Irbesartan
| Evidenzniveau: L5 | Vorhergesagte Indikationen: 3 |
Inhaltsverzeichnis
- Irbesartan
- Pharmazeutischer Bewertungsbericht
- Irbesartan: Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist (AT1-Blocker) → Maligne hypertensive Nierenerkrankung (malignant hypertensive renal disease)
- Zusammenfassung
- Kurzübersicht
- Warum ist diese Vorhersage plausibel?
- Klinische Evidenz
- Literaturevidenz
- Marktinformationen Deutschland
- Sicherheitsaspekte
- Fazit und nächste Schritte
- Haftungsausschluss
Irbesartan: Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist (AT1-Blocker) → Maligne hypertensive Nierenerkrankung (malignant hypertensive renal disease)
Zusammenfassung
Irbesartan ist ein Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist (AT1-Blocker). Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass der Wirkstoff bei maligner hypertensiver Nierenerkrankung (malignant hypertensive renal disease) wirksam sein könnte. Für diese Vorhersage liegen in den zusammengestellten Daten keine klinischen Studien und keine Publikationen vor; sie beruht allein auf der Modellvorhersage.
Kurzübersicht
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | Hypertension |
| Vorhergesagte neue Indikation | Maligne hypertensive Nierenerkrankung (malignant hypertensive renal disease) |
| TxGNN-Vorhersagewert | 0,9931 |
| Evidenzniveau | L5 |
| Marktstatus in Deutschland | Im Handel (gültige Zulassungen: 10 von 10) |
| Anzahl der Zulassungen | 10 (gültig: 10) |
| Empfohlene Entscheidung | Hold |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Zum Wirkmechanismus liegen in den zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben vor. Irbesartan gehört jedoch zur Klasse der AT1-Rezeptor-Antagonisten. Diese hemmen das Renin-Angiotensin-System und senken dadurch den Blutdruck.
Die Blockade dieses Systems kann plausibel den Druck in den Nierenglomeruli und damit Nierenschäden bei maligner Hypertonie verringern. Die Vorhersage ist daher biologisch nachvollziehbar. Sie stützt sich jedoch ausschließlich auf die Modellvorhersage und auf bekannte Klasseneffekte (blutdrucksenkend, nierenschützend).
Einschränkend ist die maligne Hypertonie überwiegend ein akutes Krankheitsbild, das mit schnell wirksamen Substanzen behandelt wird. Dies begrenzt die praktische Eignung eines oralen AT1-Blockers.
Klinische Evidenz
Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.
Literaturevidenz
Derzeit liegt keine zugehörige Literatur zu dieser Indikation vor.
Marktinformationen Deutschland
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation |
|---|---|---|---|
| EMEA/H/C/001093 | Irbesartan Teva | – | Hypertonie |
| EMEA/H/C/000785 | Irbesartan Zentiva (zuvor Irbesartan Winthrop) | – | Hypertonie |
| EMEA/H/C/000141 | Aprovel | – | Hypertonie |
| EMEA/H/C/000142 | Karvea | – | Hypertonie |
| EMEA/H/C/000962 | Ifirmasta (zuvor Irbesartan Krka) | – | Hypertonie |
Sicherheitsaspekte
- Arzneimittelwechselwirkungen (Auswahl aus 100 erfassten Wechselwirkungen):
- Schwerwiegend (Major): Kaliumcitrat, Kaliumhydrogencarbonat (Risiko einer Hyperkaliämie)
- Moderat: Hydrocortison, Dexamethason, Betamethason, Triamcinolon, Budesonid, Acetylsalicylsäure, Morphin, Bupropion, Aprepitant, Canagliflozin, Dapagliflozin, Empagliflozin, Insulin aspart, Insulin degludec, Dronabinol, Natriumsulfat, Picosulfonsäure, Polyethylenglykol (3350 mit Elektrolyten)
Für Warnhinweise und Gegenanzeigen bitte die Fachinformation heranziehen.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Hold
Begründung: Für die vorhergesagte Indikation liegen weder klinische Studien noch Publikationen vor (Evidenzniveau L5). Zudem begrenzt der akute Charakter der malignen Hypertonie die praktische Eignung eines oralen Wirkstoffs.
Für ein Weiterkommen sind folgende Schritte nötig:
- Klinische oder zumindest belastbare präklinische Daten, die Irbesartan direkt bei maligner hypertensiver Nierenerkrankung untersuchen
- Daten zum Wirkmechanismus (MOA)
- Auswertung der Warnhinweise und Gegenanzeigen aus der Fachinformation (BfArM)
- Klärung der Eignung der oralen Darreichung im akuten Behandlungsumfeld
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.