Norethisterone

Evidenzniveau: L4 Vorhergesagte Indikationen: 1

Inhaltsverzeichnis

  1. Norethisterone
  2. Norethisteron: Von Leiomyom zu Amenorrhoe
    1. Zusammenfassung
    2. Schnellübersicht
    3. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    4. Evidenz aus klinischen Studien
    5. Evidenz aus der Literatur
    6. Marktinformationen Deutschland
    7. Sicherheitsaspekte
    8. Fazit und nächste Schritte
    9. Haftungsausschluss

## Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Norethisteron: Von Leiomyom zu Amenorrhoe

Zusammenfassung

Norethisteron ist ein synthetisches Gestagen, das laut den für diesen Bericht zusammengestellten Daten ursprünglich im Zusammenhang mit der Behandlung von Leiomyomen (Uterusmyomen) zugelassen wurde. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass es bei Amenorrhoe wirksam sein könnte. Die Evidenz ist jedoch schwach: Es gibt keine registrierten klinischen Studien und 20 Publikationen, die überwiegend Übersichtsarbeiten zur hormonellen Kontrazeption sind, in denen Amenorrhoe als Nebenwirkung auftritt, nicht als Therapieziel.


Schnellübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Leiomyom
Vorhergesagte neue Indikation Amenorrhoe
TxGNN-Vorhersagewert 99,60 %
Evidenzgrad L4
Marktstatus in Deutschland Nur erloschene Zulassungen
Anzahl der Zulassungen 1 (erloschen)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Detaillierte Daten zum Wirkmechanismus liegen derzeit nicht vor. Bekannt ist: Norethisteron ist ein synthetisches Gestagen mit ausgeprägter progestogener Aktivität und bindet am Progesteronrezeptor (PGR). Die Wirksamkeit bei Leiomyomen wurde über die Zulassung (Ryeqo, eine Kombination) beschrieben, und mechanistisch könnte die Substanz auch bei Amenorrhoe anwendbar sein.

Klinisch werden Gestagene eingesetzt, um bei sekundärer Amenorrhoe mit östrogenstimuliertem Endometrium eine Entzugsblutung auszulösen und hormonelle Ungleichgewichte zu behandeln. Das ergibt eine plausible mechanistische Verbindung.

Allerdings behandelt die gefundene Literatur nicht die Therapie der Amenorrhoe. Der hohe TxGNN-Wert (0,996) ist eine reine Computervorhersage. Eine direkte Stütze in den vorliegenden Daten gibt es nicht.


Evidenz aus klinischen Studien

Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.


Evidenz aus der Literatur

Die folgende Auswahl priorisiert Studien mit höherem Evidenzgrad.

PMID Jahr Typ Zeitschrift Kernaussagen
23641480 2013 Systematische Übersicht (Cochrane) Cochrane Database Syst Rev Kombinierte Injektionskontrazeptiva als wirksame, reversible Verhütung; Akzeptanz kann durch Blutungsmuster begrenzt sein
18843662 2008 Systematische Übersicht (Cochrane) Cochrane Database Syst Rev Frühere Fassung derselben Übersicht zu kombinierten Injektionskontrazeptiva
38530848 2024 RCT (WHICH-Studie) PLoS One Vergleich von DMPA-IM und NET-EN hinsichtlich Östradiolspiegel, Menstruations- und psychologischen Parametern
41489365 2026 Beobachtungs-/mechanistische Studie Biol Reprod Injektionskontrazeptiva beeinflussen die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse unterschiedlich; bei DMPA-IM häufiger Amenorrhoe als bei NET-EN
8336583 1993 RCT Med J Aust Kontinuierliche niedrig dosierte Östrogen-Gestagen-Hormonersatztherapie: Wirksamkeit und Akzeptanz
6786825 1981 Phase-I-Studie Contraception Norethisteronenanthat und -acetat bei 20 Frauen; LH-/FSH-Spitzen unterdrückt, Menstruationsstörungen einschließlich Amenorrhoe
3695501 1987 Formulierungsstudie J Steroid Biochem Norethisteron-Mikrokapseln; Amenorrhoe und Schmierblutungen als häufigste Nebenwirkungen
6230212 1983 Umfrage Contraception Umgang mit Zyklusstörungen unter Injektionskontrazeptiva
31056890 2019 Fallbericht JBRA Assist Reprod Autoimmunhypothyreose und intermittierende Ovarialinsuffizienz bei sekundärer Amenorrhoe
12290848 1994 Übersichtsarbeit J Obstet Gynaecol Übersicht zu monatlichen kombinierten Injektionskontrazeptiva

Marktinformationen Deutschland

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/005267 Ryeqo – Leiomyom

Diese Zulassung ist erloschen, derzeit besteht keine gültige Zulassung.


Sicherheitsaspekte

  • Wechselwirkungen: Pharmakologisch bindet Norethisteron an den Progesteronrezeptor (PGR); weitere Wechselwirkungen mit Arzneimitteln sind in den Daten nicht verzeichnet.
  • Kontraindikationen aus dem Wissensgraphen (Wissensgraph-Beziehungen, kein Packungsbeilagentext): Hypertonie, Epilepsie, Angststörungen, Porphyrie, Nieren- und Lebererkrankungen, Gallenblasenerkrankungen, Hyperglykämie und Diabetes mellitus (einschließlich diabetischer Ketoazidose), Hypertriglyzeridämie, Hyperkalzämie, Hypothyreose, systemischer Lupus erythematodes, Asthma und Mammakarzinom (weitere Einträge: Dysthymie, neurotische Störungen, Pyoureter, Nephrokalzinose, Störungen des Phosphorstoffwechsels).

Für verbindliche Sicherheitsinformationen ist die Packungsbeilage heranzuziehen.


Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Die Vorhersage ist mechanistisch plausibel, doch es gibt keine klinischen Studien, und die Literatur behandelt Amenorrhoe nur als Nebenwirkung der Kontrazeption, nicht als Therapieziel. Der Evidenzgrad ist L4, und es besteht keine gültige Zulassung in Deutschland.

Für das weitere Vorgehen wird benötigt:

  • Daten zum Wirkmechanismus (MOA) aus DrugBank
  • Warnhinweise und Kontraindikationen aus der Packungsbeilage (BfArM), da diese Sicherheitsprüfung derzeit blockiert ist
  • Gezielte Literaturrecherche zur Gestagentherapie bei sekundärer Amenorrhoe
  • Klärung der Anwendungswege und Darreichungsformen sowie der Beziehung zur ursprünglichen Indikation
  • Prüfung des regulatorischen Status, da die einzige Zulassung erloschen ist

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.



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