Pirfenidone
| Evidenzniveau: L5 | Vorhergesagte Indikationen: 10 |
Inhaltsverzeichnis
- Pirfenidone
- Pharmazeutischer Bewertungsbericht
- Pirfenidone: Extrakutanes Mastozytom (extracutaneous mastocytoma)
- Zusammenfassung
- Kurzübersicht
- Warum ist diese Vorhersage plausibel?
- Klinische Studien
- Literaturevidenz
- Informationen zum deutschen Markt
- Sicherheitsaspekte
- Fazit und nächste Schritte
- Haftungsausschluss
Pirfenidone: Extrakutanes Mastozytom (extracutaneous mastocytoma)
Zusammenfassung
Pirfenidon ist ein Wirkstoff, der ursprünglich zur Behandlung der idiopathischen Lungenfibrose (IPF) zugelassen wurde. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass er bei extrakutanem Mastozytom wirksam sein könnte. Für diese Vorhersage liegen jedoch keine klinischen Studien und keine Publikationen vor; sie beruht ausschließlich auf einer Modellberechnung.
Kurzübersicht
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | Idiopathic Pulmonary Fibrosis;Lung Diseases;Respiratory Tract Diseases; Idiopathic Pulmonary Fibrosis |
| Vorhergesagte neue Indikation | Extrakutanes Mastozytom (extracutaneous mastocytoma) |
| TxGNN-Vorhersagewert | 0.9971 |
| Evidenzniveau | L5 |
| Marktstatus in Deutschland | Im Handel (gültige Zulassungen: 3 von 3) |
| Anzahl der Zulassungen | 3 (gültig: 3) |
| Empfohlene Entscheidung | Hold |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Zum Wirkmechanismus liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben vor. Bekannt ist, dass Pirfenidon antifibrotisch und entzündungshemmend wirkt; beschrieben ist eine Beeinflussung von TGF-β und TNF-α sowie, laut den Literaturangaben, von PDGF, FGF und EGF.
Ein Zusammenhang mit dem Mastozytom, einer Neoplasie der Mastzellen, ist bislang nicht belegt. Die antifibrotische Wirkung auf Fibroblasten hat keine nachgewiesene Relevanz für die Mastzellneoplasie. Die hohe Modellbewertung ist daher als reine Hypothese zu verstehen.
Weitere Vorhersagen des Modells mit ähnlich hohen Werten betreffen unter anderem Dermatofibrosarcoma protuberans (0,9941), aggressive systemische Mastozytose (0,9933), Fibrosarkome und das Familiäre Mittelmeerfieber. Für diese liegen ebenfalls keine klinischen Daten vor. Die einzige Vorhersage mit indirekter Literatur ist das fibroblastische Neoplasma (0,9923, L4). Die Daten dort stammen jedoch überwiegend aus In-vitro-Studien an Fibroblasten der gutartigen Dupuytren-Kontraktur und belegen keine Wirksamkeit bei echten Tumoren.
Klinische Studien
Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.
Literaturevidenz
Zur Vorhersage „extrakutanes Mastozytom“ ist derzeit keine zugehörige Literatur verfügbar.
Informationen zum deutschen Markt
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation |
|---|---|---|---|
| EMEA/H/C/005862 | Pirfenidone Viatris | – | Idiopathische Lungenfibrose; Lungenerkrankungen; Atemwegserkrankungen |
| EMEA/H/C/005873 | Pirfenidone axunio (zuvor Pirfenidone AET) | – | Idiopathische Lungenfibrose |
| EMEA/H/C/002154 | Esbriet | – | Idiopathische Lungenfibrose; Lungenerkrankungen; Atemwegserkrankungen |
Alle drei Zulassungen sind gültig; das Arzneimittel ist in diesem Land im Handel (3 von 3 Zulassungen gültig).
Sicherheitsaspekte
- Arzneimittelwechselwirkungen: Insgesamt wurden 100 Wechselwirkungen erfasst. Die aufgeführten Beispiele sind sämtlich von mittlerem Schweregrad (Moderate), darunter Bupropion, Omeprazol, Cimetidin, Eliglustat, Obeticholsäure, Oxandrolon, Naltrexon, Lansoprazol, Miconazol, Nitisinon, Esomeprazol, Ticlopidin, Disulfiram, Primaquin und Ivacaftor.
- Hinweise aus der Literatur (im Zusammenhang mit dem fibroblastischen Neoplasma): Zwei Fallberichte weisen auf ein mögliches Sicherheits- bzw. Kausalitätssignal hin, nämlich ein undifferenziertes pleomorphes Sarkom nach Pirfenidon-Anwendung sowie eine Verschlechterung multipler eruptiver Dermatofibrome unter Pirfenidon und Mycophenolat-Mofetil. Ein ursächlicher Zusammenhang ist nicht gesichert, Vorsicht ist jedoch geboten.
Für Warnhinweise und Gegenanzeigen siehe die Fachinformation.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Hold
Begründung: Die Vorhersage beruht ausschließlich auf einer Modellberechnung (L5) ohne klinische Studien oder Literatur, und ein plausibler Mechanismus für die Mastzellneoplasie ist nicht erkennbar.
Für ein Weiterkommen sind erforderlich:
- Daten zum Wirkmechanismus (MOA) von Pirfenidon
- Präklinische Belege (z. B. Zelllinien- oder Tiermodelle) für eine Wirkung bei Mastzellneoplasien
- Auswertung der Fachinformation (Warnhinweise und Gegenanzeigen), da die Sicherheitsprüfung sonst nicht fortgesetzt werden kann
- Klärung des Zulassungsstatus in Deutschland und der verfügbaren Darreichungsformen
- Bewertung der Sicherheitssignale (Sarkom- und Dermatofibrom-Fallberichte)
- Vergleich mit bestehenden Standardtherapien (z. B. Imatinib bei DFSP, Colchicin bei Familiärem Mittelmeerfieber)
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.