Itraconazole
| Evidenzniveau: L5 | Vorhergesagte Indikationen: 1 |
Inhaltsverzeichnis
- Itraconazole
- Pharmazeutischer Bewertungsbericht
- Itraconazol: Azol-Antimykotikum (Hemmung der Ergosterol-Synthese) → Pneumocystose (pneumocystosis)
- Zusammenfassung
- Schnellüberblick
- Warum ist diese Vorhersage plausibel?
- Evidenz aus klinischen Studien
- Evidenz aus der Literatur
- Informationen zum deutschen Markt
- Sicherheitsaspekte
- Fazit und nächste Schritte
- Haftungsausschluss
Itraconazol: Azol-Antimykotikum (Hemmung der Ergosterol-Synthese) → Pneumocystose (pneumocystosis)
Zusammenfassung
Itraconazol ist ein Azol-Antimykotikum, das die fungale Lanosterol-14-alpha-Demethylase (CYP51) hemmt und damit die Ergosterol-Synthese blockiert. Das TxGNN-Modell sagt eine mögliche Wirksamkeit bei Pneumocystose (pneumocystosis) voraus. Dafür liegen keine registrierten klinischen Studien und 20 Publikationen vor, die das Thema überwiegend nur indirekt berühren.
Schnellüberblick
| Punkt | Inhalt |
|---|---|
| Ursprüngliche Indikation | In den lokalen Daten nicht erfasst |
| Vorhergesagte neue Indikation | Pneumocystose (pneumocystosis) |
| TxGNN-Vorhersagewert | 0,9934 |
| Evidenzstufe | L5 |
| Marktstatus in Deutschland | Keine zentrale EU-Zulassung (EMA) erfasst – nationale Zulassungen (BfArM) sind in den hier ausgewerteten Daten nicht enthalten |
| Anzahl der Zulassungen | 0 (gültig: 0) |
| Empfohlene Entscheidung | Hold |
Warum ist diese Vorhersage plausibel?
Itraconazol hemmt die fungale Lanosterol-14-alpha-Demethylase (CYP51) und blockiert so die Ergosterol-Synthese. Detaillierte Angaben zum Wirkmechanismus liegen in den zusammengestellten Daten nicht vor.
Die mechanistische Begründung ist jedoch schwach: Pneumocystis jirovecii enthält in der Zellmembran nur wenig Ergosterol und nutzt vorwiegend Cholesterol als Hauptsterol. Der hohe TxGNN-Wert (0,9934) spiegelt vermutlich eher die Nähe zu anderen antimykotischen Indikationen im Modell wider als eine bestätigte Zielstruktur-Beziehung.
In der Literatur wird Itraconazol vor allem im Kontext der antimikrobiellen Prophylaxe bei immunsupprimierten Patienten (HIV, Transplantation, Neutropenie) erwähnt. Die Pneumocystis-Prophylaxe erfolgt dort üblicherweise mit anderen Substanzen wie Trimethoprim-Sulfamethoxazol.
Evidenz aus klinischen Studien
Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.
Evidenz aus der Literatur
Keine der gelisteten Publikationen untersucht Itraconazol direkt bei Pneumocystose. Die relevantesten Arbeiten sind:
| PMID | Jahr | Typ | Zeitschrift | Kernaussage |
|---|---|---|---|---|
| 11737382 | 2001 | Randomisierte, placebokontrollierte Phase-III-Studie | HIV Medicine | Itraconazol-Prophylaxe gegen tiefe Pilzinfektionen bei HIV-Patienten; Pneumocystose war nicht der Studienfokus |
| 21973267 | 2011 | Review | Clinical Pharmacokinetics | Penetration von Antimykotika in die pulmonale Epithelflüssigkeit |
| 21418688 | 2010 | Review | BMJ Clinical Evidence | Primäre und sekundäre Prophylaxe opportunistischer Infektionen bei HIV |
| 15250025 | 2004 | Review | Clinical Infectious Diseases | Antimikrobielle Prophylaxe bei febriler Neutropenie; Pneumocystis-Prophylaxe mit Trimethoprim-Sulfamethoxazol |
| 8397916 | 1993 | Review | Current Clinical Topics in Infectious Diseases | Prophylaxe und Behandlung von Infektionen nach Knochenmarktransplantation |
| 8016481 | 1993 | Review | Seminars in Respiratory Infections | Infektionen nach Lungentransplantation |
| 2121456 | 1990 | Review | Drugs | Therapie und Prophylaxe systemischer Protozoeninfektionen, darunter Pneumocystis carinii |
| 26036497 | 2015 | Kohortenstudie | Transplantation Proceedings | Invasive Pilzinfektionen nach Nierentransplantation |
Informationen zum deutschen Markt
| Zulassungsnummer | Produktname | Darreichungsform | Zugelassene Indikation | |---------|------|------|-----------|
Sicherheitsaspekte
- Arzneimittelwechselwirkungen (100 Einträge in den Daten; Auswahl der Einträge mit Schweregrad „schwerwiegend“): Loperamid, Triamcinolon, Budesonid. Weitere Wechselwirkungen mit mittlerem Schweregrad bestehen u. a. mit Famotidin, Ranitidin, Rabeprazol, Omeprazol, Cimetidin, Hydrocortison, Dexamethason, Betamethason, Alosetron und Aprepitant.
Weitere Sicherheitsinformationen entnehmen Sie bitte der Fachinformation.
Fazit und nächste Schritte
Entscheidung: Hold
Begründung: Für Pneumocystose liegt weder eine registrierte klinische Studie noch eine Publikation vor, die Itraconazol direkt bei dieser Erkrankung untersucht. Der hohe Modellwert stützt sich auf keine belegte Zielstruktur, und die biologische Plausibilität ist wegen des geringen Ergosterol-Gehalts von Pneumocystis eingeschränkt.
Für ein Weiterkommen sind erforderlich:
- Präklinische oder In-vitro-Daten zur Aktivität von Itraconazol gegen Pneumocystis jirovecii
- Detaillierte Daten zum Wirkmechanismus (MOA)
- Auswertung der Fachinformation (Warnhinweise und Gegenanzeigen) für die Sicherheitsprüfung
- Vergleich mit den etablierten Standardtherapien und -prophylaxen (z. B. Trimethoprim-Sulfamethoxazol)
Haftungsausschluss
Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.