Ranolazine
| Evidenzniveau: L5 | Vorhergesagte Indikationen: 1 |
Inhaltsverzeichnis
- Ranolazine
- Ranolazin: Von Angina pectoris zum nephrogenen Syndrom der inadäquaten Antidiurese (NSIAD)
Ranolazin: Von Angina pectoris zum nephrogenen Syndrom der inadäquaten Antidiurese (NSIAD)
Zusammenfassung
Ranolazin wurde ursprünglich zur Behandlung der Angina pectoris zugelassen. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass es bei dem nephrogenen Syndrom der inadäquaten Antidiurese (NSIAD) wirksam sein könnte. Für diese Vorhersage liegen derzeit keine klinischen Studien und keine Publikationen vor; sie beruht ausschließlich auf einer Modellberechnung.
Schnellübersicht
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | Angina pectoris |
| Vorhergesagte neue Indikation | Nephrogenes Syndrom der inadäquaten Antidiurese (NSIAD) |
| TxGNN-Vorhersagewert | 99,65 % |
| Evidenzlevel | L5 |
| Marktstatus in Deutschland | Nur erloschene/aufgehobene Zulassung |
| Anzahl der Zulassungen | 1 (davon 0 gültig, 1 aufgehoben) |
| Empfohlene Entscheidung | Hold |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Zum Wirkmechanismus liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben vor. Allgemein wird Ranolazin als Hemmer des späten Natriumstroms (und als partieller Hemmer der Fettsäureoxidation) beschrieben und bei Angina pectoris eingesetzt.
NSIAD wird durch aktivierende Mutationen des Vasopressin-V2-Rezeptors (AVPR2) verursacht. Diese führen zu einer konstitutiven Rezeptoraktivität und zu Wasserretention unabhängig von Vasopressin. Ein belastbarer mechanistischer Zusammenhang zwischen Ranolazin und dieser Erkrankung ist nicht belegt. Denkbar, aber rein spekulativ, wären Effekte auf die renale Natriumhandhabung oder auf die cAMP-/Aquaporin-2-Signalwege. Hierfür liegen keine unterstützenden Daten vor.
Der sehr hohe TxGNN-Wert (0,996) ist lediglich eine rechnerische Vorhersage und ersetzt keine klinische oder mechanistische Evidenz. Zudem ist NSIAD eine extrem seltene Erkrankung, was die Validierung erschwert; die Vorhersage könnte auch auf Netzwerk- bzw. Graph-Artefakten beruhen.
Evidenz aus klinischen Studien
Derzeit sind keine einschlägigen klinischen Studien registriert.
Literaturevidenz
Derzeit liegt keine einschlägige Literatur vor.
Marktinformationen Deutschland
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation |
|---|---|---|---|
| EMEA/H/C/000805 | Ranexa (zuvor Latixa) | – | Angina pectoris |
Hinweis: Diese Zulassung (Inhaber: Menarini International Operations Luxembourg S.A.) ist als aufgehoben geführt.
Sicherheitsaspekte
- Kontraindikationen laut Wissensgraph (TxGNN/PrimeKG, kein Packungsbeilagentext): Long-QT-Syndrom, familiäres Long-QT-Syndrom, Torsades de pointes, Nierenerkrankung, Pyoureter, Leberzirrhose.
- Arzneimittelwechselwirkungen: 100 Wechselwirkungen erfasst (Quelle: DDInter). In der vorliegenden Auswahl von 20 Einträgen:
- Schwerwiegend (Major): Aprepitant, Dexamethason, Clarithromycin, Dolasetron, Eliglustat
- Moderat: u. a. Famotidin, Metformin, Loperamid, Bisacodyl, Budesonid (auch nasal), Canagliflozin, Dapagliflozin, Empagliflozin, Picosulfat, Polyethylenglykol (3350 mit Elektrolyten), Natriumsulfat
- Gering (Minor): Bupropion, Lorcaserin, Cimetidin
Für weitere Sicherheitsinformationen (Warnhinweise, Kontraindikationen laut Fachinformation) ist die Packungsbeilage bzw. Fachinformation heranzuziehen.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Hold
Begründung: Die Vorhersage stützt sich ausschließlich auf das Modell (Evidenzlevel L5), ohne klinische Studien, Literatur oder validierten mechanistischen Zusammenhang. Zudem besteht in Deutschland derzeit keine gültige Zulassung, und die Kontraindikationen im Wissensgraphen (QT-Verlängerung, Nieren- und Lebererkrankungen) erfordern besondere Vorsicht.
Zur Weiterverfolgung sind folgende Schritte nötig:
- Vollständige Daten zum Wirkmechanismus (z. B. aus DrugBank) und Prüfung eines plausiblen Zusammenhangs mit AVPR2-/Aquaporin-2-Signalwegen
- Auswertung der Fachinformation/Packungsbeilage (Warnhinweise und Kontraindikationen) aus der BfArM-Quelle
- Präklinische Untersuchungen oder Literaturrecherche zu Ranolazin bei NSIAD
- Klärung des aktuellen Zulassungs- und Verfügbarkeitsstatus in Deutschland
- Bewertung der Machbarkeit angesichts der extremen Seltenheit der Erkrankung sowie der Sicherheit (QT-Intervall, Nieren- und Leberfunktion, CYP3A-/P-gp-Wechselwirkungen)
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.