Formoterol

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 6

Inhaltsverzeichnis

  1. Formoterol
  2. Formoterol: Von chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und Asthma zu respiratorischer Fehlbildung
    1. Zusammenfassung in einem Satz
    2. Schnellübersicht
    3. Warum ist diese Vorhersage (nicht) plausibel?
    4. Klinische Evidenz
    5. Literaturevidenz
    6. Marktinformationen Deutschland
    7. Sicherheitsaspekte
    8. Fazit und nächste Schritte
    9. Haftungsausschluss

## Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Formoterol: Von chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und Asthma zu respiratorischer Fehlbildung

Zusammenfassung in einem Satz

Formoterol ist ein langwirksamer Beta-2-Agonist, der ursprünglich zur Behandlung von COPD und Asthma zugelassen wurde. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass er bei respiratorischer Fehlbildung wirksam sein könnte. Für diese Vorhersage gibt es keine klinischen Studien und keine einschlägige Literatur, sodass sie derzeit nur auf der Modellberechnung beruht.


Schnellübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD); Asthma
Vorhergesagte neue Indikation Respiratorische Fehlbildung
TxGNN-Vorhersagewert 99,92 %
Evidenzniveau L5
Marktstatus in Deutschland ✗ Nur erloschene/zurückgezogene Zulassungen
Anzahl der Zulassungen 10 (alle erloschen)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage (nicht) plausibel?

Derzeit liegen keine detaillierten Daten zum Wirkmechanismus vor. Bekannt ist, dass Formoterol zur Klasse der langwirksamen Beta-2-Adrenozeptor-Agonisten gehört. Es entspannt die glatte Atemwegsmuskulatur und führt so zur Bronchodilatation. Seine Wirksamkeit bei COPD und Asthma ist gut belegt.

Ein glaubwürdiger mechanistischer Zusammenhang mit respiratorischen Fehlbildungen besteht nicht. Formoterol kann strukturelle, angeborene Fehlbildungen der Atemwege nicht korrigieren. Es wirkt auf die Muskelspannung, nicht auf die Anatomie.

Der sehr hohe Modellwert spiegelt vermutlich die Nähe im Wissensgraphen zu obstruktiven Atemwegserkrankungen wider (COPD, Asthma) und keine echte therapeutische Beziehung. Auch die gefundene Literatur betrifft Asthma/COPD und fachfremde Themen, nicht Fehlbildungen.


Klinische Evidenz

Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.


Literaturevidenz

Die folgenden Publikationen wurden zugeordnet. Keine davon untersucht Formoterol bei respiratorischen Fehlbildungen; sie betreffen überwiegend die bestehenden Indikationen oder fachfremde Themen.

PMID Jahr Typ Journal Kernaussagen
35115339 2022 RCT Eur Respir J Randomisierte Crossover-Studie: bronchodilatatorische, systemische, kardiovaskuläre und unerwünschte Wirkungen von wiederholt angewendetem Salbutamol versus Budesonid/Formoterol bei stabilem Asthma
22541245 2012 RCT J Allergy Clin Immunol Langzeitsicherheit und Asthmakontrolle unter Budesonid/Formoterol-Dosieraerosol bei afroamerikanischen Asthmapatienten
14738234 2004 RCT Eur Respir J Formoterol schützt bei Asthma vor Effekten des Plättchen-aktivierenden Faktors (PAF)
40840693 2026 Systematische Übersicht/Meta-Analyse J Am Pharm Assoc Sicherheit und Wirksamkeit von Budesonid/Glycopyrrolat/Formoterol versus Glycopyrrolat/Formoterol bei COPD
20528601 2010 Review J Asthma Übersicht zur Behandlung von persistierendem Asthma mit Budesonid/Formoterol-Dosieraerosol
24842803 2014 Review Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry Neurotransmitter-basierte Strategien bei kognitiven Störungen beim Down-Syndrom (kein Bezug zu Formoterol)
35034195 2022 Kohortenstudie Eur J Appl Physiol Kompensatorische Reaktionen auf erhöhte mechanische Belastung bei COPD im Schlaf
37691104 2023 Fallserie/Fallbericht J Med Case Rep Erkrankung der kleinen Atemwege nach COVID-19, dreijähriger Verlauf bei einer Patientin
41686546 2026 Fallbericht Medicine Allergische bronchopulmonale Mykose durch Schizophyllum commune nach Lungenkrebsoperation

Marktinformationen Deutschland

Alle 10 Zulassungen sind erloschen. Es besteht derzeit keine gültige Zulassung. Es handelt sich um zentrale europäische Zulassungen (EMA). Die folgende Tabelle zeigt fünf davon.

Zulassungsnummer Produktname Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/003890 BiResp Spiromax COPD; Asthma
EMEA/H/C/002348 DuoResp Spiromax COPD; Asthma
EMEA/H/C/004882 GoResp Digihaler (zuvor Budesonide/Formoterol Teva Pharma B.V.) Asthma; COPD
EMEA/H/C/004257 Trimbow COPD
EMEA/H/C/004983 Trixeo Aerosphere COPD

Sicherheitsaspekte

  • Kontraindikationen aus dem Wissensgraphen (PrimeKG; Wissensgraph-Kanten, kein Zulassungstext): Als Erkrankungen mit Kontraindikationsbezug sind unter anderem Hypertonie, Long-QT-Syndrom (auch familiär), Epilepsie, Lebererkrankungen, Gallenblasenerkrankungen, Masern, Herpes-simplex-Keratitis sowie zahlreiche Hypophysenunterfunktionen (z. B. Hypopituitarismus, Wachstumshormonmangel, Kallmann-Syndrom, Sheehan-Syndrom) hinterlegt.
  • Arzneimittelwechselwirkungen: Insgesamt wurden 463 Wechselwirkungen erfasst. Beispiele mit mittlerem Schweregrad: Acarbose, Alogliptin, Canagliflozin, Dapagliflozin, Empagliflozin, Chlorpropamid, Albiglutid, Dulaglutid (blutzuckersenkende Mittel); Clarithromycin, Cisapride, Dolasetron (QT-relevant); Ephedrin, Isometheption, Diethylpropion (Sympathomimetika); Famotidin. Mit geringem Schweregrad: die Kortikosteroide Beclomethason, Betamethason, Budesonid und Dexamethason.
  • Zu Warnhinweisen und Gegenanzeigen der Fachinformation liegen keine Daten vor. Bitte die Packungsbeilage bzw. Fachinformation heranziehen.

Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Für respiratorische Fehlbildungen gibt es weder klinische Studien noch einschlägige Literatur, und ein plausibler Wirkmechanismus fehlt. Der hohe Modellwert ist durch die Nähe zu COPD und Asthma im Wissensgraphen erklärbar und rechtfertigt keine weitere Entwicklung. Zudem besteht in Deutschland aktuell keine gültige Zulassung.

Für ein Weiterkommen wären nötig:

  • Auswertung der Fachinformation (Warnhinweise, Gegenanzeigen) über die BfArM-Unterlagen
  • Daten zum Wirkmechanismus (z. B. aus DrugBank)
  • Eine biologisch begründete Hypothese, die erklärt, wie ein Beta-2-Agonist eine strukturelle Fehlbildung beeinflussen sollte
  • Ein präzise definierter Krankheitsbegriff statt der unscharfen Kategorie „respiratorische Fehlbildung"

Hinweis zu weiteren Kandidaten: Die weiteren Vorhersagen für Bronchitis, obstruktive Lungenerkrankung und Asthma (jeweils L1, „Proceed with Guardrails") liegen im Bereich der bestehenden Zulassungen und stellen keine echte Neuindikation dar. Für Rienhoff-Syndrom und „asthmabezogene Merkmale/Anfälligkeit" gibt es keine Evidenz (jeweils L5, Hold).

Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.



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