Ziconotide
| Evidenzniveau: L4 | Vorhergesagte Indikationen: 9 |
Inhaltsverzeichnis
- Ziconotide
- Pharmazeutischer Bewertungsbericht
- Ziconotid: Von Schmerz (intrathekale Anwendung) zu Migräne
- Zusammenfassung in einem Satz
- Schnellübersicht
- Warum ist diese Vorhersage plausibel?
- Evidenz aus klinischen Studien
- Evidenz aus der Literatur
- Marktinformationen Deutschland
- Sicherheitsaspekte
- Fazit und nächste Schritte
- Haftungsausschluss
Ziconotid: Von Schmerz (intrathekale Anwendung) zu Migräne
Zusammenfassung in einem Satz
Ziconotid ist ein selektiver N-Typ-Calciumkanal-Blocker, der ursprünglich als Injektion in den Spinalraum (intrathekal) zur Behandlung von Schmerzen zugelassen wurde. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass er bei Migräne (migraine disorder) wirksam sein könnte. Die Evidenz ist bislang dünn: keine klinischen Studien und 1 Fallbericht zur chronischen Migräne (insgesamt 3 relevante Publikationen, wenn man die verwandte Migräne-Suszeptibilitäts-Indikation einbezieht).
Schnellübersicht
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | Injektionen, spinal; Schmerz |
| Vorhergesagte neue Indikation | Migräne (migraine disorder) |
| TxGNN-Vorhersagewert | 0,9992 |
| Evidenzgrad | L4 |
| Marktstatus in Deutschland | Im Handel (gültige Zulassungen: 1 von 1) |
| Anzahl der Zulassungen | 1 (gültig: 1) |
| Empfohlene Entscheidung | Hold |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Ziconotid blockiert selektiv N-Typ-Calciumkanäle (Cav2.2). Dadurch wird die Freisetzung nozizeptiver Neurotransmitter wie Substanz P, CGRP und Glutamat im Hinterhorn des Rückenmarks und in den trigeminalen Bahnen gehemmt. Detaillierte Mechanismusdaten aus der Arzneimitteldatenbank liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten nicht vor; die obige Beschreibung stammt aus der mechanistischen Begründung der Vorhersage.
Die ursprüngliche Indikation (schwere chronische Schmerzen) und Migräne teilen eine gemeinsame Schmerzbiologie: Trigeminovaskuläre Aktivierung und zentrale Sensibilisierung spielen bei der Migräne eine zentrale Rolle, und CGRP ist ein etablierter Migräne-Mediator. Ein Wirkstoff, der die Freisetzung dieser Mediatoren dämpft, ist daher mechanistisch denkbar.
Wichtig: Die Unterstützung beschränkt sich auf einen einzelnen Fallbericht mit intrathekaler Gabe. Kontrollierte Daten fehlen vollständig.
Evidenz aus klinischen Studien
Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.
Evidenz aus der Literatur
| PMID | Jahr | Typ | Journal | Kernaussagen |
|---|---|---|---|---|
| 26392785 | 2015 | Fallbericht | Journal of Pain Research | Rückbildung chronischer Migränekopfschmerzen unter intrathekalem Ziconotid |
| 35505713 | 2022 | Review/fallbasierte Diskussion | Cureus | Intrathekales Ziconotid als mögliche Behandlung bei chronischer, therapierefraktärer Migräne |
| 41628204 | 2026 | Review | Pain Physician | Narrative Übersicht zur Auswahl von Neuromodulationsverfahren bei chronischen Schmerzen (indirekter Bezug) |
Marktinformationen Deutschland
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation |
|---|---|---|---|
| EMEA/H/C/000551 | Prialt | – | Injektionen, spinal; Schmerz (Status: gültig) |
Sicherheitsaspekte
- Kontraindikationen laut Wissensgraph (keine Packungsbeilage): Im TxGNN-Wissensgraphen sind Kontraindikationsbeziehungen zu folgenden Erkrankungen hinterlegt: psychotische Störung, schizophreniforme Störung, psychische Störung, schizoaffektive Störung sowie Blutgerinnungsstörung.
- Arzneimittelwechselwirkungen: Es wurden 48 Wechselwirkungen erfasst, alle in der vorliegenden Auswahl mit Schweregrad „moderat". Zu den wichtigsten zählen Opioide (Morphin, Codein, Hydrocodon, Opium, Diphenoxylat, Difenoxin), Cannabinoide (Dronabinol, Nabilon), Metoclopramid, Sibutramin, Ethanol sowie sedierende Antihistaminika (Promethazin, Chlorphenamin, Cetirizin, Azelastin nasal, Brompheniramin, Carbinoxamin, Clemastin) und Dextromethorphan. Überwiegend ist eine additive zentralnervöse Dämpfung zu erwarten.
- Angaben zu Warnhinweisen und Kontraindikationen aus der Fachinformation liegen nicht vor. Bitte die Fachinformation zu Rate ziehen.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Hold
Begründung: Die Vorhersage stützt sich auf einen hohen Modellwert und einen einzelnen Fallbericht sowie indirekte Übersichtsarbeiten; es gibt keine klinischen Studien. Die intrathekale Gabe ist invasiv, und die Sicherheitsdaten aus der Fachinformation fehlen (Blockade für die Sicherheitsprüfung).
Für das weitere Vorgehen ist Folgendes erforderlich:
- Fachinformation (Warnhinweise, Kontraindikationen) beschaffen und auswerten – derzeit blockierend
- Detaillierte Mechanismusdaten (MOA) aus DrugBank ergänzen
- Systematische Literaturrecherche und ggf. kontrollierte Studien zur Wirksamkeit bei chronischer Migräne planen
- Nutzen-Risiko-Bewertung der invasiven intrathekalen Gabe (neuropsychiatrische Nebenwirkungen, Kontraindikation bei psychischen Störungen) gegenüber bestehenden Migränetherapien
- Klärung der Zulassungs- und Verfügbarkeitssituation
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.