Fosaprepitant

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 10

Inhaltsverzeichnis

  1. Fosaprepitant
    1. Pharmazeutischer Bewertungsbericht
    2. Fosaprepitant: Von Erbrechen bei Krebserkrankungen zur Indikation Nephrogenes Syndrom der inadäquaten Antidiurese
    3. Zusammenfassung
    4. Schnellübersicht
    5. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    6. Evidenz aus klinischen Studien
    7. Literaturevidenz
    8. Informationen zum Markt in Deutschland
    9. Sicherheitsaspekte
    10. Fazit und nächste Schritte
    11. Haftungsausschluss

Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Fosaprepitant: Von Erbrechen bei Krebserkrankungen zur Indikation Nephrogenes Syndrom der inadäquaten Antidiurese

Zusammenfassung

Fosaprepitant ist ein Prodrug von Aprepitant (einem NK1-Rezeptor-Antagonisten) und war ursprünglich zur Behandlung von Erbrechen im Zusammenhang mit Krebserkrankungen zugelassen. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass es bei nephrogenem Syndrom der inadäquaten Antidiurese (NSIAD) wirksam sein könnte. Dafür liegen derzeit keine klinischen Studien und keine Publikationen vor; die Vorhersage beruht allein auf dem Modell.


Schnellübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Erbrechen; Krebserkrankung
Vorhergesagte neue Indikation Nephrogenes Syndrom der inadäquaten Antidiurese
TxGNN-Vorhersagewert 0,9992
Evidenzlevel L5
Marktstatus in Deutschland Im Handel (gültige Zulassungen: 1 von 1)
Anzahl der Zulassungen 1 (gültig: 1)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Detaillierte Daten zum Wirkmechanismus liegen derzeit nicht vor. Bekannt ist: Fosaprepitant ist ein Prodrug von Aprepitant, einem NK1-Rezeptor-Antagonisten. Seine Wirksamkeit bei Erbrechen im Zusammenhang mit Krebstherapie ist belegt.

Ein Zusammenhang mit dem Wasserhaushalt über Substanz-P-/NK1-Signalwege im Vasopressin-System ist denkbar, aber spekulativ. Das nephrogene SIAD entsteht durch Gain-of-Function-Mutationen des V2-Rezeptors (AVPR2). Es ist nicht bekannt, dass eine NK1-Blockade diesen Defekt beeinflusst. Der hohe Modellwert ist daher mit Vorsicht zu interpretieren.


Evidenz aus klinischen Studien

Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.


Literaturevidenz

Derzeit liegt keine zugehörige Literatur vor.


Informationen zum Markt in Deutschland

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/000743 Ivemend – Erbrechen; Krebserkrankung (Status: gültig)

Sicherheitsaspekte

  • Kontraindikation laut Wissensgraph (PrimeKG, kein Packungsbeilagentext): Leberversagen
  • Arzneimittelwechselwirkungen: In der Abfrage wurden 100 Wechselwirkungen gefunden. Als schwerwiegend (Major) eingestuft sind:
    • Eliglustat
    • Naloxegol

    Als moderat eingestuft sind u. a.:

    • Kortikosteroide (Dexamethason, Hydrocortison, Betamethason, Budesonid, Triamcinolon)
    • Protonenpumpenhemmer und H2-Blocker (Rabeprazol, Lansoprazol, Cimetidin)
    • Clarithromycin, Miconazol
    • Antidiabetika (Pioglitazon, Saxagliptin, Glimepirid, Nateglinid)
    • Alosetron, Dronabinol, Naldemedine

Weitere Sicherheitsinformationen entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage.


Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Für die vorhergesagte Indikation gibt es weder klinische noch literaturbasierte Evidenz (Evidenzlevel L5), und der postulierte Mechanismus passt nicht zur Ursache der Erkrankung (AVPR2-Mutation). Das Arzneimittel ist in Deutschland im Handel; die eine vorhandene Zulassung ist gültig (1 von 1).

Für ein Fortschreiten sind folgende Schritte erforderlich:

  • Daten zum Wirkmechanismus (MOA) ergänzen
  • Warnhinweise und Kontraindikationen aus der Packungsbeilage ergänzen (derzeit blockierende Datenlücke)
  • Präklinische Untersuchungen zu einer möglichen Verbindung zwischen NK1-/Substanz-P-Signalen und dem Vasopressin-V2-Rezeptor-Signalweg
  • Prüfung des Zulassungsstatus und der Verfügbarkeit in Deutschland

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.