Prucalopride

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 10

Inhaltsverzeichnis

  1. Prucalopride
  2. Prucalopride: Von Obstipation zu Hypoalphalipoproteinämie
    1. Zusammenfassung
    2. Schnellübersicht
    3. Warum ist diese Vorhersage (nicht) plausibel?
    4. Evidenz aus klinischen Studien
    5. Evidenz aus der Literatur
    6. Marktinformationen Deutschland
    7. Sicherheitshinweise
    8. Fazit und nächste Schritte
    9. Haftungsausschluss

## Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Prucalopride: Von Obstipation zu Hypoalphalipoproteinämie

Zusammenfassung

Prucalopride ist ein selektiver 5-HT4-Rezeptoragonist, der ursprünglich zur Behandlung der Obstipation (chronische Verstopfung) eingesetzt wird. Das TxGNN-Modell sagt für den Wirkstoff unter anderem Hypoalphalipoproteinämie voraus (höchster Rang). Dafür liegen jedoch keine klinischen Studien und keine Publikationen vor, die diese Richtung stützen.


Schnellübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Obstipation
Vorhergesagte neue Indikation Hypoalphalipoproteinämie
TxGNN-Vorhersagewert 99,82 %
Evidenzstufe L5
Marktstatus in Deutschland Nur erloschene/zurückgezogene Zulassung
Anzahl der Zulassungen 1 (0 gültig, 1 erloschen)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage (nicht) plausibel?

Zum Wirkmechanismus liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben vor. Bekannt ist: Prucalopride wirkt als Agonist am 5-HT4-Rezeptor (Gen HTR4) und fördert die Motilität des Magen-Darm-Trakts. Es ist für Erwachsene mit chronischer Obstipation zugelassen, bei denen Abführmittel nicht ausreichend wirken.

Für Hypoalphalipoproteinämie, eine Störung des HDL-Stoffwechsels, besteht nach der Analyse kein erkennbarer mechanistischer Zusammenhang. Der hohe TxGNN-Wert scheint eine reine Vorhersage aus dem Wissensgraphen zu sein, ohne unterstützende Studien oder Literatur.

Auch die weiteren Vorhersagen sind überwiegend nicht plausibel (u. a. homozygote familiäre Hypercholesterinämie, orale Candidiasis, Strongyloidiasis, HIV). Eine Ausnahme bilden die Amyloidose und die primäre Amyloidose: Hier könnte ein Prokinetikum gastrointestinale Dysmotilität (z. B. chronische intestinale Pseudoobstruktion) symptomatisch lindern. Die Grunderkrankung würde dadurch nicht beeinflusst. Diese Indikationen sind als Forschungsfrage (L4) einzustufen.


Evidenz aus klinischen Studien

Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.


Evidenz aus der Literatur

Für die Top-Vorhersage (Hypoalphalipoproteinämie) liegt derzeit keine zugehörige Literatur vor.

Für die Amyloidose-Vorhersagen (Rang 6 und 9) wurden folgende Arbeiten gefunden, die jedoch keine Wirksamkeit von Prucalopride belegen:

PMID Jahr Typ Journal Kernaussagen
40376135 2025 Fallbericht Cureus Amyloidose, die sich als chronische intestinale Pseudoobstruktion präsentiert (61-jähriger Patient, mehrere erfolglose Laparotomien)
34231480 2021 Kohortenstudie Turk J Gastroenterol Spezifische gastrointestinale Motilitätsstörungen (Gastroparese, CIPO, Kolonträgheit) werden im Frühstadium häufig als funktionelle GI-Störungen fehldiagnostiziert

Marktinformationen Deutschland

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/001012 Resolor – Obstipation

Diese Zulassung ist als erloschen geführt (Status: cancelled). Derzeit besteht keine gültige Zulassung.


Sicherheitshinweise

  • Kontraindikationen aus dem Wissensgraphen (keine Packungsbeilage-Daten): Colitis ulcerosa, chronisch-entzündliche Darmerkrankung, Darmperforation.
  • Wechselwirkungen: Es wurde nur die pharmakologische Zielstruktur (5-HT4-Rezeptor) erfasst, keine konkreten Arzneimittelwechselwirkungen.

Für weitere Sicherheitsinformationen ist die Packungsbeilage heranzuziehen.


Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Für die Top-Vorhersage Hypoalphalipoproteinämie gibt es weder einen mechanistischen Zusammenhang noch Studien oder Literatur (Evidenzstufe L5). Zudem besteht in Deutschland derzeit keine gültige Zulassung. Lediglich die Amyloidose-bezogene gastrointestinale Dysmotilität wäre als symptomatische Forschungsfrage (L4) weiterverfolgbar.

Für ein Weiterkommen sind folgende Schritte nötig:

  • Daten zum Wirkmechanismus (MOA) ergänzen, z. B. über DrugBank
  • Warnhinweise und Gegenanzeigen aus der Packungsbeilage (BfArM) beschaffen und prüfen
  • Für die Amyloidose-assoziierte Dysmotilität: gezielte Literaturrecherche und ggf. Pilotstudie zur symptomatischen Wirksamkeit
  • Klärung des Zulassungsstatus in Deutschland (erloschene Zulassung)

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.



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