Granisetron
| Evidenzniveau: L5 | Vorhergesagte Indikationen: 10 |
Inhaltsverzeichnis
- Granisetron
- Pharmazeutischer Bewertungsbericht
- Granisetron: Manische bipolare affektive Störung
- Zusammenfassung
- Kurzüberblick
- Warum ist diese Vorhersage plausibel?
- Evidenz aus klinischen Studien
- Evidenz aus der Literatur
- Informationen zum Markt in Deutschland
- Sicherheitsaspekte
- Fazit und nächste Schritte
- Haftungsausschluss
Granisetron: Manische bipolare affektive Störung
Zusammenfassung
Granisetron ist ein selektiver 5-HT3-Rezeptor-Antagonist, der ursprünglich zur Behandlung von Erbrechen im Zusammenhang mit Krebserkrankungen zugelassen wurde. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass er bei manischer bipolarer affektiver Störung wirksam sein könnte. Dafür liegen derzeit keine klinischen Studien und keine Publikationen vor; die Vorhersage beruht allein auf dem Modell.
Kurzüberblick
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | Erbrechen; Krebserkrankung |
| Vorhergesagte neue Indikation | Manische bipolare affektive Störung |
| TxGNN-Vorhersagewert | 0,9962 |
| Evidenzniveau | L5 |
| Marktstatus in Deutschland | Im Handel (gültige Zulassungen: 1 von 1) |
| Anzahl der Zulassungen | 1 (gültig: 1) |
| Empfohlene Entscheidung | Hold |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Detaillierte Daten zum Wirkmechanismus liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten nicht vor. Bekannt ist, dass Granisetron ein selektiver 5-HT3-Rezeptor-Antagonist ist. Seine Wirksamkeit gegen Erbrechen ist etabliert; mechanistisch könnte er auch bei manischer bipolarer Störung eine Rolle spielen.
Bei Manie wird eine Dysregulation des serotonergen und dopaminergen Systems diskutiert. 5-HT3-Antagonisten wie Ondansetron wurden bereits als Zusatztherapie bei psychiatrischen Erkrankungen untersucht. Der Zusammenhang zur ursprünglichen Indikation (Übelkeit/Erbrechen) ist gering; er beschränkt sich auf den gemeinsamen Zielrezeptor.
Der hohe TxGNN-Wert (0,9962) ist eine rein rechnerische Vorhersage. Klinische Belege fehlen, daher bleibt die Verbindung hypothetisch.
Weitere vorhergesagte Indikationen (jeweils L5, jeweils ohne Studien oder Literatur):
| Rang | Indikation | TxGNN-Wert | Plausibilität des Mechanismus |
|---|---|---|---|
| 2 | Tourette-Syndrom | 0,9952 | Plausibel, aber hypothetisch (dopaminerg/serotonerg) |
| 3 | Akute ansteckende Konjunktivitis | 0,9949 | Kein erkennbarer Mechanismus |
| 4 | Angioödem | 0,9936 | Spekulativ |
| 5 | Allergische Urtikaria | 0,9932 | Indirekt, spekulativ |
| 6 | Nephrogenes Syndrom der inadäquaten Antidiurese | 0,9932 | Schwach |
| 7 | Trichotillomanie | 0,9923 | Plausibel, aber indirekt |
| 8 | Bronchitis | 0,9918 | Schwach, indirekt |
| 9 | Kälteurtikaria | 0,9910 | Spekulativ |
| 10 | Konjunktivitis | 0,9909 | Kein etablierter Mechanismus |
Evidenz aus klinischen Studien
Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.
Evidenz aus der Literatur
Derzeit liegt keine zugehörige Literatur vor.
Informationen zum Markt in Deutschland
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation |
|---|---|---|---|
| EMEA/H/C/002296 | Sancuso (Grünenthal GmbH) | – | Erbrechen; Krebserkrankung (Status: gültig) |
Sicherheitsaspekte
- Kontraindikationen aus dem Wissensgraphen (aus Wissensgraph-Beziehungen, nicht aus dem Beipackzettel): Long-QT-Syndrom, familiäres Long-QT-Syndrom, Kaliummangel, plötzlicher Herzstillstand, Erregungsleitungsstörungen des Herzens. Es besteht damit ein Signal für kardiale Risiken (QT-Verlängerung).
- Arzneimittelwechselwirkungen: Abfrage abgeschlossen, 100 Wechselwirkungen erfasst (Auszug von 20 dargestellt). Als schwerwiegend (Major) eingestuft:
- Opioide: Fentanyl, Alfentanil, Tramadol
- Triptane: Almotriptan, Sumatriptan
- Dextromethorphan
- QT-relevante/Antiarrhythmika und Psychopharmaka: Amiodaron, Amisulprid, Amitriptylin, Anagrelid
Als moderat eingestuft u. a.: Abametapir (topisch), Abirateron, Dihydrocodein, Codein, Famotidin, Formoterol, Adenosin, Salbutamol, Alfuzosin, Propofol.
Für weitere Sicherheitsinformationen (Warnhinweise, Gegenanzeigen) siehe die Fachinformation.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Hold
Begründung: Die Vorhersage stützt sich ausschließlich auf das Modell (L5), ohne klinische Studien oder Publikationen. Das kardiale Sicherheitssignal (QT-Verlängerung) sowie zahlreiche schwerwiegende Wechselwirkungen, insbesondere mit Psychopharmaka, erfordern Vorsicht.
Für ein Weiterkommen sind erforderlich:
- Systematische Literaturrecherche und Prüfung von Studienregistern zu Granisetron bei Manie
- Daten zum Wirkmechanismus (MOA)
- Warnhinweise und Gegenanzeigen aus der Fachinformation (BfArM)
- Bewertung des QT-Risikos und der Wechselwirkungen bei Kombination mit Stimmungsstabilisierern und Antipsychotika
- Klärung der Verfügbarkeit und Darreichungsform
- Gegebenenfalls Priorisierung plausiblerer Indikationen (z. B. Tourette-Syndrom, Trichotillomanie) für eine erste Evidenzprüfung
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.