Itraconazole

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 1

Inhaltsverzeichnis

  1. Itraconazole
    1. Pharmazeutischer Bewertungsbericht
    2. Itraconazol: Azol-Antimykotikum (Hemmung der Ergosterol-Synthese) → Pneumocystose (pneumocystosis)
    3. Zusammenfassung
    4. Schnellüberblick
    5. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    6. Evidenz aus klinischen Studien
    7. Evidenz aus der Literatur
    8. Informationen zum deutschen Markt
    9. Sicherheitsaspekte
    10. Fazit und nächste Schritte
    11. Haftungsausschluss

Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Itraconazol: Azol-Antimykotikum (Hemmung der Ergosterol-Synthese) → Pneumocystose (pneumocystosis)

Zusammenfassung

Itraconazol ist ein Azol-Antimykotikum, das die fungale Lanosterol-14-alpha-Demethylase (CYP51) hemmt und damit die Ergosterol-Synthese blockiert. Das TxGNN-Modell sagt eine mögliche Wirksamkeit bei Pneumocystose (pneumocystosis) voraus. Dafür liegen keine registrierten klinischen Studien und 20 Publikationen vor, die das Thema überwiegend nur indirekt berühren.

Schnellüberblick

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation In den lokalen Daten nicht erfasst
Vorhergesagte neue Indikation Pneumocystose (pneumocystosis)
TxGNN-Vorhersagewert 0,9934
Evidenzstufe L5
Marktstatus in Deutschland Keine zentrale EU-Zulassung (EMA) erfasst – nationale Zulassungen (BfArM) sind in den hier ausgewerteten Daten nicht enthalten
Anzahl der Zulassungen 0 (gültig: 0)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Itraconazol hemmt die fungale Lanosterol-14-alpha-Demethylase (CYP51) und blockiert so die Ergosterol-Synthese. Detaillierte Angaben zum Wirkmechanismus liegen in den zusammengestellten Daten nicht vor.

Die mechanistische Begründung ist jedoch schwach: Pneumocystis jirovecii enthält in der Zellmembran nur wenig Ergosterol und nutzt vorwiegend Cholesterol als Hauptsterol. Der hohe TxGNN-Wert (0,9934) spiegelt vermutlich eher die Nähe zu anderen antimykotischen Indikationen im Modell wider als eine bestätigte Zielstruktur-Beziehung.

In der Literatur wird Itraconazol vor allem im Kontext der antimikrobiellen Prophylaxe bei immunsupprimierten Patienten (HIV, Transplantation, Neutropenie) erwähnt. Die Pneumocystis-Prophylaxe erfolgt dort üblicherweise mit anderen Substanzen wie Trimethoprim-Sulfamethoxazol.

Evidenz aus klinischen Studien

Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.

Evidenz aus der Literatur

Keine der gelisteten Publikationen untersucht Itraconazol direkt bei Pneumocystose. Die relevantesten Arbeiten sind:

PMID Jahr Typ Zeitschrift Kernaussage
11737382 2001 Randomisierte, placebokontrollierte Phase-III-Studie HIV Medicine Itraconazol-Prophylaxe gegen tiefe Pilzinfektionen bei HIV-Patienten; Pneumocystose war nicht der Studienfokus
21973267 2011 Review Clinical Pharmacokinetics Penetration von Antimykotika in die pulmonale Epithelflüssigkeit
21418688 2010 Review BMJ Clinical Evidence Primäre und sekundäre Prophylaxe opportunistischer Infektionen bei HIV
15250025 2004 Review Clinical Infectious Diseases Antimikrobielle Prophylaxe bei febriler Neutropenie; Pneumocystis-Prophylaxe mit Trimethoprim-Sulfamethoxazol
8397916 1993 Review Current Clinical Topics in Infectious Diseases Prophylaxe und Behandlung von Infektionen nach Knochenmarktransplantation
8016481 1993 Review Seminars in Respiratory Infections Infektionen nach Lungentransplantation
2121456 1990 Review Drugs Therapie und Prophylaxe systemischer Protozoeninfektionen, darunter Pneumocystis carinii
26036497 2015 Kohortenstudie Transplantation Proceedings Invasive Pilzinfektionen nach Nierentransplantation

Informationen zum deutschen Markt

| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation | |---------|------|------|-----------|

Sicherheitsaspekte

  • Arzneimittelwechselwirkungen (100 Einträge in den Daten; Auswahl der Einträge mit Schweregrad „schwerwiegend“): Loperamid, Triamcinolon, Budesonid. Weitere Wechselwirkungen mit mittlerem Schweregrad bestehen u. a. mit Famotidin, Ranitidin, Rabeprazol, Omeprazol, Cimetidin, Hydrocortison, Dexamethason, Betamethason, Alosetron und Aprepitant.

Weitere Sicherheitsinformationen entnehmen Sie bitte der Fachinformation.

Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Für Pneumocystose liegt weder eine registrierte klinische Studie noch eine Publikation vor, die Itraconazol direkt bei dieser Erkrankung untersucht. Der hohe Modellwert stützt sich auf keine belegte Zielstruktur, und die biologische Plausibilität ist wegen des geringen Ergosterol-Gehalts von Pneumocystis eingeschränkt.

Für ein Weiterkommen sind erforderlich:

  • Präklinische oder In-vitro-Daten zur Aktivität von Itraconazol gegen Pneumocystis jirovecii
  • Detaillierte Daten zum Wirkmechanismus (MOA)
  • Auswertung der Fachinformation (Warnhinweise und Gegenanzeigen) für die Sicherheitsprüfung
  • Vergleich mit den etablierten Standardtherapien und -prophylaxen (z. B. Trimethoprim-Sulfamethoxazol)

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.