Fostamatinib

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 2

Inhaltsverzeichnis

  1. Fostamatinib
  2. Fostamatinib: Von Thrombozytopenie zu autosomaler Thrombozytopenie mit normalen Thrombozyten
    1. Zusammenfassung
    2. Schnellübersicht
    3. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    4. Klinische Evidenz
    5. Literaturevidenz
    6. Informationen zum deutschen Markt
    7. Sicherheitsaspekte
    8. Fazit und nächste Schritte
    9. Haftungsausschluss

## Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Fostamatinib: Von Thrombozytopenie zu autosomaler Thrombozytopenie mit normalen Thrombozyten

Zusammenfassung

Fostamatinib wurde ursprünglich zur Behandlung der Thrombozytopenie zugelassen. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass es bei autosomaler Thrombozytopenie mit normalen Thrombozyten wirksam sein könnte. Für diese Vorhersage liegen jedoch keine klinischen Studien und keine Publikationen vor; sie beruht ausschließlich auf einer Modellberechnung.


Schnellübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Thrombozytopenie
Vorhergesagte neue Indikation Autosomale Thrombozytopenie mit normalen Thrombozyten
TxGNN-Vorhersagewert 99,45 %
Evidenzstufe L5
Marktstatus in Deutschland Nur erloschene Zulassungen
Anzahl der Zulassungen 1 (davon 0 gültig, 1 erloschen)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Fostamatinib ist ein Inhibitor der Spleen-Tyrosinkinase (SYK); sein aktiver Metabolit ist R406. Substanzen dieser Art werden bei immunvermittelter Thrombozytopenie eingesetzt, indem sie den Abbau von Thrombozyten durch Immunzellen hemmen. Detaillierte Daten zum Wirkmechanismus liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten nicht vor.

Die hohe Modellbewertung spiegelt vermutlich vor allem die Nähe der beiden Thrombozytopenie-Erkrankungen im Wissensgraphen wider. Die autosomale Thrombozytopenie mit normalen Thrombozyten scheint eine seltene, erblich bedingte Erkrankung zu sein. Ein Mechanismus, der auf der Hemmung eines immunvermittelten Thrombozytenabbaus beruht, ist hier daher möglicherweise nicht anwendbar. Belege für eine mechanistische Verbindung liegen nicht vor, es handelt sich um eine rein rechnerische Vorhersage.

Als zweite Vorhersage nennt das Modell die nicht-syndromale ösophageale Fehlbildung (Score 99,05 %). Zwischen einer SYK-Hemmung und einer angeborenen strukturellen Entwicklungsstörung der Speiseröhre lässt sich kein plausibler Zusammenhang herleiten. Es handelt sich wahrscheinlich um ein Artefakt des Graphen, das ohne unabhängige biologische Validierung nicht als therapeutisches Signal gewertet werden sollte. Auch hier gilt: Evidenzstufe L5, Empfehlung Hold.


Klinische Evidenz

Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.


Literaturevidenz

Derzeit liegt keine zugehörige Literatur vor.


Informationen zum deutschen Markt

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/005012 Tavlesse – Thrombozytopenie

Diese Zulassung ist erloschen (Hersteller: Instituto Grifols S.A.).


Sicherheitsaspekte

Arzneimittelwechselwirkungen: Im Rahmen der Abfrage wurden 100 Wechselwirkungen identifiziert. Die wichtigsten:

  • Schwerwiegend (Major): Clarithromycin
  • Moderat: Rabeprazol, Omeprazol, Dexlansoprazol, Cimetidin, Hydrocortison, Dexamethason, Betamethason, Budesonid, Triamcinolon, Alosetron, Alvimopan, Aprepitant, Dolasetron, Dronabinol, Eliglustat, Empagliflozin, Loperamid, Pioglitazon, Morphin

Weitere Hinweise zur Sicherheit entnehmen Sie bitte der Fachinformation.


Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Der TxGNN-Wert ist sehr hoch, es gibt jedoch weder klinische Studien noch Publikationen, und ein plausibler Wirkmechanismus für die vorhergesagte Indikation ist nicht erkennbar. Zudem besteht in Deutschland derzeit keine gültige Zulassung. Die Evidenz beschränkt sich auf eine reine Modellvorhersage (L5).

Für ein Weiterkommen sind folgende Schritte nötig:

  • Daten zum Wirkmechanismus (MOA) ergänzen, z. B. über DrugBank
  • Warnhinweise und Gegenanzeigen aus der Fachinformation des BfArM einholen (derzeit blockierend für die Sicherheitsprüfung)
  • Prüfen, ob die Pathophysiologie der autosomalen Thrombozytopenie mit normalen Thrombozyten überhaupt mit einer SYK-Hemmung vereinbar ist
  • Präklinische oder mechanistische Studien sowie Literaturrecherche zur vorhergesagten Indikation
  • Klärung des Zulassungs- und Verfügbarkeitsstatus in Deutschland

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.



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