Teriparatide

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 9

Inhaltsverzeichnis

  1. Teriparatide
    1. Pharmazeutischer Bewertungsbericht
    2. Teriparatid: Von Osteoporose zu Duodenalulkus
    3. Zusammenfassung
    4. Kurzüberblick
    5. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    6. Evidenz aus klinischen Studien
    7. Evidenz aus der Literatur
    8. Marktinformationen Deutschland
    9. Sicherheitsaspekte
    10. Fazit und nächste Schritte
    11. Haftungsausschluss

Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Teriparatid: Von Osteoporose zu Duodenalulkus

Zusammenfassung

Teriparatid ist ein Fragment des Parathormons (PTH 1-34) und wird zur Behandlung der Osteoporose eingesetzt. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass es auch bei Duodenalulkus wirksam sein könnte. Für diese Vorhersage liegen derzeit keine klinischen Studien und keine Publikationen vor. Sie beruht ausschließlich auf der Modellberechnung.


Kurzüberblick

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Osteoporose; postmenopausale Osteoporose
Vorhergesagte neue Indikation Duodenalulkus
TxGNN-Vorhersagewert 0,9986
Evidenzlevel L5
Marktstatus in Deutschland Im Handel (gültige Zulassungen: 8 von 8)
Anzahl der Zulassungen 8 (gültig: 8)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Für die vorliegende Auswertung sind keine detaillierten Angaben zum Wirkmechanismus verfügbar. Bekannt ist, dass Teriparatid als Peptid an den PTH-Rezeptor 1 (PTH1R) und den PTH-Rezeptor 2 (PTH2R) bindet. Über den PTH1R fördert es den Knochenaufbau (anabole Wirkung) und senkt dadurch bei Patienten mit hohem Frakturrisiko das Knochenbruchrisiko.

Zwischen Osteoporose und Duodenalulkus besteht kein erkennbarer pathophysiologischer Zusammenhang. Ein Zwölffingerdarmgeschwür entsteht durch Säure- und Schleimhautschädigung, häufig im Zusammenhang mit Helicobacter pylori oder Schmerzmitteln. Ein Bezug zur PTH-Rezeptor-Signalübertragung im Knochen ist nicht etabliert. Die hohe Modellbewertung lässt sich daher aus der Datenlage nicht mechanistisch begründen. Sie sollte als reine Hypothese betrachtet werden.


Evidenz aus klinischen Studien

Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.


Evidenz aus der Literatur

Derzeit ist keine zugehörige Literatur verfügbar.


Marktinformationen Deutschland

Es handelt sich um zentrale EU-Zulassungen (EMEA/H/C). Die ersten fünf sind:

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/000425 Forsteo nicht angegeben Osteoporose; postmenopausale Osteoporose
EMEA/H/C/006688 Zandoriah nicht angegeben Osteoporose; postmenopausale Osteoporose
EMEA/H/C/005827 Sondelbay nicht angegeben Osteoporose
EMEA/H/C/005087 Livogiva nicht angegeben Osteoporose
EMEA/H/C/004368 Movymia nicht angegeben Osteoporose

Sicherheitsaspekte

Die Angaben aus der Fachinformation (Warnhinweise, Gegenanzeigen) lagen für diesen Bericht nicht vor. Bitte die Fachinformation heranziehen.

  • Mögliche Kontraindikationen laut Wissensgraph: Diese Angaben stammen aus einem Wissensgraphen (PrimeKG) und nicht aus dem Text der Fachinformation. Genannt werden:
    • Hyperkalzämie
    • Hyperparathyreoidismus
    • Nephrokalzinose
    • Urolithiasis (Harnsteine)
    • Störungen des Phosphorstoffwechsels
    • Knochenosteosarkom
    • Morbus Paget des Knochens (einschließlich juveniler Form)
    • Osteomalazie
    • Rachitis
    • renale Osteodystrophie
    • Osteitis fibrosa
    • hypotensive Störungen
  • Arzneimittelwechselwirkungen (8 Einträge insgesamt, davon 6 mit Schweregrad):
    • Moderat: Calcitriol (topisch), Calcipotriol (topisch), Digoxin, Digitoxin
    • Gering: Hydrochlorothiazid, Furosemid
    • Zusätzlich sind die Zielstrukturen PTH1-Rezeptor und PTH2-Rezeptor aufgeführt (ohne Schweregrad).

Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Für Duodenalulkus gibt es weder Studien noch Publikationen, und ein plausibler Wirkmechanismus fehlt. Die Sicherheitsangaben aus der Fachinformation aber fehlen.

Für ein Weiterkommen sind folgende Schritte nötig:

  • Prüfen, ob für Duodenalulkus präklinische oder mechanistische Hinweise existieren (z. B. Literaturrecherche zu PTH-Rezeptoren im Magen-Darm-Trakt).
  • Wirkmechanismus-Daten (MOA) ergänzen, z. B. aus DrugBank.
  • Warnhinweise und Gegenanzeigen aus der Fachinformation beschaffen (derzeit eine blockierende Datenlücke).
  • Verfügbarkeit der Produkte klären.

Hinweis zu anderen Vorhersagen: Unter den zehn vorhergesagten Indikationen sind zwei deutlich besser belegt als das Duodenalulkus:

  • Amenorrhoe (Vorhersagewert 0,9904, Evidenzlevel L4, Empfehlung „Research Question“): Der Bezug besteht indirekt über die Knochengesundheit bei funktioneller hypothalamischer Amenorrhoe.

Eine vertiefte Bewertung dieser beiden Indikationen wäre wahrscheinlich aussichtsreicher als die des Duodenalulkus.

Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.