Zonisamide

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 9

Inhaltsverzeichnis

  1. Zonisamide
    1. Pharmazeutischer Bewertungsbericht
    2. Zonisamid: Von Epilepsie zu Tourette-Syndrom
    3. Zusammenfassung
    4. Kurzüberblick
    5. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    6. Evidenz aus klinischen Studien
    7. Evidenz aus der Literatur
    8. Marktinformationen Deutschland
    9. Sicherheitsaspekte
    10. Fazit und nächste Schritte
    11. Hinweis zu weiteren Vorhersagen
    12. Haftungsausschluss

Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Zonisamid: Von Epilepsie zu Tourette-Syndrom

Zusammenfassung

Zonisamid ist ein Antiepileptikum, das ursprünglich zur Behandlung von Epilepsie bzw. partiellen Epilepsien zugelassen wurde. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass es bei Tourette-Syndrom wirksam sein könnte. Für diese Vorhersage liegen jedoch keine klinischen Studien und keine Publikationen vor; sie beruht ausschließlich auf der Modellberechnung.


Kurzüberblick

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Epilepsie
Vorhergesagte neue Indikation Tourette-Syndrom
TxGNN-Vorhersagewert 0,9985
Evidenzniveau L5
Marktstatus in Deutschland Im Handel (gültige Zulassungen: 2 von 2)
Anzahl der Zulassungen 2 (gültig: 2)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Für diesen Wirkstoff liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben zum Wirkmechanismus vor. Nach allgemeinem pharmakologischem Wissen blockiert Zonisamid spannungsabhängige Natrium- und T-Typ-Calciumkanäle und moduliert die dopaminerge und serotonerge Übertragung. Dies könnte einen Bezug zur Pathophysiologie von Tics haben.

Die Verbindung zwischen der ursprünglichen Indikation (Epilepsie) und dem Tourette-Syndrom ist allerdings indirekt: Beide sind neurologische Erkrankungen mit gestörter neuronaler Erregbarkeit. Ein direkter Wirksamkeitsbeleg fehlt.

Zur Vorsicht mahnt zudem, dass eine pragmatische Übersichtsarbeit beschreibt, dass Antiepileptika selbst Tic-Störungen und Zwangsstörungen auslösen können (PMID 36005856). Die Vorhersage sollte daher als Hypothese betrachtet werden.


Evidenz aus klinischen Studien

Derzeit sind keine einschlägigen klinischen Studien für Tourette-Syndrom registriert.


Evidenz aus der Literatur

Derzeit liegt keine einschlägige Literatur zu Zonisamid beim Tourette-Syndrom vor.


Marktinformationen Deutschland

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/004127 Zonisamide Viatris (zuvor Zonisamide Mylan) – Epilepsie
EMEA/H/C/000577 Zonegran – Partielle Epilepsien

Beide Zulassungen (2 von 2) sind gültig; das Arzneimittel ist in Deutschland im Verkehr.


Sicherheitsaspekte

  • Wechselwirkungen: Für Zonisamid wurden 100 Wechselwirkungen erfasst. Als schwerwiegend (Major) eingestuft sind u. a. Methscopolamin, Metformin, Hyoscyamin, Atropin, Scopolamin, Glycopyrronium, Clidinium, Dicyclomin, Trospium, Mepenzolat und Propanthelin (überwiegend Anticholinergika). Als moderat eingestuft sind u. a. Aprepitant, Morphin, Dexamethason, Cimetidin, Clarithromycin, Dronabinol, Nabilon, Metoclopramid und Miconazol.
  • Kontraindikationen laut Wissensgraph (keine Angaben aus dem Beipackzettel): Im Wissensgraphen sind Kontraindikationen u. a. bei folgenden Erkrankungen verzeichnet:
    • psychiatrische Erkrankungen (Angststörung, psychotische Störungen, Schizophrenie-ähnliche Störungen, schizoaffektive Störung, dysthyme Störung)
    • Nieren- und Lebererkrankungen sowie Nephrolithiasis
    • Erkrankungen der Gallenblase
    • metabolische Azidose
    • Agranulozytose und Neutropenie (einschließlich angeborener Formen)
    • Durchfallerkrankungen

    Diese Einträge stammen aus Graphverbindungen und nicht aus dem Fachinformationstext; sie sind klinisch zu verifizieren.

  • Psychiatrische Risiken (Literatur): Es gibt einen Fallbericht über Zonisamid-induzierte Manie (PMID 2109869).

Die Warnhinweise und Kontraindikationen aus der Fachinformation sind nicht verfügbar. Bitte Fachinformation konsultieren.


Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Die Vorhersage für das Tourette-Syndrom beruht allein auf dem Modellwert (Evidenzniveau L5). Es gibt weder Studien noch Publikationen, und die Literatur deutet auf ein mögliches Risiko für Tic-Störungen unter Antiepileptika hin. In Deutschland ist das Arzneimittel mit 2 gültigen Zulassungen von 2 im Verkehr.

Für ein Weiterkommen sind erforderlich:

  • Daten zum Wirkmechanismus (MOA) aus DrugBank
  • Fachinformation (Warnhinweise, Kontraindikationen) aus der BfArM-Quelle für die Sicherheitsprüfung
  • Präklinische Daten oder Fallserien zu Zonisamid bei Tic-Störungen
  • Bewertung des Risikos Tic-/Zwangsstörungen und Manie
  • Klärung des Zulassungsstatus in Deutschland

Hinweis zu weiteren Vorhersagen

Weitere vorhergesagte Indikationen haben ebenfalls nur begrenzte Evidenz. Die Methämoglobinämie-Vorhersagen sind mechanistisch nicht plausibel; die Werte stammen vom TxGNN-Modell (Deep Learning) und können gelernte Ähnlichkeiten zwischen verwandten Erkrankungen widerspiegeln, nicht biologische Evidenz. Bei der manischen bipolaren Störung (L4) ist die Evidenz indirekt und widersprüchlich. Bei Fibromyalgie wurde die einzige registrierte Studie (NCT00259636) ohne Teilnehmer zurückgezogen.

Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.