Regadenoson

Evidenzniveau: L5 Vorhergesagte Indikationen: 4

Inhaltsverzeichnis

  1. Regadenoson
  2. Regadenoson: Von der Myokardperfusionsbildgebung zur Anaphylaxie
    1. Zusammenfassung
    2. Schnellübersicht
    3. Warum ist diese Vorhersage plausibel?
    4. Evidenz aus klinischen Studien
    5. Evidenz aus der Literatur
    6. Informationen zum Markt in Deutschland
    7. Sicherheitshinweise
    8. Fazit und nächste Schritte
    9. Haftungsausschluss

## Pharmazeutischer Bewertungsbericht

Regadenoson: Von der Myokardperfusionsbildgebung zur Anaphylaxie

Zusammenfassung

Regadenoson ist ein selektiver A2A-Adenosinrezeptor-Agonist und wird als diagnostisches Mittel für die Myokardperfusionsbildgebung (MPI) eingesetzt. Das TxGNN-Modell sagt voraus, dass es bei Anaphylaxie wirksam sein könnte. Für diese Richtung liegen derzeit keine klinischen Studien und keine Publikationen vor, die Vorhersage beruht allein auf dem Modell.


Schnellübersicht

Punkt Inhalt
Ursprüngliche Indikation Myokardperfusionsbildgebung
Vorhergesagte neue Indikation Anaphylaxie
TxGNN-Vorhersagewert 99,85 %
Evidenzstufe L5
Marktstatus in Deutschland Nur erloschene/widerrufene Zulassung
Anzahl der Zulassungen 1 (davon 0 gültig)
Empfohlene Entscheidung Hold

Warum ist diese Vorhersage plausibel?

Zum Wirkmechanismus liegen in den für diesen Bericht zusammengestellten Daten keine detaillierten Angaben vor. Nach allgemeinem pharmakologischem Wissen ist Regadenoson ein selektiver Agonist des A2A-Adenosinrezeptors. Die Pharmakologiedaten zeigen zudem Bindung an die Rezeptoren A1, A2B und A3.

Ein theoretischer Zusammenhang mit der Anaphylaxie ergibt sich daraus, dass die A2A-Aktivierung auf Mastzellen und anderen Immunzellen die Freisetzung von Entzündungsmediatoren dämpfen kann. Die Adenosin-Signalwege sind jedoch komplex: A2B- und A3-Rezeptoren können die Mastzell-Degranulation sogar fördern. Außerdem tragen Regadenoson-Produkte selbst Warnhinweise zu Überempfindlichkeit und Anaphylaxie als Nebenwirkung. Der hohe Vorhersagewert könnte daher eher das Nebenwirkungsprofil als einen therapeutischen Effekt widerspiegeln.

Regadenoson ist zudem eine kurz wirksame Einzeldosis-Diagnostik und eignet sich wenig zur Vorbeugung episodischer, auslöserabhängiger Ereignisse. Der Zusammenhang zur ursprünglichen Indikation (Bildgebung) ist rein pharmakologisch-hypothetisch.

Weitere vorhergesagte Indikationen (alle L5, ohne Studien oder Literatur, Empfehlung jeweils Hold):

Rang Erkrankung TxGNN-Wert Einschätzung
2 Nahrungsabhängige belastungsinduzierte Anaphylaxie 99,74 % Gleiche theoretische A2A-Mastzell-Hypothese. Der Wert ist vermutlich durch die Ähnlichkeit zum übergeordneten Begriff Anaphylaxie erhöht.
3 Esotropie 99,12 % Kein plausibler Mechanismus erkennbar, vermutlich ein Artefakt des Wissensgraphen.
4 Pseudoallergie 99,12 % Spekulativ, da die Richtung der Wirkung auf Mastzellen unsicher ist.

Evidenz aus klinischen Studien

Derzeit sind keine zugehörigen klinischen Studien registriert.


Evidenz aus der Literatur

Derzeit liegt keine zugehörige Literatur vor.


Informationen zum Markt in Deutschland

Zulassungsnummer Produktname Darreichungsform Zugelassene Indikation
EMEA/H/C/001176 Rapiscan (GE Healthcare AS) – Myokardperfusionsbildgebung

Diese Zulassung hat den Status „erloschen/widerrufen". Derzeit ist in den Daten keine gültige Zulassung verzeichnet.


Sicherheitshinweise

  • Kontraindikationen laut Wissensgraph (aus Arzneimittel-Krankheits-Beziehungen des TxGNN-Wissensgraphen, nicht aus Packungsbeilagen): Dazu zählen unter anderem
    • Atemwegserkrankungen: Asthma (einschließlich allergisches und intrinsisches Asthma), COPD, Bronchialerkrankungen;
    • Erregungsleitungsstörungen: AV-Block, Sick-Sinus-Syndrom;
    • Herzklappen und Perikard: Aortenstenose, Mitralklappenstenose, Perikarditis, Perikarderguss;
    • Gefäß- und Durchblutungsstörungen: koronare Herzkrankheit, Karotisstenose, transitorische ischämische Attacke, vertebrobasiläre Insuffizienz;
    • Blutdruck: Hypertonie, Hypotonie;
    • Weitere: Epilepsie, Erkrankungen des autonomen Nervensystems, Horner-Syndrom.
  • Wechselwirkungen (10 Einträge, davon 6 mit Schweregrad „mäßig"): Coffein, Dipyridamol, Dyphyllin, Theophyllin, Aminophyllin und Oxtriphyllin. Methylxanthine wie Coffein und Theophyllin sind Adenosinrezeptor-Antagonisten und können die Wirkung von Regadenoson abschwächen. Dipyridamol kann die Adenosinwirkung verstärken. Weitere Einträge betreffen die Bindung an die Adenosinrezeptoren A1, A2A, A2B und A3.
  • Für Anaphylaxie und Überempfindlichkeit als Nebenwirkung des Arzneimittels liegen Hinweise vor (siehe oben). Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Kontraindikationen aus der Packungsbeilage sind nicht verfügbar. Bitte die Fachinformation heranziehen.

Fazit und nächste Schritte

Entscheidung: Hold

Begründung: Die Vorhersagen beruhen ausschließlich auf dem Modell (L5), ohne klinische Studien oder Publikationen. Der Wirkmechanismus ist bei Anaphylaxie widersprüchlich (A2A schützend, A2B/A3 fördernd), und das Arzneimittel selbst kann Anaphylaxie auslösen. Zudem besteht in Deutschland derzeit keine gültige Zulassung.

Für ein Weiterkommen ist Folgendes erforderlich:

  • Daten zum Wirkmechanismus (MOA) aus DrugBank
  • Warnhinweise und Kontraindikationen aus der Packungsbeilage von BfArM bzw. EMA (blockierend für die Sicherheitsprüfung)
  • Prüfung, ob die Vorhersage lediglich das Nebenwirkungsprofil abbildet
  • Präklinische Daten zur Wirkung von A2A-Agonisten auf Mastzellen und in Anaphylaxie-Modellen
  • Klärung der Eignung von Darreichungsweg und Einzeldosis-Anwendung für die vorgeschlagene Indikation
  • Klärung des Zulassungsstatus und der Verfügbarkeit in Deutschland

    Haftungsausschluss

Diese Inhalte dienen ausschließlich Forschungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Vor jeder klinischen Anwendung ist eine klinische Validierung erforderlich.



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