Sorafenib
| Evidenzniveau: L5 | Vorhergesagte Indikationen: 6 |
Inhaltsverzeichnis
- Sorafenib
- Pharmazeutischer Bewertungsbericht
- Sorafenib: Liposarkom (liposarcoma)
- Zusammenfassung
- Schnellübersicht
- Warum ist diese Vorhersage plausibel?
- Evidenz aus klinischen Studien
- Evidenz aus der Literatur
- Informationen zum Markt in Deutschland
- Zytotoxizität
- Sicherheitsaspekte
- Fazit und nächste Schritte
- Haftungsausschluss
Sorafenib: Liposarkom (liposarcoma)
Zusammenfassung
Sorafenib ist ein Multikinase-Inhibitor, der gegen mehrere Kinasen (u. a. RAF, VEGFR, PDGFR, KIT) wirkt. Das TxGNN-Modell sagt eine mögliche Wirksamkeit bei Liposarkom (liposarcoma) voraus. Für diese Vorhersage liegt eine direkt zum Liposarkom passende Studie nicht vor: Die vorhandene Phase-2-Studie und die Publikationen betreffen Weichteilsarkome allgemein oder präklinische Modelle. Die Evidenzstufe ist daher L5.
Schnellübersicht
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | Carcinoma, Hepatocellular;Carcinoma, Renal Cell |
| Vorhergesagte neue Indikation | Liposarkom (liposarcoma) |
| TxGNN-Vorhersagewert | 0.9982 |
| Evidenzstufe | L5 |
| Marktstatus in Deutschland | Im Handel (gültige Zulassungen: 1 von 1) |
| Anzahl der Zulassungen | 1 (gültig: 1) |
| Empfohlene Entscheidung | Hold |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Zu Sorafenib liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben zum Wirkmechanismus vor. Aus der Literatur ist bekannt, dass Sorafenib mehrere Kinasen hemmt (RAF, VEGFR, PDGFR, KIT), die Angiogenese und Zellproliferation in Weichteilsarkomen antreiben können.
Präklinische Arbeiten an Modellen des dedifferenzierten Liposarkoms deuten auf Signalwege rund um PTEN/PI3K hin, die die Empfindlichkeit beeinflussen könnten. Die klinische Aktivität bei Sarkomen hängt jedoch stark vom histologischen Subtyp ab, und das Liposarkom gilt allgemein als Subtyp mit geringem Ansprechen. Die Vorhersage ist daher als Forschungshypothese zu verstehen, nicht als belegter Nutzen.
Evidenz aus klinischen Studien
| Studiennummer | Phase | Status | Teilnehmer | Kernaussagen |
|---|---|---|---|---|
| NCT00217620 | Phase 2 | Abgeschlossen | 51 | Einarmige Studie mit Sorafenib bei fortgeschrittenen Weichteilsarkomen verschiedener Histologien; liposarkomspezifische Aussagen allenfalls indirekt |
Evidenz aus der Literatur
| PMID | Jahr | Typ | Journal | Kernaussagen |
|---|---|---|---|---|
| 21751200 | 2012 | Phase-2-Studie | Cancer | SWOG-S0505: Sorafenib bei fortgeschrittenen Weichteilsarkomen, kein liposarkomspezifischer Nachweis |
| 24554062 | 2014 | Phase-1-Studie | Annals of Surgical Oncology | Neoadjuvante Strahlentherapie plus Sorafenib bei Weichteilsarkomen der Extremität |
| 18413802 | 2008 | Präklinisch | Molecular Cancer Therapeutics | Sorafenib hemmt Wachstum und MAPK-Signalweg in Zelllinien maligner peripherer Nervenscheidentumoren |
| 23416162 | 2013 | Präklinisch | American Journal of Pathology | Xenograft-Modelle des dedifferenzierten Liposarkoms; PTEN-Herunterregulation und Ansprechen auf PI3K-Hemmung |
| 22987955 | 2012 | Übersicht | Annals of Oncology | Histologiegesteuerte Therapie von Weichteilsarkomen |
| 24712007 | 2014 | Übersicht | Magyar Onkologia | Medikamentöse Behandlung von Weichteilsarkomen nach histologischem Subtyp |
Informationen zum Markt in Deutschland
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation |
|---|---|---|---|
| EMEA/H/C/000690 | Nexavar (Bayer AG) | – | Hepatozelluläres Karzinom; Nierenzellkarzinom (Status: gelöscht) |
Zytotoxizität
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Klassifikation | Zielgerichtete Therapie (Multikinase-Inhibitor) |
| Myelosuppressionsrisiko | Bitte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten |
| Emetogenität | Bitte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten |
| Überwachungsparameter | Bitte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten |
| Handhabungsschutz | Bitte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen der Fachinformation beachten |
Sicherheitsaspekte
- Arzneimittelwechselwirkungen: In den zusammengestellten Daten sind 100 Wechselwirkungen erfasst. Als schwerwiegend (Major) eingestuft ist die Wechselwirkung mit Dolasetron. Mäßige (Moderate) Wechselwirkungen bestehen u. a. mit Famotidin, Loperamid, Dexamethason, Bisacodyl, Clarithromycin, Levofloxacin, Palonosetron und Naltrexon. Geringfügige (Minor) Wechselwirkungen bestehen u. a. mit Dapagliflozin, Naloxegol und Metronidazol.
Für weitere Sicherheitsinformationen (Warnhinweise, Gegenanzeigen) bitte die Fachinformation heranziehen.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Hold
Begründung: Für Liposarkom gibt es keine Studie, die Sorafenib direkt prüft; die vorhandenen Studien betreffen Weichteilsarkome allgemein oder präklinische Modelle. Der hohe Vorhersagewert allein genügt nicht, zumal das Liposarkom als gering ansprechender Subtyp gilt.
Für ein Weiterkommen sind folgende Schritte nötig:
- Auswertung liposarkomspezifischer Subgruppendaten aus den bestehenden Weichteilsarkom-Studien
- Präklinische oder klinische Studien, die Sorafenib direkt bei Liposarkom prüfen
- Daten zum Wirkmechanismus
- Auswertung der Fachinformation zu Warnhinweisen und Gegenanzeigen
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.