Raloxifene

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 4

Inhaltsverzeichnis

  1. Raloxifene
  2. Raloxifen: Von postmenopausaler Osteoporose zu Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni)
    1. Zusammenfassung
    2. Schnellübersicht
    3. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    4. Evidenz aus klinischen Studien
    5. Evidenz aus der Literatur
    6. Informationen zum deutschen Markt
    7. Sicherheitsaspekte
    8. Fazit und nächste Schritte
    9. Haftungsausschluss

## Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Raloxifen: Von postmenopausaler Osteoporose zu Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni)

Zusammenfassung

Raloxifen ist ein selektiver Estrogenrezeptor-Modulator (SERM) und war ursprünglich zur Behandlung der postmenopausalen Osteoporose zugelassen. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass es bei Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) wirksam sein könnte. Dafür liegen derzeit keine klinischen Studien und keine Publikationen vor; die Vorhersage beruht allein auf dem Modell.


Schnellübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Postmenopausale Osteoporose
Vorhergesagte neue Indikation Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni)
TxGNN-Vorhersagewert 99,72 %
Evidenzstufe L5
Marktstatus in Deutschland Nur erloschene/aufgehobene Zulassungen
Anzahl der Zulassungen 3 (alle aufgehoben)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Zum Wirkmechanismus liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben vor. Bekannt ist, dass Raloxifen als SERM an die Estrogenrezeptoren α (ESR1) und β (ESR2) sowie an den G-Protein-gekoppelten Estrogenrezeptor GPER bindet. Seine Wirksamkeit bei postmenopausaler Osteoporose ist belegt.

Ein mechanistischer Zusammenhang zwischen dieser Rezeptoraktivität und dem Schutz der Magen- bzw. Duodenalschleimhaut ist in den vorliegenden Daten nicht belegt. Eine solche Verbindung wäre derzeit spekulativ. Der hohe TxGNN-Wert (0,997) ist eine rein graphbasierte Vorhersage und kein Nachweis einer therapeutischen Wirkung.

Weitere vom Modell vorhergesagte Indikationen sind ebenfalls ohne Studien- oder Literaturbelege:

Rang Vorhergesagte Indikation TxGNN-Wert Einschätzung
2 Hypoalphalipoproteinämie 99,65 % Raloxifen senkt LDL- und Gesamtcholesterin moderat, erhöht aber nachweislich nicht das HDL-C; Zusammenhang schwach
3 Duodenalobstruktion 99,64 % Überwiegend mechanische Erkrankung; pharmakologischer SERM-Effekt unwahrscheinlich
4 Duodenogastrischer Reflux 99,59 % Kein erkennbarer Mechanismus; präklinische Validierung nötig

Evidenz aus klinischen Studien

Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.


Evidenz aus der Literatur

Derzeit liegt keine zugehörige Literatur vor.


Informationen zum deutschen Markt

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation Status
EMEA/H/C/000185 Optruma – Postmenopausale Osteoporose Aufgehoben
EMEA/H/C/000184 Evista – Postmenopausale Osteoporose Aufgehoben
EMEA/H/C/001075 Raloxifene Teva – Postmenopausale Osteoporose Aufgehoben

Sicherheitsaspekte

  • Kontraindikationen laut Wissensgraph (Wirkstoff-Erkrankungs-Beziehungen aus PrimeKG, kein Packungsbeilagentext): Bluthochdruck, Lebererkrankung, Gallenblasenerkrankung, Vorhofflimmern, Hypertriglyceridämie, Thrombophlebitis, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, zerebrovaskuläre Erkrankungen, zerebraler Infarkt, Lungenembolie, Netzhautarterienverschluss, Thrombophilie, eingeschränkte Nierenfunktion, transitorische ischämische Attacke, vertebrobasiläre Insuffizienz, Antiphospholipid-Syndrom. Auffällig ist der Schwerpunkt auf thromboembolischen und kardiovaskulären Erkrankungen.
  • Wechselwirkungen / pharmakologische Ziele (4 Einträge, ohne Schweregrad): GPER (GPER1), Estrogenrezeptor-α (ESR1), Estrogenrezeptor-β (ESR2) und Aldehydoxidase 1 (AOX1). Dabei handelt es sich um Zielstrukturen, nicht um klassische Arzneimittelwechselwirkungen.

Für Warnhinweise und Gegenanzeigen aus der Fachinformation bitte die Packungsbeilage bzw. Fachinformation heranziehen.


Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Die Vorhersage stützt sich ausschließlich auf einen Modellwert (Evidenzstufe L5) ohne klinische Studien, Literatur oder plausiblen Mechanismus. Zudem sind in Deutschland keine gültigen Zulassungen mehr vorhanden, und das Sicherheitsprofil (insbesondere thromboembolische Risiken) erfordert sorgfältige Abwägung.

Für ein Weiterkommen sind folgende Schritte nötig:

  • Auswertung der Fachinformation (Warnhinweise, Gegenanzeigen) über BfArM bzw. EMA, da die Sicherheitsprüfung sonst nicht fortgeführt werden kann
  • Vollständige Wirkmechanismus-Daten (MOA) aus DrugBank
  • Präklinische Studien zur Plausibilität eines Effekts auf die Duodenalschleimhaut
  • Systematische Literaturrecherche zu Raloxifen und Ulcus duodeni
  • Klärung des regulatorischen Status, da alle Zulassungen in Deutschland aufgehoben sind

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.



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