Sorafenib

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 6

Inhaltsverzeichnis

  1. Sorafenib
    1. Pharmazeutischer Bewertungsbericht
    2. Sorafenib: Liposarkom (liposarcoma)
    3. Zusammenfassung
    4. Schnellübersicht
    5. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    6. Evidenz aus klinischen Studien
    7. Evidenz aus der Literatur
    8. Informationen zum Markt in Deutschland
    9. Zytotoxizität
    10. Sicherheitsaspekte
    11. Fazit und nächste Schritte
    12. Haftungsausschluss

Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Sorafenib: Liposarkom (liposarcoma)

Zusammenfassung

Sorafenib ist ein Multikinase-Inhibitor, der gegen mehrere Kinasen (u. a. RAF, VEGFR, PDGFR, KIT) wirkt. Das TxGNN-Modell sagt eine mögliche Wirksamkeit bei Liposarkom (liposarcoma) voraus. Für diese Vorhersage liegt eine direkt zum Liposarkom passende Studie nicht vor: Die vorhandene Phase-2-Studie und die Publikationen betreffen Weichteilsarkome allgemein oder präklinische Modelle. Die Evidenzstufe ist daher L5.

Schnellübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Carcinoma, Hepatocellular;Carcinoma, Renal Cell
Vorhergesagte neue Indikation Liposarkom (liposarcoma)
TxGNN-Vorhersagewert 0.9982
Evidenzstufe L5
Marktstatus in Deutschland Im Handel (gültige Zulassungen: 1 von 1)
Anzahl der Zulassungen 1 (gültig: 1)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Zu Sorafenib liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben zum Wirkmechanismus vor. Aus der Literatur ist bekannt, dass Sorafenib mehrere Kinasen hemmt (RAF, VEGFR, PDGFR, KIT), die Angiogenese und Zellproliferation in Weichteilsarkomen antreiben können.

Präklinische Arbeiten an Modellen des dedifferenzierten Liposarkoms deuten auf Signalwege rund um PTEN/PI3K hin, die die Empfindlichkeit beeinflussen könnten. Die klinische Aktivität bei Sarkomen hängt jedoch stark vom histologischen Subtyp ab, und das Liposarkom gilt allgemein als Subtyp mit geringem Ansprechen. Die Vorhersage ist daher als Forschungshypothese zu verstehen, nicht als belegter Nutzen.

Evidenz aus klinischen Studien

Studiennummer Phase Status Teilnehmer Kernaussagen
NCT00217620 Phase 2 Abgeschlossen 51 Einarmige Studie mit Sorafenib bei fortgeschrittenen Weichteilsarkomen verschiedener Histologien; liposarkomspezifische Aussagen allenfalls indirekt

Evidenz aus der Literatur

PMID Jahr Typ Journal Kernaussagen
21751200 2012 Phase-2-Studie Cancer SWOG-S0505: Sorafenib bei fortgeschrittenen Weichteilsarkomen, kein liposarkomspezifischer Nachweis
24554062 2014 Phase-1-Studie Annals of Surgical Oncology Neoadjuvante Strahlentherapie plus Sorafenib bei Weichteilsarkomen der Extremität
18413802 2008 Präklinisch Molecular Cancer Therapeutics Sorafenib hemmt Wachstum und MAPK-Signalweg in Zelllinien maligner peripherer Nervenscheidentumoren
23416162 2013 Präklinisch American Journal of Pathology Xenograft-Modelle des dedifferenzierten Liposarkoms; PTEN-Herunterregulation und Ansprechen auf PI3K-Hemmung
22987955 2012 Übersicht Annals of Oncology Histologiegesteuerte Therapie von Weichteilsarkomen
24712007 2014 Übersicht Magyar Onkologia Medikamentöse Behandlung von Weichteilsarkomen nach histologischem Subtyp

Informationen zum Markt in Deutschland

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/000690 Nexavar (Bayer AG) – Hepatozelluläres Karzinom; Nierenzellkarzinom (Status: gelöscht)

Zytotoxizität

Punkt Inhalt
Klassifikation Zielgerichtete Therapie (Multikinase-Inhibitor)
Myelosuppressionsrisiko Bitte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten
Emetogenität Bitte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten
Überwachungsparameter Bitte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten
Handhabungsschutz Bitte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten

Sicherheitsaspekte

  • Arzneimittelwechselwirkungen: In den zusammengestellten Daten sind 100 Wechselwirkungen erfasst. Als schwerwiegend (Major) eingestuft ist die Wechselwirkung mit Dolasetron. Mäßige (Moderate) Wechselwirkungen bestehen u. a. mit Famotidin, Loperamid, Dexamethason, Bisacodyl, Clarithromycin, Levofloxacin, Palonosetron und Naltrexon. Geringfügige (Minor) Wechselwirkungen bestehen u. a. mit Dapagliflozin, Naloxegol und Metronidazol.

Für weitere Sicherheitsinformationen (Warnhinweise, Gegenanzeigen) bitte die Fachinformation heranziehen.

Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Für Liposarkom gibt es keine Studie, die Sorafenib direkt prüft; die vorhandenen Studien betreffen Weichteilsarkome allgemein oder präklinische Modelle. Der hohe Vorhersagewert allein genügt nicht, zumal das Liposarkom als gering ansprechender Subtyp gilt.

Für ein Weiterkommen sind folgende Schritte nötig:

  • Auswertung liposarkomspezifischer Subgruppendaten aus den bestehenden Weichteilsarkom-Studien
  • Präklinische oder klinische Studien, die Sorafenib direkt bei Liposarkom prüfen
  • Daten zum Wirkmechanismus
  • Auswertung der Fachinformation zu Warnhinweisen und Gegenanzeigen

Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.