Memantine

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 4

Inhaltsverzeichnis

  1. Memantine
    1. Pharmazeutischer Bewertungsbericht
    2. Memantin: NMDA-Rezeptor-Antagonist → Pulmonale Hypertonie (pulmonary hypertension)
    3. Zusammenfassung
    4. Kurzüberblick
    5. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    6. Evidenz aus klinischen Studien
    7. Evidenz aus der Literatur
    8. Informationen zum Markt in Deutschland
    9. Sicherheitsaspekte
    10. Fazit und nächste Schritte
    11. Haftungsausschluss

Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Memantin: NMDA-Rezeptor-Antagonist → Pulmonale Hypertonie (pulmonary hypertension)

Zusammenfassung

Memantin ist ein NMDA-Rezeptor-Antagonist. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass der Wirkstoff bei pulmonaler Hypertonie (pulmonary hypertension) wirksam sein könnte. Für diese Vorhersage liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten keine klinischen Studien und zwei Publikationen vor, die den Zusammenhang jedoch nicht direkt belegen.

Kurzüberblick

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Alzheimer Disease
Vorhergesagte neue Indikation Pulmonale Hypertonie (pulmonary hypertension)
TxGNN-Vorhersagewert 0,9954
Evidenzstufe L5
Marktstatus in Deutschland Im Handel (gültige Zulassungen: 8 von 8)
Anzahl der Zulassungen 8 (gültig: 8)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Detaillierte Daten zum Wirkmechanismus liegen derzeit nicht vor. Bekannt ist, dass Memantin ein Antagonist am NMDA-Rezeptor ist. Eine Arbeit (PMID 33500723) beschreibt, dass die Glutamat/NMDA-Rezeptor-Achse mit akuter Lungenschädigung, pulmonal-arterieller Hypertonie und Diabetes in Verbindung gebracht wird. Das ist ein entfernter mechanistischer Hinweis, jedoch kein Wirksamkeitsnachweis.

Die zweite Publikation (PMID 41739394) betrifft MN-08, ein Nitratderivat von Memantin, das für die pulmonal-arterielle Hypertonie entwickelt wird. Es handelt sich um eine Phase-1-Studie an gesunden Freiwilligen zu Pharmakokinetik und Verträglichkeit. Sie zeigt keine Wirksamkeit von Memantin selbst bei dieser Erkrankung.

Insgesamt ist die Vorhersage durch die vorliegenden Daten nicht gestützt; der hohe Modellwert bleibt eine rein rechnerische Aussage.

Evidenz aus klinischen Studien

Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.

Evidenz aus der Literatur

PMID Jahr Typ Journal Kernaussagen
33500723 2021 Präklinisch/mechanistisch Theranostics Aktivierung des NMDA-Rezeptors beeinflusst Insulinsensitivität und Lipidstoffwechsel; pulmonale Hypertonie wird nur als Kontext erwähnt
41739394 2026 Phase 1 (PK/Sicherheit) Clinical Drug Investigation Pharmakokinetik und Verträglichkeit von MN-08 (Nitratderivat von Memantin) bei gesunden chinesischen Freiwilligen

Informationen zum Markt in Deutschland

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/002766 Memantine Accord – Alzheimer-Krankheit
EMEA/H/C/002658 Marixino (previously Maruxa) – Alzheimer-Krankheit
EMEA/H/C/002711 Memantine Merz – Alzheimer-Krankheit
EMEA/H/C/002680 Nemdatine – Alzheimer-Krankheit
EMEA/H/C/000378 Axura – Alzheimer-Krankheit

Sicherheitsaspekte

Arzneimittelwechselwirkungen: In den Daten sind 100 Wechselwirkungen verzeichnet. Als moderat eingestuft sind unter anderem Anticholinergika bzw. Spasmolytika wie Hyoscyamin, Atropin, Glycopyrronium, Clidinium, Dicyclomin, Methscopolamin, Propanthelin, Scopolamin, Trospium und Mepenzolat. Als geringfügig eingestuft sind unter anderem Ranitidin, Metformin, Cimetidin und Kaliumcitrat.

Weitere Sicherheitsinformationen entnehmen Sie bitte der Fachinformation.

Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Für pulmonale Hypertonie liegen weder klinische Studien noch Publikationen vor, die Memantin direkt bei dieser Erkrankung untersuchen. Der hohe Vorhersagewert allein genügt nicht; die Evidenz entspricht L5.

Für ein Weiterverfolgen sind folgende Schritte nötig:

  • Präklinische Daten zu Memantin in Modellen der pulmonalen Hypertonie
  • Ergänzende Daten zum Wirkmechanismus
  • Auswertung der Fachinformation (Warnhinweise, Gegenanzeigen), insbesondere bei Leber- und Nierenfunktionsstörungen
  • Klärung, ob die Entwicklung des Derivats MN-08 für Memantin selbst relevante Erkenntnisse liefert

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.