammenfassung
    4. Schnellübersicht
    5. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    6. Evidenz aus klinischen Studien
    7. Evidenz aus der Literatur
    8. Informationen zum Markt in Deutschland
    9. Sicherheitsaspekte
    10. Fazit und nächste Schritte
    11. Haftungsausschluss

Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Fluoxetine: Schizotype Persönlichkeitsstörung (schizotypal personality disorder)

Zusammenfassung

Fluoxetin ist ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), der als Antidepressivum eingesetzt wird. Das TxGNN-Modell sagt eine mögliche Wirksamkeit bei schizotyper Persönlichkeitsstörung (schizotypal personality disorder) voraus. Die Evidenz ist begrenzt: Für diese Erkrankung liegt keine registrierte klinische Studie vor, aber 10 Publikationen, darunter eine offene, nicht verblindete Studie mit Fluoxetin (Evidenzstufe L3).

Schnellübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation In den lokalen Daten nicht erfasst
Vorhergesagte neue Indikation Schizotype Persönlichkeitsstörung (schizotypal personality disorder)
TxGNN-Vorhersagewert 0.9992
Evidenzstufe L3
Marktstatus in Deutschland Keine zentrale EU-Zulassung (EMA) erfasst – nationale Zulassungen (BfArM) sind in den hier ausgewerteten Daten nicht enthalten
Anzahl der Zulassungen 0 (gültig: 0)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Zum Wirkmechanismus liegen in den zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben vor. Fluoxetin gehört jedoch zur Klasse der SSRI, deren Wirkung über eine Verstärkung der serotonergen Signalübertragung vermittelt wird.

Die Auswertung der Literatur deutet darauf hin, dass eine serotonerge Modulation affektive Instabilität sowie zwanghafte und impulsive Merkmale verringern könnte, die bei Borderline- und schizotypen Persönlichkeitsmerkmalen überlappen. Die Datenlage besteht jedoch aus kleinen, offenen oder retrospektiven Untersuchungen, nicht aus kontrollierten Studien. Ein Fallbericht beschreibt zudem eine vorübergehende Psychose mit psychogener Polydipsie bei einem schizotypen Patienten unter Fluoxetin, was ein Sicherheitssignal in dieser Population darstellt.

Evidenz aus klinischen Studien

Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.

Evidenz aus der Literatur

PMID Jahr Typ Zeitschrift Wichtigste Ergebnisse
1853957 1991 Offene Kohortenstudie Am J Psychiatry 22 Patienten mit Borderline- oder schizotyper Persönlichkeitsstörung, 12 Wochen Fluoxetin: deutliche Abnahme von Selbstverletzung und Symptomscores; kontrollierte Studien wären sinnvoll
9448667 1998 Kohorte/Übersicht J Clin Psychiatry Kein Mittel der Wahl bei Borderline- oder schizotyper Störung; verschiedene Substanzklassen helfen ausgewählten Patienten je nach Symptomprofil
29955451 2016 Review Ment Health Clin Übersicht zur medikamentösen Behandlung von Cluster-A-Persönlichkeitsstörungen
8227492 1993 Review J Clin Psychopharmacol Konzeptioneller Rahmen und Wirksamkeitsdaten zur Pharmakotherapie bei Persönlichkeitsstörungen
12214786 2002 Review Psychol Med Persönlichkeitsstörungen bei depressiven Patienten vor und nach Behandlung mit Fluoxetin
9664779 1998 Fallbericht Psychosomatics Vorübergehende Psychose mit psychogener Polydipsie bei schizotypem Patienten unter Fluoxetin
15209835 2004 Kohorte Aust N Z J Psychiatry Persönlichkeit und Verlauf bei Bipolar-II-Störung im Vergleich zu Major Depression
33634761 2021 Fallbericht CNS Neurol Disord Drug Targets Katatonie unter Asenapin bei Patient mit schizotyper Persönlichkeitsstörung

Informationen zum Markt in Deutschland

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/V/C/000133 Reconcile – –

Sicherheitsaspekte

  • Arzneimittelwechselwirkungen (100 Einträge in den zusammengestellten Daten; Auswahl mit Schweregrad „schwerwiegend"): Bupropion, Lorcaserin, Diethylpropion, Dolasetron, Eliglustat, Palonosetron, Cisaprid. Zahlreiche weitere Wechselwirkungen mittleren Grades (z. B. Acetylsalicylsäure, Morphin, Clarithromycin, Famotidin, Loperamid).
  • Sicherheitssignal aus der Literatur: vorübergehende Psychose mit psychogener Polydipsie bei einem schizotypen Patienten unter Fluoxetin.

Für weitere Sicherheitsinformationen (Warnhinweise, Gegenanzeigen) ist die Packungsbeilage zu beachten.

Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Die Evidenz für die schizotype Persönlichkeitsstörung beschränkt sich auf eine kleine offene Studie ohne Kontrollgruppe (Evidenzstufe L3) sowie Übersichtsarbeiten; es gibt keine registrierten klinischen Studien und keinen RCT. Hinzu kommt ein Sicherheitssignal aus einem Fallbericht.

Für ein Weiterkommen ist Folgendes erforderlich:

  • Kontrollierte, randomisierte Studie mit Fluoxetin bei schizotyper Persönlichkeitsstörung
  • Detaillierte Daten zum Wirkmechanismus
  • Auswertung der Packungsbeilage (Warnhinweise und Gegenanzeigen)
  • Sicherheitsüberwachungsplan, insbesondere zu psychotischen Symptomen und Wechselwirkungen

Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.