Esketamine
| Evidenzniveau: L5 | Vorhergesagte Indikationen: 2 |
Inhaltsverzeichnis
Esketamin: Von Depressiver Störung zu Agoraphobie
Zusammenfassung
Esketamin wurde ursprünglich zur Behandlung der depressiven Störung eingesetzt. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass es bei Agoraphobie wirksam sein könnte. Derzeit liegen dafür keine klinischen Studien und keine Publikationen vor. Die Vorhersage beruht allein auf dem Modell.
Schnellübersicht
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | Depressive Störung |
| Vorhergesagte neue Indikation | Agoraphobie |
| TxGNN-Vorhersagewert | 99,57 % |
| Evidenzgrad | L5 |
| Marktstatus in Deutschland | Nur erloschene/widerrufene Zulassung |
| Anzahl der Zulassungen | 1 (gültig: 0, erloschen: 1) |
| Empfohlene Entscheidung | Hold |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Für die Erstellung dieses Berichts liegen keine detaillierten Daten zum Wirkmechanismus vor. Bekannt ist, dass Esketamin ein NMDA-Rezeptor-Antagonist ist, das glutamaterge Signalwege moduliert und schnell antidepressiv wirkt. Diese Angabe stammt aus allgemeinem Fachwissen und nicht aus den für diesen Bericht zusammengestellten Daten.
Agoraphobie tritt häufig gemeinsam mit Panikstörung und Depression auf. Gemeinsame neuronale Schaltkreise für Angst und Stimmung könnten daher eine Rolle spielen. Dieser Zusammenhang ist plausibel, aber nicht überprüft.
Der hohe Vorhersagewert ist eine rechnerische Vorhersage und kein klinischer Beleg. Ob Esketamin bei Agoraphobie wirkt, ist durch keine Studie oder Publikation gestützt.
Klinische Evidenz
Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.
Literaturevidenz
Derzeit liegt keine zugehörige Literatur vor.
Informationen zum Markt in Deutschland
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation |
|---|---|---|---|
| EMEA/H/C/004535 | Spravato | – | Depressive Störung |
Diese Zulassung (Janssen-Cilag International NV) ist erloschen bzw. widerrufen. Es gibt keine gültige Zulassung.
Sicherheitsaspekte
- Wechselwirkungen: Insgesamt wurden 70 Wechselwirkungen erfasst. Als schwerwiegend (Major) eingestuft sind unter den aufgeführten Beispielen:
- Diethylpropion
- Phentermin
- Fenfluramin
- Mazindol
- Koffein
Als moderat eingestuft sind u. a.:
- Morphin (auch liposomal)
- Opium
- Loperamid
- Diphenoxylat
- Difenoxin
- Dronabinol
- Nabilon
- Metoclopramid
- Scopolamin
- nasale Kortikosteroide (Beclometason, Budesonid, Triamcinolon, Dexamethason)
- nasales Ephedrin
- Kontraindikationen aus dem Wissensgraphen (PrimeKG, keine Angaben aus dem Beipackzettel): Gefäßerkrankungen sowie arteriovenöse Hämangiome/Malformationen.
Weitere Sicherheitsinformationen, insbesondere Warnhinweise und Gegenanzeigen, sind der Fachinformation zu entnehmen.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Hold
Begründung: Die Vorhersage stützt sich ausschließlich auf einen hohen Modellwert (Evidenzgrad L5). Es gibt weder klinische Studien noch Literatur, und in Deutschland besteht keine gültige Zulassung. Zudem sind mehrere schwerwiegende Wechselwirkungen und Kontraindikationen aus dem Wissensgraphen zu beachten.
Für das weitere Vorgehen sind erforderlich:
- Systematische Literaturrecherche und Prüfung von Studienregistern zu Esketamin bei Agoraphobie bzw. Angststörungen
- Daten zum Wirkmechanismus (MOA) zur Prüfung des mechanistischen Zusammenhangs
- Auswertung der Fachinformation (Warnhinweise und Gegenanzeigen) zur Sicherheitsbewertung
- Klärung des Zulassungsstatus in Deutschland und der verfügbaren Darreichungsformen und Applikationswege
- Vor einer Studienplanung: Bewertung des Nutzen-Risiko-Profils (u. a. Dissoziation, Blutdruckanstieg, Missbrauchspotenzial)
Hinweis zur zweiten Vorhersage
Die zweite Vorhersage, gutartiger paroxysmaler Torticollis des Säuglingsalters (Score 99,49 %), ist ebenfalls nur modellbasiert (L5, Hold). Ein plausibler mechanistischer Zusammenhang ist nicht erkennbar. Zudem ist Esketamin bei Säuglingen nicht als sicher oder geeignet etabliert. Die Vorhersage dürfte ein Artefakt der graphbasierten Inferenz sein und sollte nicht weiterverfolgt werden.
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.