Pioglitazone
| Evidenzniveau: L5 | Vorhergesagte Indikationen: 9 |
Inhaltsverzeichnis
- Pioglitazone
- Pharmazeutischer Bewertungsbericht
- Pioglitazon: Von Diabetes mellitus Typ 2 zu Opsismodysplasie
- Zusammenfassung in einem Satz
- Schnellübersicht
- Warum ist diese Vorhersage plausibel?
- Evidenz aus klinischen Studien
- Evidenz aus der Literatur
- Marktinformationen Deutschland
- Sicherheitsaspekte
- Fazit und nächste Schritte
- Haftungsausschluss
Pioglitazon: Von Diabetes mellitus Typ 2 zu Opsismodysplasie
Zusammenfassung in einem Satz
Pioglitazon ist ein Insulinsensitizer (PPAR-gamma-Agonist), der ursprünglich zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt wurde. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass er bei Opsismodysplasie wirksam sein könnte. Hierfür liegen jedoch keine klinischen Studien und keine Publikationen vor; die Vorhersage beruht allein auf dem Modell.
Schnellübersicht
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | Diabetes mellitus Typ 2 |
| Vorhergesagte neue Indikation | Opsismodysplasie |
| TxGNN-Vorhersagewert | 0,9959 |
| Evidenzlevel | L5 |
| Marktstatus in Deutschland | Im Handel (gültige Zulassungen: 6 von 6) |
| Anzahl der Zulassungen | 6 (gültig: 6) |
| Empfohlene Entscheidung | Hold |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Zum Wirkmechanismus von Pioglitazon liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben vor. Bekannt ist: Pioglitazon gehört zur Klasse der Thiazolidindione, wirkt als Agonist am PPAR-gamma-Rezeptor und verbessert die Insulinempfindlichkeit. Seine Wirksamkeit bei Diabetes mellitus Typ 2 ist belegt.
Die Opsismodysplasie ist eine seltene Skelettdysplasie, die mit INPPL1 zusammenhängt und den PI3K-/Insulin-Signalweg betrifft. Ein Zusammenhang mit der PPAR-gamma-vermittelten Insulinsensitivierung ist denkbar, aber rein spekulativ und nicht belegt. Der hohe Vorhersagewert ist eine rechnerische Aussage und ersetzt keine klinische Evidenz.
Weitere Kandidaten unter den Vorhersagen (z. B. Stiff-Person-Syndrom, lokalisierte Lipodystrophien, Pankreasagenesie) haben ebenfalls nur Modellevidenz. Bei der Pankreasagenesie spricht die Mechanistik eher dagegen: Pioglitazon benötigt Restfunktion der Betazellen bzw. Insulin, und bei angeborenem Fehlen des Pankreas ist Insulinersatz der Standard.
Evidenz aus klinischen Studien
Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.
Evidenz aus der Literatur
Derzeit ist keine zugehörige Literatur zur Opsismodysplasie vorhanden.
Marktinformationen Deutschland
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation |
|---|---|---|---|
| EMEA/H/C/002277 | Pioglitazone Accord | – | Diabetes mellitus Typ 2 |
| EMEA/H/C/002324 | Pioglitazone Actavis | – | Diabetes mellitus Typ 2 |
| EMEA/H/C/000285 | Actos | – | Diabetes mellitus Typ 2 |
| EMEA/H/C/000680 | Tandemact | – | Diabetes mellitus Typ 2 |
| EMEA/H/C/002178 | Incresync | – | Diabetes mellitus Typ 2 |
Alle sechs Zulassungen sind gültig; eine sechste (Competact, EMEA/H/C/000655) ist hier nicht aufgeführt.
Sicherheitsaspekte
- Kontraindikationen aus dem Wissensgraphen (aus Arzneimittel-Krankheits-Beziehungen, nicht aus Fachinformationstexten): Nierenerkrankung, Lebererkrankung, Gallenblasenerkrankung, kongestive Herzinsuffizienz, Hypophyseninsuffizienz bzw. Hypopituitarismus (einschließlich Wachstumshormonmangel und hypogonadotroper Hypogonadismus), Nebenniereninsuffizienz/Morbus Addison, Thymuserkrankungen sowie Infektionskrankheiten.
- Arzneimittelinteraktionen (100 Einträge insgesamt, Auswahl): Mittelgradig u. a. mit Abirateron, Phenylephrin, Acetazolamid, Formoterol, Pseudoephedrin, Epinephrin, Hydrocortison, Salbutamol, Ethanol, Hydrochlorothiazid, Aloe-Vera-Blatt und Alpelisib. Geringfügig u. a. mit Nifedipin, Ethinylestradiol, Liponsäure und verschiedenen topischen Kortikosteroiden.
Warnhinweise und Kontraindikationen aus der Fachinformation sind nicht verfügbar; bitte die Fachinformation ergänzend heranziehen.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Hold
Begründung: Für die Opsismodysplasie gibt es weder klinische Studien noch Literatur; der Vorhersagewert ist rein rechnerisch (Evidenzlevel L5). Zudem ist das Arzneimittel in Deutschland aktuell im Handel (6 von 6 Zulassungen gültig), und die Sicherheitsdaten aus der Fachinformation fehlen.
Für ein Weiterkommen sind folgende Punkte erforderlich:
- Daten zum Wirkmechanismus (MOA) aus DrugBank
- Fachinformation (Warnhinweise, Kontraindikationen) von der BfArM-Website
- Präklinische Untersuchungen zur Verbindung zwischen PPAR-gamma und dem INPPL1-/PI3K-Signalweg
- Gezielte Literaturrecherche zur Opsismodysplasie sowie Prüfung der Zulassungs- und Verfügbarkeitssituation in Deutschland
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.