Mannitol

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 9

Inhaltsverzeichnis

  1. Mannitol
    1. Pharmazeutischer Bewertungsbericht
    2. Mannitol: Osmotisches Diuretikum → Nephrogenes Syndrom der inadäquaten Antidiurese (nephrogenic syndrome of inappropriate antidiuresis)
    3. Zusammenfassung
    4. Schnellübersicht
    5. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    6. Klinische Studien
    7. Literaturevidenz
    8. Marktinformationen Deutschland
    9. Sicherheitshinweise
    10. Fazit und nächste Schritte
    11. Haftungsausschluss

Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Mannitol: Osmotisches Diuretikum → Nephrogenes Syndrom der inadäquaten Antidiurese (nephrogenic syndrome of inappropriate antidiuresis)

Zusammenfassung

Mannitol ist ein osmotisch wirkender Wirkstoff. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass er bei nephrogenem Syndrom der inadäquaten Antidiurese (nephrogenic syndrome of inappropriate antidiuresis) wirksam sein könnte. Für diese Vorhersage liegen keine klinischen Studien und keine Publikation vor, die diese Erkrankung direkt untersucht; die Evidenz beschränkt sich auf eine allgemeine Übersichtsarbeit zur Hyponatriämie.

Schnellübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Cystic Fibrosis
Vorhergesagte neue Indikation Nephrogenes Syndrom der inadäquaten Antidiurese (nephrogenic syndrome of inappropriate antidiuresis)
TxGNN-Vorhersagewert 0,9997
Evidenzstufe L5
Marktstatus in Deutschland Im Handel (gültige Zulassungen: 1 von 1)
Anzahl der Zulassungen 1 (gültig: 1)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Detaillierte Daten zum Wirkmechanismus liegen derzeit nicht vor. Mannitol ist ein osmotisch wirksamer Stoff, der theoretisch die Ausscheidung von freiem Wasser fördern könnte. Dies ist jedoch nur eine theoretische Überlegung.

Das nephrogene Syndrom der inadäquaten Antidiurese wird durch aktivierende Mutationen des Vasopressin-V2-Rezeptors (AVPR2) verursacht. Eine osmotische Diurese ist hierfür keine etablierte Behandlung. Die hohe Bewertung des Modells ist daher als reine Modellvorhersage zu verstehen, ein belastbarer mechanistischer Zusammenhang ist nicht belegt.

Klinische Studien

Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.

Literaturevidenz

PMID Jahr Typ Journal Kernaussagen
26706473 2016 Review European Journal of Internal Medicine Zehn häufige Fallstricke bei der Abklärung von Patienten mit Hyponatriämie; kein Hinweis auf einen Nutzen von Mannitol

Marktinformationen Deutschland

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/001252 Bronchitol – Cystic Fibrosis

Sicherheitshinweise

Zu Warnhinweisen und Gegenanzeigen liegen in den zusammengestellten Daten keine Angaben aus der Fachinformation vor; bitte die Packungsbeilage bzw. Fachinformation heranziehen.

Wechselwirkungen (100 erfasst; Auswahl):

  • Schwerwiegend (Major): Amikacin
  • Moderat: u. a. Lamivudin, Formoterol, Salbutamol, Arformoterol, Amifostin, Benazepril, Captopril, Carbamazepin, Citalopram, Dapagliflozin, Canagliflozin, Bisacodyl, Cisatracurium
  • Gering (Minor): Doxycyclin

Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Für die vorhergesagte Erkrankung gibt es weder klinische Studien noch Publikationen, die sie direkt untersuchen; der hohe Vorhersagewert ist nicht durch einen plausiblen Mechanismus gestützt (die Erkrankung beruht auf einer Rezeptormutation, nicht auf einer Störung, die osmotische Diurese beheben würde).

Für ein Weiterkommen sind erforderlich:

  • Daten zum Wirkmechanismus (MOA)
  • Auswertung der Fachinformation (Warnhinweise, Gegenanzeigen)
  • Präklinische oder mechanistische Belege, die einen Nutzen bei dieser Erkrankung stützen
  • Sicherheitsbewertung, insbesondere zur Volumen- und Elektrolytwirkung

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.