Vismodegib

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 8

Inhaltsverzeichnis

  1. Vismodegib
    1. Pharmazeutischer Bewertungsbericht
    2. Vismodegib: Vom Basalzellkarzinom zum Medulloblastom mit ausgeprägter Nodularität
    3. Zusammenfassung in einem Satz
    4. Schnellübersicht
    5. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    6. Klinische Studien
    7. Literatur
    8. Informationen zum deutschen Markt
    9. Zytotoxizität
    10. Sicherheitsüberlegungen
    11. Fazit und nächste Schritte
    12. Haftungsausschluss

Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Vismodegib: Vom Basalzellkarzinom zum Medulloblastom mit ausgeprägter Nodularität

Zusammenfassung in einem Satz

Vismodegib ist ein oral einzunehmender Hedgehog-Signalweg-Inhibitor, der ursprünglich zur Behandlung des Basalzellkarzinoms zugelassen wurde. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass er auch bei Medulloblastom mit ausgeprägter Nodularität wirksam sein könnte. Für diese konkrete Indikation liegen jedoch keine klinischen Studien und keine Publikationen vor, die Vorhersage beruht allein auf dem Modell.


Schnellübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Basalzellkarzinom
Vorhergesagte neue Indikation Medulloblastom mit ausgeprägter Nodularität
TxGNN-Vorhersagewert 0,9993
Evidenzstufe L5
Marktstatus in Deutschland Im Handel (gültige Zulassungen: 1 von 1)
Anzahl der Zulassungen 1 (gültig: 1)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Vismodegib hemmt das Protein Smoothened (SMO) im Hedgehog-Signalweg und unterdrückt so eine krankhaft überaktive Signalübertragung. Beim Basalzellkarzinom ist genau dieser Signalweg der zentrale Tumortreiber, was die ursprüngliche Zulassung begründet. Detaillierte Mechanismusdaten aus einer Arzneimitteldatenbank lagen für diesen Bericht nicht vor. Die hier genannte Wirkweise beruht auf der mechanistischen Einordnung der Vorhersage.

Das Medulloblastom der SHH-Untergruppe wird ebenfalls durch Hedgehog-Signalwege getrieben, typischerweise durch Veränderungen in PTCH1, SMO oder SUFU. Das Medulloblastom mit ausgeprägter Nodularität ist überwiegend SHH-assoziiert. Damit besteht ein nachvollziehbarer mechanistischer Zusammenhang zwischen beiden Erkrankungen: ein gemeinsamer Treiber-Signalweg, der durch denselben Wirkstoff angegriffen wird.

Dieser Zusammenhang ist bislang jedoch rein theoretisch. Für genau diese Tumorentität liegen in den zusammengestellten Daten weder Studien noch Literatur vor. Der hohe Modellwert allein belegt keine Wirksamkeit.


Klinische Studien

Derzeit sind keine relevanten klinischen Studien für diese Indikation registriert.


Literatur

Derzeit ist keine relevante Literatur für diese Indikation verfügbar.


Informationen zum deutschen Markt

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/002602 Erivedge (Roche Registration GmbH) – Basalzellkarzinom

Diese Zulassung ist gültig. Derzeit ist in Deutschland eine gültige Zulassung für Vismodegib vorhanden (1 von 1).


Zytotoxizität

Punkt Inhalt
Zytotoxizitätsklassifikation Zielgerichtete Therapie (SMO-Inhibitor, Hedgehog-Signalweg)
Myelosuppressionsrisiko Bitte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen in der Packungsbeilage beachten
Emetogenitätsklassifikation Bitte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen in der Packungsbeilage beachten
Überwachungsparameter Bitte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen in der Packungsbeilage beachten
Schutzmaßnahmen im Umgang Bitte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen in der Packungsbeilage beachten

Sicherheitsüberlegungen

Angaben zu Warnhinweisen und Gegenanzeigen aus der Packungsbeilage lagen für diesen Bericht nicht vor. Bitte Sicherheitsinformationen der Packungsbeilage entnehmen. Als klassentypische Toxizitäten der Substanz werden in den zusammengestellten Daten Teratogenität, Muskelkrämpfe, Haarausfall und Geschmacksstörungen genannt.

Arzneimittelwechselwirkungen: Insgesamt wurden 56 Wechselwirkungen identifiziert. Davon sind folgende erwähnenswert:

  • Moderate Wechselwirkung: Clarithromycin
  • Geringfügige Wechselwirkungen (Auswahl): Säureblocker und Antazida, darunter H2-Blocker (Famotidin, Ranitidin, Cimetidin, Nizatidin), Protonenpumpenhemmer (Omeprazol, Esomeprazol, Pantoprazol, Lansoprazol, Rabeprazol, Dexlansoprazol) sowie Aluminium-, Magnesium- und Calciumpräparate, Natriumcitrat und Natriumbicarbonat

Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Für Medulloblastom mit ausgeprägter Nodularität gibt es weder klinische Studien noch Publikationen. Der mechanistische Bezug über den Hedgehog-Signalweg ist plausibel, aber unbestätigt. Hinzu kommt, dass die Sicherheitsangaben aus der Packungsbeilage fehlen. In Deutschland ist das Arzneimittel mit einer gültigen Zulassung (1 von 1) im Handel.

Für ein Weiterverfolgen sind folgende Schritte nötig:

  • Auswertung von Daten zu SHH-Medulloblastom und Hedgehog-Inhibitoren, um die Hypothese durch präklinische oder klinische Evidenz zu stützen
  • Beschaffung und Auswertung der Packungsbeilage (Warnhinweise, Gegenanzeigen), da die Sicherheitsprüfung ohne diese Daten nicht fortgesetzt werden kann
  • Vollständige Mechanismusdaten (MOA) aus einer Arzneimitteldatenbank
  • Klärung des Zulassungs- und Versorgungsstatus in Deutschland
  • Bewertung der Teratogenität und besonderer Risiken in der pädiatrischen Population, da das Medulloblastom häufig Kinder betrifft
  • Ergänzend die weiteren Vorhersagen mit mehr Evidenz prüfen, insbesondere Xeroderma pigmentosum (zwei Fallberichte zu Vismodegib bei Basalzellkarzinomen, Evidenzstufe L4). Der Eintrag „Hautkrebs“ überschneidet sich weitgehend mit der bestehenden Basalzellkarzinom-Indikation und bietet daher wenig Neuigkeit für das Repurposing.

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.