Rasagiline
| Evidenzniveau: L5 | Vorhergesagte Indikationen: 6 |
Inhaltsverzeichnis
Rasagilin: Von Parkinson-Krankheit zu PLA2G6-assoziierter Neurodegeneration
Zusammenfassung
Rasagilin ist ein irreversibler MAO-B-Hemmer und wurde ursprünglich zur Behandlung der Parkinson-Krankheit zugelassen. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass der Wirkstoff bei der PLA2G6-assoziierten Neurodegeneration wirksam sein könnte (Score 99,71 %). Für diese Vorhersage liegen jedoch keine klinischen Studien und keine Publikationen vor; sie beruht ausschließlich auf einer Modellberechnung.
Schnellübersicht
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | Parkinson-Krankheit |
| Vorhergesagte neue Indikation | PLA2G6-assoziierte Neurodegeneration |
| TxGNN-Vorhersagewert | 99,71 % |
| Evidenzgrad | L5 |
| Marktstatus in Deutschland | Nur erloschene/zurückgezogene Zulassungen |
| Anzahl der Zulassungen | 3 (alle erloschen) |
| Empfohlene Entscheidung | Hold |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Zum Wirkmechanismus liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben vor. Bekannt ist, dass Rasagilin ein irreversibler MAO-B-Hemmer ist, dessen Wirksamkeit bei der Parkinson-Krankheit belegt ist. Mechanistisch könnte er daher auch bei verwandten neurodegenerativen Erkrankungen relevant sein.
Die PLA2G6-assoziierte Neurodegeneration (einschließlich infantiler neuroaxonaler Dystrophie und PLA2G6-bedingtem Dystonie-Parkinsonismus) geht mit Alpha-Synuklein-Pathologie und dem Verlust dopaminerger Neuronen einher. Dies liegt konzeptionell nahe am Anwendungsgebiet Parkinson. Der hohe TxGNN-Score spiegelt wahrscheinlich diese Nähe im Wissensgraphen wider.
Einschränkend gilt: Frühe Verlaufsformen betreffen eine weit über das dopaminerge System hinausgehende Neurodegeneration. Eine rein symptomatische MAO-B-Hemmung dürfte den Krankheitsverlauf daher kaum verändern. Die Verbindung ist eine rein rechnerische Vorhersage.
Weitere vorhergesagte Indikationen (alle L5, Hold):
| Rang | Indikation | Score | Einschätzung |
|---|---|---|---|
| 2 | Rasmussen-Enzephalitis | 99,56 % | Immunvermittelte Erkrankung, kein plausibler Mechanismus über MAO-B-Hemmung |
| 3 | Myelitis | 99,32 % | Zu heterogen; nur spekulative neuroprotektive Hypothese aus präklinischen Modellen |
| 4 | Juveniler Parkinsonismus (Typ Hunt) | 99,25 % | Biologisch plausibel, aber wahrscheinlich nur eine Umbenennung der Ursprungsindikation; genetisch heterogen, keine pädiatrischen Daten |
| 5 | Transaldolase-Mangel | 99,19 % | Kaum mechanistische Überschneidung; vermutlich Graph-Artefakt |
| 6 | Polymikrogyrie, perisylvisch, mit Kleinhirnhypoplasie und Arthrogryposis | 99,01 % | Kein erkennbarer Mechanismus |
Klinische Evidenz
Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.
Literaturevidenz
Derzeit liegt keine zugehörige Literatur vor.
Informationen zum Markt in Deutschland
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation |
|---|---|---|---|
| EMEA/H/C/000574 | Azilect | – | Parkinson-Krankheit |
| EMEA/H/C/004064 | Rasagiline Viatris (zuvor Rasagiline Mylan) | – | Parkinson-Krankheit |
| EMEA/H/C/003957 | Rasagiline ratiopharm | – | Parkinson-Krankheit |
Alle drei Zulassungen sind erloschen; derzeit ist kein gültiges Einzelpräparat verzeichnet.
Sicherheitsaspekte
- Kontraindikationen laut Wissensgraph (PrimeKG, kein Beipackzettel-Text): Hypertonie, Multisystematrophie, posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom, orthostatische Hypotonie, medikamenteninduzierte Dyskinesie, Epilepsie, bipolare Störung, schwere affektive Störung, Lebererkrankung, Gallenblasenerkrankung, Melanom, Phäochromozytom, Dünndarm- und Zwölffingerdarmkrebs, Herzkrebs, Nebennierenkrebs, sympathisches Paragangliom.
- Arzneimittelwechselwirkungen (100 Einträge, Auswahl):
- Schwerwiegend (Major): Bupropion, Morphin
- Moderat: Epinephrin, Chlorpropamid, Cimetidin, Diethylpropion, Difenoxin, Diphenoxylat, Dronabinol, Obeticholsäure, Phentermin, Glimepirid sowie verschiedene Insuline (Aspart, Degludec, Detemir, Glargin, Glulisin, Humaninsulin)
Hinweise und Gegenanzeigen aus der Fachinformation liegen nicht vor; bitte die Fachinformation heranziehen.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Hold
Begründung: Die Vorhersage beruht ausschließlich auf einem Modell (Evidenzgrad L5) ohne klinische Studien oder Literatur. Zudem gibt es in Deutschland derzeit keine gültige Zulassung, und die Sicherheitsdaten aus der Fachinformation fehlen.
Für ein Weiterkommen sind folgende Schritte nötig:
- Fachinformation (Warnhinweise, Gegenanzeigen) beschaffen und auswerten, da dies die Sicherheitsprüfung derzeit blockiert
- Detaillierte Daten zum Wirkmechanismus ergänzen (z. B. über DrugBank)
- Präklinische und klinische Evidenz zu PLA2G6-assoziierter Neurodegeneration recherchieren
- Klären, ob die Marktverfügbarkeit in Deutschland gegeben ist (alle Zulassungen erloschen)
- Für den juvenilen Parkinsonismus: Abgrenzung zur bestehenden Indikation sowie pädiatrische Sicherheits- und Dosierungsdaten prüfen
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.