Avatrombopag

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 10

Inhaltsverzeichnis

  1. Avatrombopag
  2. Avatrombopag: Von Thrombozytopenie zu Makrothrombozytopenie mit Mitralklappeninsuffizienz
    1. Zusammenfassung
    2. Kurzüberblick
    3. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
      1. Weitere vorhergesagte Indikationen (Rang 2–10)
    4. Klinische Evidenz
    5. Literaturevidenz
    6. Marktinformationen Deutschland
    7. Sicherheitsaspekte
    8. Fazit und nächste Schritte
    9. Haftungsausschluss

## Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Avatrombopag: Von Thrombozytopenie zu Makrothrombozytopenie mit Mitralklappeninsuffizienz

Zusammenfassung

Avatrombopag ist ein Thrombopoetin-Rezeptor-Agonist (TPO-R-Agonist), der ursprünglich zur Behandlung der Thrombozytopenie zugelassen wurde. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass er bei Makrothrombozytopenie mit Mitralklappeninsuffizienz wirksam sein könnte. Dafür liegen derzeit keine klinischen Studien und keine Publikationen vor; die Vorhersage beruht allein auf dem Modell.


Kurzüberblick

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Thrombozytopenie
Vorhergesagte neue Indikation Makrothrombozytopenie mit Mitralklappeninsuffizienz
TxGNN-Vorhersagewert 99,995 %
Evidenzstufe L5
Marktstatus in Deutschland Nur erloschene/widerrufene Zulassung
Anzahl der Zulassungen 1 (davon 0 gültig, 1 erloschen)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Avatrombopag aktiviert den Thrombopoetin-Rezeptor (MPL) und fördert dadurch die Megakaryopoese und die Bildung von Thrombozyten. In Zellversuchen fördert es die Proliferation von Zellen, die den humanen Thrombopoetin-Rezeptor exprimieren (EC50 3,3 nM), mit einer maximalen Wirkung, die der von rekombinantem humanem Thrombopoetin entspricht. Eine ausführliche Beschreibung des Wirkmechanismus liegt in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten nicht vor.

Die ursprüngliche Indikation (Thrombozytopenie) und die vorhergesagte Indikation haben das Kernmerkmal einer niedrigen Thrombozytenzahl gemeinsam. Mechanistisch ist daher denkbar, dass eine TPO-R-Stimulation die Thrombozytenzahl anhebt. Ob dies gelingt, hängt davon ab, ob die Thrombozytenbildung bei dieser Erkrankung auf Zytokine anspricht. Es dürfte sich um eine seltene, angeborene Makrothrombozytopenie handeln, deren zugrunde liegender Defekt nicht näher bestimmt ist.

Die Vorhersage ist damit mechanistisch nachvollziehbar, aber nicht belegt.

Weitere vorhergesagte Indikationen (Rang 2–10)

Rang Vorhergesagte Indikation Score Einschätzung
2 Hereditäre Thrombozytopenie mit normalen Thrombozyten 99,995 % Mechanistisch plausibel, aber unbelegt; Krankheitsbezeichnung in sich widersprüchlich
3 Transiente neonatale Thrombozytopenie 99,995 % Selbstlimitierend; keine neonatalen Sicherheits- oder Dosierungsdaten
4 Dense-Granule-Erkrankung 99,995 % Funktionsdefekt der Thrombozyten; eine höhere Zahl behebt ihn kaum
5 Amyotrophe Lateralsklerose 99,993 % Kein erkennbarer Mechanismus; vermutlich Artefakt des Wissensgraphen
6 Bilaterale parasagittale parieto-okzipitale Polymikrogyrie 99,992 % Strukturelle Hirnfehlbildung; kein plausibler Mechanismus
7 Late-adult-onset-Syndrom des unteren Motoneurons 99,992 % Kein Bezug zur Thrombopoetin-Signalgebung
8 ALS, Suszeptibilität 99,991 % Weitgehend redundant zu Rang 5; nicht als unabhängige Evidenz zu werten
9 Mills-Syndrom 99,991 % Kein Mechanismus; wahrscheinlich Ähnlichkeitseffekt im Modell
10 Monomele Amyotrophie 99,990 % Kein plausibler biologischer Bezug

Für alle zehn Vorhersagen liegen weder klinische Studien noch Literatur vor (Evidenzstufe jeweils L5, Empfehlung jeweils Hold).


Klinische Evidenz

Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.


Literaturevidenz

Derzeit liegt keine zugehörige Literatur vor.


Marktinformationen Deutschland

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/004722 Doptelet (Swedish Orphan Biovitrum AB (publ)) – Thrombozytopenie

Diese Zulassung hat den Status „erloschen/widerrufen“. Eine gültige Zulassung besteht derzeit nicht.


Sicherheitsaspekte

  • Arzneimittelwechselwirkungen: In der Abfrage wurde lediglich der pharmakologische Zielbezug zum Thrombopoetin-Rezeptor (MPL) ausgewiesen. Konkrete Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln wurden nicht identifiziert.
  • Klinische Anwendung (Hintergrund): Avatrombopag ist von FDA und EMA zur Behandlung der Thrombozytopenie bei erwachsenen Patienten mit chronischer Lebererkrankung vor elektiven Eingriffen zugelassen. Die FDA-Zulassung wurde im Juni 2019 auf Erwachsene mit chronischer Immunthrombozytopenie (ITP) erweitert, die auf eine Vorbehandlung nicht ausreichend ansprachen.

Zu Warnhinweisen und Gegenanzeigen bitte die Fachinformation heranziehen.


Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Die Vorhersage stützt sich ausschließlich auf einen hohen Modellwert (Evidenzstufe L5). Es gibt weder klinische Studien noch Publikationen, die Wirkmechanismusdaten fehlen, und die einzige deutsche Zulassung ist erloschen. Die Vorhersagen außerhalb der Thrombozytopenie (ALS, motorische Neuronerkrankungen, Hirnfehlbildung) haben keine erkennbare biologische Grundlage.

Für ein Weiterverfolgen sind erforderlich:

  • Ergänzung der Wirkmechanismusdaten (z. B. über die DrugBank-Abfrage)
  • Beschaffung und Auswertung der Fachinformation (Warnhinweise, Gegenanzeigen) von der BfArM-Website
  • Charakterisierung des zugrunde liegenden Defekts der Makrothrombozytopenie und Prüfung, ob die Thrombozytenbildung auf TPO-R-Agonismus anspricht
  • Systematische Literaturrecherche und Prüfung von Studienregistern zu angeborenen Thrombozytopenien
  • Klärung des Zulassungsstatus in Deutschland (Grund des Erlöschens, mögliche Neuzulassung)

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.



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