Pegfilgrastim
| Evidenzniveau: L5 | Vorhergesagte Indikationen: 2 |
Inhaltsverzeichnis
- Pegfilgrastim
- Pharmazeutischer Bewertungsbericht
- Pegfilgrastim: Schwere nichtproliferative diabetische Retinopathie (severe nonproliferative diabetic retinopathy)
- Zusammenfassung
- Kurzüberblick
- Warum ist diese Vorhersage plausibel?
- Klinische Evidenz
- Literaturevidenz
- Informationen zum Markt in Deutschland
- Zytotoxizität
- Sicherheitsaspekte
- Fazit und nächste Schritte
- Haftungsausschluss
Pegfilgrastim: Schwere nichtproliferative diabetische Retinopathie (severe nonproliferative diabetic retinopathy)
Zusammenfassung
Pegfilgrastim ist ein lang wirksamer Wachstumsfaktor für Neutrophile (G-CSF-Analogon). Es wird ursprünglich eingesetzt, um Neutropenie und febrile Neutropenie unter Chemotherapie bei Krebspatienten zu behandeln bzw. zu verhindern. Das TxGNN-Modell sagt eine mögliche Wirksamkeit bei schwerer nichtproliferativer diabetischer Retinopathie voraus. Die Vorhersage stützt sich bislang ausschließlich auf das Modell: Es liegen 0 klinische Studien und 0 Publikationen vor.
Kurzüberblick
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | Neutropenia;Febrile Neutropenia;Chemotherapy-Induced Febrile Neutropenia;Cancer; Cancer;Neutropenia;Febrile Neutropenia;Chemotherapy-Induced Febrile Neutropenia; Neutropenia;Cancer |
| Vorhergesagte neue Indikation | Schwere nichtproliferative diabetische Retinopathie (severe nonproliferative diabetic retinopathy) |
| TxGNN-Vorhersagewert | 0.9989 |
| Evidenzstufe | L5 |
| Marktstatus in Deutschland | Im Handel (gültige Zulassungen: 11 von 11) |
| Anzahl der Zulassungen | 11 (gültig: 11) |
| Empfohlene Entscheidung | Hold |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Zum Wirkmechanismus liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben vor. Bekannt ist, dass Pegfilgrastim ein pegyliertes G-CSF-Analogon ist, das die Bildung und Freisetzung neutrophiler Granulozyten aus dem Knochenmark anregt. Seine Wirksamkeit bei Neutropenie unter Chemotherapie ist etabliert.
Ein denkbarer Zusammenhang mit der diabetischen Retinopathie ist rein hypothetisch: G-CSF kann Vorläuferzellen aus dem Knochenmark (z. B. endotheliale Vorläuferzellen) mobilisieren und Immunzellen modulieren. Dies könnte die Gefäßreparatur in der ischämischen Netzhaut unterstützen.
Dieselben Wege könnten jedoch auch Entzündung und pathologische Neovaskularisation fördern und die Erkrankung verschlimmern. Die Wirkrichtung ist daher unklar. Die Verbindung ist spekulativ und durch die vorliegenden Daten nicht belegt. Für die zweite Vorhersage, diabetische Retinopathie allgemein (Score 0,9973), gilt dieselbe Einschätzung.
Klinische Evidenz
Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.
Literaturevidenz
Derzeit liegt keine zugehörige Literatur vor.
Informationen zum Markt in Deutschland
Alle 11 erfassten Zulassungen sind gültig. Für die meisten liegt kein Text zur zugelassenen Indikation vor; die Angaben zur Darreichungsform fehlen durchgängig.
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation |
|---|---|---|---|
| EMEA/H/C/000420 | Neulasta | – | Krebs, Neutropenie, febrile Neutropenie, chemotherapiebedingte febrile Neutropenie |
| EMEA/H/C/006739 | Vivlipeg | – | Neutropenie, febrile Neutropenie, chemotherapiebedingte febrile Neutropenie, Krebs |
| EMEA/H/C/006407 | Dyrupeg | – | Neutropenie, Krebs |
| EMEA/H/C/004780 | Stimufend | – | – |
| EMEA/H/C/004802 | Ziextenzo | – | – |
Zytotoxizität
Pegfilgrastim ist kein zytotoxisches Antineoplastikum, sondern ein unterstützendes Mittel (Wachstumsfaktor) in der Onkologie. Dieser Abschnitt entfällt daher.
Sicherheitsaspekte
Arzneimittelwechselwirkungen: In der Interaktionsabfrage wurden insgesamt 100 Wechselwirkungen gefunden. Die ersten 20 Einträge sind alle als moderat eingestuft (Quelle: DDInter). Beispiele:
- Zytostatika und Antineoplastika: Paclitaxel, Mercaptopurin, Azacitidin, Arsentrioxid, Trimetrexat, Altretamin, Asparaginase
- Zielgerichtete Wirkstoffe und Antikörper: Abemaciclib, Acalabrutinib, Avapritinib, Alemtuzumab, Belantamab mafodotin
- Radiopharmaka und Radioimmuntherapeutika: Iobenguan (I-131), Fludeoxyglucose (18F), Ibritumomab tiuxetan, Tositumomab (± I-131)
- Weitere: Aldesleukin, Levamisol, Pegvaliase
Zu Warnhinweisen und Gegenanzeigen liegen keine verwertbaren Daten vor. Bitte die Fachinformation zu den Sicherheitsangaben heranziehen.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Hold
Begründung: Die Vorhersage beruht allein auf einem hohen Modellwert (Evidenzstufe L5). Es gibt keine Studien oder Publikationen, der Wirkmechanismus ist nicht belegt, und G-CSF könnte bei Retinopathie sogar schaden.
Für ein Weiterkommen sind folgende Schritte nötig:
- Systematische Literaturrecherche und Prüfung präklinischer Daten zu G-CSF bei diabetischer Retinopathie, insbesondere zur Frage von Nutzen versus Schaden (Neovaskularisation, Entzündung)
- Vollständige Wirkmechanismus-Daten (z. B. aus DrugBank)
- Auswertung der Fachinformation (Warnhinweise, Gegenanzeigen), da die Sicherheitsprüfung derzeit nicht abgeschlossen werden kann
- Klärung der Anwendungsroute (z. B. systemisch vs. intravitreal), da die Routenkompatibilität noch offen ist
- Klärung des Zulassungsstatus in Deutschland und der Verfügbarkeit von Präparaten
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.