Asenapine
| Evidenzniveau: L5 | Vorhergesagte Indikationen: 10 |
Inhaltsverzeichnis
Asenapin: Von bipolarer Störung zu retinaler Dystrophie
Zusammenfassung
Asenapin ist ein atypisches Antipsychotikum, das ursprünglich zur Behandlung der bipolaren Störung zugelassen wurde. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass es bei retinaler Dystrophie (mit oder ohne extraokulare Anomalien) wirksam sein könnte. Für diese Vorhersage liegen jedoch keine klinischen Studien und keine Publikationen vor, sie beruht ausschließlich auf einer Modellberechnung.
Kurzüberblick
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | Bipolare Störung |
| Vorhergesagte neue Indikation | Retinale Dystrophie mit oder ohne extraokulare Anomalien |
| TxGNN-Vorhersagewert | 99,77 % |
| Evidenzstufe | L5 |
| Marktstatus in Deutschland | Nur erloschene/aufgehobene Zulassung |
| Anzahl der Zulassungen | 1 (davon 0 gültig) |
| Empfohlene Entscheidung | Hold |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Zum Wirkmechanismus liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben vor. Bekannt ist, dass Asenapin an mehrere Rezeptoren bindet: Serotonin-Rezeptoren (5-HT1A, 1B, 1D, 1E, 2A), den Dopamin-D2-Rezeptor und den Histamin-H1-Rezeptor. Wirksamkeit bei bipolarer Störung (akute manische und gemischte Episoden) ist belegt.
Ein plausibler Zusammenhang zwischen diesem Rezeptorprofil und den (meist genetischen) Ursachen der retinalen Dystrophie lässt sich anhand der vorliegenden Daten nicht herleiten. Der hohe Vorhersagewert ist eine rein rechnerische Aussage. Auch eine inhaltliche Ähnlichkeit zur ursprünglichen Indikation ist nicht belegt.
Hinweis: Unter den weiteren vorhergesagten Indikationen (z. B. Myopie, Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung, Hydranenzephalie) hat nur die „major affective disorder" Literatur, überschneidet sich aber mit der bereits zugelassenen Indikation und ist daher keine echte Neuindikation.
Evidenz aus klinischen Studien
Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.
Evidenz aus der Literatur
Derzeit ist keine zugehörige Literatur verfügbar.
Informationen zum deutschen Markt
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation |
|---|---|---|---|
| EMEA/H/C/001177 | Sycrest (Organon N.V.) | – | Bipolare Störung (Status: erloschen) |
Sicherheitsaspekte
- Wechselwirkungen / Rezeptorbindung: Asenapin bindet an die Rezeptoren 5-HT1A, 5-HT1B, 5-HT1D, 5-HT1E, 5-HT2A, D2 und H1 (pharmakologische Zielstrukturen, keine klassifizierten Arzneimittelwechselwirkungen).
- Kontraindikationen aus dem Wissensgraphen (aus dem TxGNN-Wissensgraphen, nicht aus dem Beipackzettel): u. a. Long-QT-Syndrom, Torsades de pointes, orthostatische Hypotonie, Leberversagen, Epilepsie, Diabetes mellitus, diabetische Ketoazidose, Hyperglykämie, Neutropenie, Agranulozytose, Leukopenie, Adipositas, Schlaganfall und zerebrovaskuläre Erkrankungen, Myokardinfarkt, koronare Herzkrankheit, Myokardischämie, malignes neuroleptisches Syndrom, Kaliummangel sowie multiple Systematrophie.
Für Warnhinweise und Kontraindikationen aus der Fachinformation bitte den Beipackzettel heranziehen.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Hold
Begründung: Für retinale Dystrophie existieren weder klinische Studien noch Publikationen, und ein plausibler Wirkmechanismus ist nicht erkennbar. Zudem ist die Zulassung in Deutschland erloschen, und die Sicherheitsdaten sind unvollständig.
Für ein Weiterkommen sind folgende Schritte nötig:
- Präklinische Daten oder Mechanismusstudien, die einen Zusammenhang zwischen Asenapin und retinaler Dystrophie stützen
- Detaillierte Angaben zum Wirkmechanismus
- Warnhinweise und Kontraindikationen aus der Fachinformation (Voraussetzung für das Sicherheitsscreening)
- Klärung der Verfügbarkeit angesichts der erloschenen Zulassung
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.